Atheist VS Jesus, meine Botschaft an die Menschheit

Vielen lieben Dank für das Buchcover an Alex Macartney, hier ein Link zu der Homepage von dem lieben Alex, klick hier für Informationen


Atheist VS Jesus 

Vorwort

Bitte erwartet hier kein perfekt geschriebenes Buch, welches in Schrift und Form dem Standard eines Schriftstellers entspricht. Meine Kenntnisse in der Rechtschreibung sind eher als mangelhaft zu bezeichnen. 

Das ist meine Geschichte, die ich gerne mit meinen eigenen Worten wiedergeben möchte. Ich könnte meine Worte auch von einem Profi, einem Ghostwriter überarbeiten lassen, damit dieses Buch dann angeblich perfekt wird. Nur dann wäre dieses Buch nicht mehr mein Buch, dann wäre es kein ehrliches Buch mehr.

Dies ist keine erfundene Geschichte, sondern ein Teil meines Lebens, den ich hier mit euch teilen möchte. Es ist nichts erfunden oder dazu gedichtet worden. Alle Ereignisse beruhen auf wahre Begebenheiten, auch wenn diese manchmal unglaublich erscheinen.

Es gibt keinen Gott und es gibt keine Religionen! Mit dieser Einstellung gehe ich durchs Leben, denn das Leben ist real. Ich glaube das, was ich sehen, was ich anfassen, was ich riechen, was ich schmecken und das was ich fühlen kann. Ich stehe mit beiden Beinen fest im Leben, doch ist das die Realität?

Ich gehe durchs Leben und bin auf der Suche nach etwas, ohne zu merken dass ich überhaupt etwas suche. Ich spüre nur eines, irgendetwas fehlt mir. Dieses fehlende Teilchen musste ich finden um endlich in Erfüllung leben zu können.

Auf der Suche nach dem "Etwas" bin ich viele Wege gegangen, um zu sehen was mich glücklich macht und was mein Leben erfüllt. Adrenalin, Diebstähle, Alkohol, Drogen, Zuhälterei, Waffen, Arbeit, Selbstständigkeit, Geld, Ansehen, Macht und vieles mehr. Nur all diese Dinge haben mir nicht das gegeben, was ich mir erhofft hatte. Ich dachte wenn ich mir alles kaufen kann, wenn Geld niemals zu einem Problem werden würde, dann bin ich glücklich und zufrieden. Aber ich sollte lernen, dass es im Leben ganz anders abläuft.

Viele dieser Wege brachten mir mehr Leid und Unheil ein, als ich es mir jemals vorstellen konnte. Ich sollte so viel Leid und Schmerz erfahren, dass es für mehr als ein Leben reichte. Ich war schwer krank, ich wurde geprügelt, ich wurde erschossen, ich lag im Koma und ich war tot. Eigentlich dürfte ich nicht mehr am Leben sein, schon lange nicht mehr.

Ich hatte alles verloren, aber das gab mir ein neues Leben. Ich wurde erschossen und das rettete mir mein Leben. Ich war todkrank und das rettete anderer Leben. Ich war besessen von Geld und Macht, doch das öffnete mir die Augen. Ich war voller Hass, doch dieser wurde in Liebe umgewandelt. 

Diese ganzen Erlebnisse und Erfahrungen haben meinem Leben endlich wieder einen Sinn gegeben. Ich bin einen Weg gegangen, der geprägt war voller Schmerz und Leid. Ich musste dieses Leid, diesen Schmerz erfahren, um zu verstehen, um endlich wieder leben zu können. 

Wer, was oder welche Umstände haben mich niemals sterben lassen? Warum habe ich so viel Leid und Schmerz erfahren müssen?  Gibt es auf unserer Erde mehr als unsere Weisheit es sich träumen lässt? Waren hier göttliche Kräfte am Werk oder ist unser Körper und unser Geist zu viel mehr in der Lage als wir uns vorstellen können? Um das alles zu verstehen habe ich euch hier meine tiefsten Geheimnisse offenbart. 

Du wirst lernen, dass es für fast jedes Problem eine Lösung gibt, egal wie unvorstellbar diese auch ist. Auch wenn du denkst, dass dein Leben zu Ende ist, kann das erst der Anfang sein, der Anfang zu deinem neuen Leben, auf das du schon so lange wartest ohne es zu merken. Egal wie fertig, süchtig oder krank du bist, es gibt immer eine Lösung, einen richtigen Weg, deinen Weg. Diesen Weg musst du nur finden denn es gibt ihn. Einen Weg der nur für dich geschrieben worden ist.

Kapitel 1 "Einfach anders"

Mein Name ist Thomas Häfker (geborener Kampka). Ich bin geboren in Delmenhorst im schönen Norden Deutschlands, aufgewachsen mit meiner Mutter, meinem Vater und meiner älteren Schwester. Meine Kindheit verlief ziemlich normal für die damalige Zeit.

Schon in der Schule bemerkte ich, dass hier irgendetwas nicht richtig ist, ich fühlte mich irgendwie nicht wohl in meiner Haut. Bei der Einschulung gaben meine Eltern den Lehrern noch folgende Worte mit: "Wenn er nicht hört dann kannst ihm ruhig was an den Hals hauen". Ich konnte es nicht glauben was ich da hörte. Aber so war das früher, Erziehung, Schläge, Unterdrückung und das Familienoberhaupt hat das Sagen. Das wollte ich nie akzeptieren, das hatte nichts mit Liebe und Menschlichkeit zu tun.

Es war sehr einfach in der Schule und ich hatte immer sehr gute Zensuren. Nur mit dem "Hören und gefügig sein" hatte ich schon immer ein Problem. Ich mochte es nicht, unterdrückt zu werden. Ich hatte immer das Gefühl, dass man mir hier nicht nur versuchte mir etwas bei zu bringen, nein hier sollte ich auch lernen zu gehorchen. Ich sollte lernen gefügig zu sein, um so auf ein Leben vorbereitet zu werden, wie es angeblich sein soll. Die Kinder, die dem Lehrer gehorchten, diese Kinder wurden belohnt, die waren gut. Kinder die nicht hörten, die wurden bestraft, sie waren schlecht. Ja das wurde uns beigebracht in der Schule, wir lernten es, dass es gut ist, einer Autorität zu gehorchen. Auch fand ich, dass Kinder länger hätten Kind sein sollen, damit sie ihre Kindheit leben und genießen können. Ich wurde mit 5 Jahren eingeschult und das war definitiv zu früh. 

Die Schule hatte auch sehr viel Negatives bei mir hinterlassen. Als meine Noten schlechter wurden, hat meine Mutter mich wieder und immer wieder angeschrien. Ihre Worte hatten mir Angst gemacht, sehr große Angst sogar. Ihr eigenes Schreien hatte meine Mutter so sehr aufgeregt, sie steigerte sich da richtig rein und sie wurde immer aggressiver. Dann wurden aus den harten Worten echte Handgreiflichkeiten. Ich wurde geohrfeigt und verprügelt, wegen Zensuren, fehlender Hausaufgaben und vieles mehr. Das alles ist nur passiert, weil ich manchmal nicht das getan habe, was man von mir verlangte. Ich gehorchte nicht, also wurde ich bestraft.

Von da an fing ich an, Angst zu bekommen. Das war für mich unvorstellbar, sein eigenes Kind zu schlagen, seinem eigenen Kind Angst zu machen und das alles nur wegen schlechten Zensuren in der Schule. Ich hatte Angst, von der Schule nach Hause zu kommen und so war mein Zuhause zu einem Ort geworden, an dem ich mich nicht mehr wohl fühlte. Ein Ort, der mir Angst machte. Wenn es Probleme in der Schule gab, hatte ich immer große Angst. Ich wollte auf keinen Fall nach Hause. In meiner Verzweiflung bin ich oft zu meiner Oma gelaufen und habe mich da unter dem Bett versteckt. Aber das hat mir auch nicht wirklich geholfen. Meine Mutter hatte mich schnell gefunden, zerrte mich unter dem Bett heraus und ich bekam mal wieder was hinter die Löffel. Aber am schlimmsten war dieser psychische Druck, dieses Anschreien. Das alles machte mir immer mehr Angst. Seit diesem Zeitpunkt fing ich an, die Schule zu hassen und ich fing an, meine Mutter zu hassen. Dieser Hass und diese Ängste hatten mein Leben negativ verändert. Ich habe so viel Angst gehabt, dass ich anfing mein eigenes Leben zu hassen. Alles Negative, was ich erfahren habe, hatte ich regelrecht in mich hinein gefressen. Diese Ängste begleiteten mich auf all meinen Wegen. So wurde meine Kindheit geprägt von Angst, von psychischer und körperlicher Gewalt.

Das Thema Gott und Glauben war für mich schon immer ein rotes Tuch gewesen. Bei der Konfirmation meiner Schwester gingen wir in die Kirche. Ich hatte mich da nicht wohl gefühlt in meiner Haut. Irgendwie hatten Kirchen etwas Unheimliches an sich. Vor Kirchen hatte ich sehr großen Respekt und sehr große Angst. Das alles hatte auch seinen Grund. Früher fuhren meine Mutter und meine Tante mit mir abends zu einer Kirche. Für diesen Anlass haben sie sich extra einen nebeligen Abend ausgesucht. In den Außenwänden der alten Kirche waren merkwürdige Abdrücke. Meine Tante sagte, das sind die Hufabdrücke des Teufels und sie erzählte mir eine gruselige Geschichte. Ich bekam richtig Angst und schaute mir die alte Kirche an. Das alte Kirchengebäude war kalt und gruselig. Der Nebel legte sich rund um das alte Gemäuer und ich blickte nach oben zum Dach der alten Kirche. Ich sah die graubraunen Wände, die durch den Nebel hoch hinaus ragten. Mir lief ein eiskalter Schauer über den Rücken und ich wollte nur noch weglaufen, weg von diesem schaurigen Ort, der mir so viel Angst machte. Von diesem Tage an waren Kirchen für mich tabu. Nie wieder in meinem Leben wollte ich eine Kirche betreten. Dieses schreckliche Ereignis hatte mich viele Jahrzehnte begleitet und meine Ängste wurden dadurch noch größer. Meine liebe Familie wusste damals nicht, was dieser nächtliche Kirchenbesuch und diese Gruselgeschichte in mir auslösen sollte. Diese Ängste, die ich da erfahren habe, prägten mein Leben und füllten es mit noch mehr negativen Input. Der Grund warum ich selber damals zur Konfirmation gegangen bin, war der, man hatte da Geld für bekommen. Dafür hatte ich auch gerne die Last des Konfirmandenunterrichtes auf mich genommen und ich habe mich meinen Ängsten gestellt.

Ich hatte mir auch niemals Nachrichten im Fernsehen angesehen, ich las keine Zeitung und für Politik hatte ich mich schon gar nicht interessiert. Ich lachte meine Eltern, meinen Opa und alle anderen immer aus, wenn die zum Wählen gegangen sind. Ich sagte immer dass "die euch eh alle nur verarschen". Warum ich das damals gesagt hatte, das wusste ich selber nicht genau. Ich fühle nur, dass es nicht gut ist und dass hier keine Ehrlichkeit herrschte. Im Prinzip war diese Politik nichts anderes als die Schule. Hier waren wieder irgendwelche Menschen, denen alle Menschen gehorchen sollten. Und wer nicht hörte, der war schlecht und wurde bestraft, so wurde es uns beigebracht, schon von Kindheit an. Manche Menschen sind sogar ins Gefängnis gekommen, nur weil sie arm waren und irgendwelche Gelder nicht bezahlen konnten. Ich konnte das nicht verstehen, wieso Menschen ihrer Freiheit beraubt wurden, obwohl diese Menschen nichts Böses getan hatten. Mit diesen Menschen meine ich auch keine Mörder oder Verbrecher. Ich meine ganz normale Menschen, die zum Beispiel gegen irgendwelche Ungerechtigkeiten demonstrierten oder die ihre Strafzettel nicht bezahlen konnten. Ich fragte mich immer wieso es Menschen gibt die über andere Menschen herrschen und bestimmen. Wer gab diesen Menschen das Recht dazu? Waren diese Menschen besser als wir? Waren diese Menschen klüger und weiser als wir und hatten somit mehr Rechte? Was war der Grund dafür? Und ich fand auch, dass diese Menschen ganz viele schlimme Dinge getan hatten. In der Schule und im Fernsehen lernte ich von Kriegen, Atombomben, Mord und Totschlag. Ich konnte nicht verstehen, warum so viele gute Menschen anderen Menschen so viel Leid antun konnten. Und das alles nur, weil irgendwelche angeblichen Autoritäten das von ihnen verlangt hatten, ihnen das befohlen hatten. Waren diese Autoritäten wirklich so mächtig, dass sie nur mit Worten andere Menschen in Kriege schickten und die sich dann gegenseitig umgebracht haben? Irgendwie erschreckten mich diese Gedanken und ich versuchte immer, diese zu verdrängen. Mache die Augen zu und lebe dein eigenes Leben, dachte ich. Ich wollte auch niemals einen Beruf erlernen, wo ich über andere Menschen herrsche, anderen Menschen weh tun muss oder sie ihrer Freiheit berauben muss. Es wäre für mich niemals infrage gekommen, den Beruf eines Polizisten oder den Beruf eines Soldaten zu erlernen. Diese Berufe hatten nichts mit Menschlichkeit zu tun und verstoßen gegen jene moralischen Werte, die uns Menschen so besonders machen. Wie konnte es passieren, dass Menschen gegen ihre eigene moralische Werte verstoßen? Doch bis ich auf all diese Fragen eine Antwort finden sollte, sollten noch Jahrzehnte vergehen.

Jedes Jahr in den Sommerferien fuhren wir in den Urlaub nach Italien. Hier verbrachten wir fast immer die gesamten Sommerferien. Der Vater meines Onkels hatte da ein eigenes Haus. Als ich so 8 Jahre alt war, lernten meine Eltern eine griechische Familie kennen und vorbei war es erst einmal mit den Italien Urlauben. Von diesem Zeitpunkt an fuhren wir jedes Jahr nach Griechenland in den Urlaub, auf die wundervolle Insel Thassos. Hier verbrachten wir immer die kompletten Sommerferien. Nur der Weg nach Griechenland war eine echte Strapaze. Mit einem vollkommen überladenen Kleinwagen, einem Daff 55 fuhren wir dann mit 4 Personen durch die glühende Hitze Jugoslawiens. Meistens fuhren wir den alten Autoputt entlang in Richtung Griechenland. Das war der pure Wahnsinn. Diese Hitze die hier herrschte, die war kaum auszuhalten. Meine Schwester und ich saßen hinten auf der mini Sitzbank des Kleinwagens, eingezwängt mit unsern Bettdecken. Eigentlich war es da hinten in dem Auto wirklich nicht auszuhalten. Es herrschten Temperaturen von teilweise um die 50 Grad im Auto.

Jeden Abend haben wir dann auf einem Campingplatz angehalten und mussten das Zelt aufbauen, welches oben auf dem Dachgepäckträger war. Alleine dieser Aufwand jeden Tag, der nahm sehr viel Zeit in Anspruch. Manchmal haben wir eine ganze Woche für den Weg gebraucht. Das heißt 2 Wochen unseres Urlaubes nahm schon der Weg in Anspruch. Aber dafür sind wir dann auch immer 4 Wochen auf Thassos geblieben.

Meine Onkel und Tanten waren auch fast immer mit im Urlaub, das war eben ein richtiger Familienurlaub. Fast jeden Tag wurde Bier und Wein getrunken. Das Saufgelage ging meistens schon vormittags am Strand los und so ging es den ganzen Tag über. Abends stritten sich meine Eltern sehr oft, wenn sie zu viel getrunken hatten. Oft gab es Streit und Schreiereien, aber immer nur wenn der Alkohol im Spiel war. Auch meine Onkel und Tanten haben sich oft gestritten und brüllten sich an wenn sie alkoholisiert waren. Das war für mich sehr schrecklich. Ich mochte deshalb keinen Alkohol. Der Alkohol und der lange Weg war das einzig Negative an unseren Urlauben.

Als ich 12 Jahre alt war ließen meine Eltern sich scheiden und für mich brach meine kleine Welt zusammen. Ich entschied mich damals bei meinem Vater zu bleiben, in dem Haus wo ich auch aufgewachsen war, denn das war mein Zuhause. Alle meine Freunde wohnten hier und der Luxus war es auch, der mich hier in meinem Elternhaus gefangen hielt. Wir hatten einen großen Bungalow, ein Riesen-Schwimmbecken und einen großen Garten. Das alles wollte ich niemals aufgeben. In einer Mietswohnung, wo meine Mutter jetzt wohnte, wollte ich niemals leben. Seitdem meine Mutter aus meinem Elternhaus ausgezogen war, und ich mit meinem Vater alleine blieb, machte ich nichts mehr in der Schule. Ich habe mich nur noch herumgetrieben.

Bei unserem Nachbarn habe ich für 5 Mark die Stunde gearbeitet. Ich habe Waschmaschinen, Kühlschränke und Kochherde ausgeschlachtet. Diese habe ich auch mit ihm zusammen abgeholt und ausgeliefert. So hatte ich damals um die 100 Mark in der Woche bekommen, was sehr, sehr viel Geld war für die damalige Zeit. Von diesem Geld konnte ich mir alles leisten was ich mir gewünscht hatte, in meinen jungen Jahren. Und das Beste war, ich hatte das Geld selber verdient, ich hatte es mir erarbeitet. Keiner hatte mir das geschenkt. Was waren da denn schon die lächerlichen 8 Mark Taschengeld im Monat, die ich von meinen Eltern bekam?. Ich merkte auf einmal wie schön es ist, Geld zu haben. Ich erkannte, wie wichtig dieses Geld war und ich erkannte auch, welche Befriedigung mir dieses Geld verschaffte.

Mit 14 Jahren hatte ich dann die Hauptschule ohne Abschluss beendet. Mein Vater hatte mir bei sich in der Firma eine Lehrstelle als Klempner besorgt. Mein Traumberuf war das nicht, denn eigentlich wollte ich immer gerne Koch werden. Kochen war schon immer meine große Leidenschaft, aber der Beruf Koch sollte für mich immer nur ein Traum bleiben. So fing ich dann auf Wunsch meines Vaters an, eine Lehre als Klempner zu machen, und das auch noch in der Firma wo mein Vater schon seit über 20 Jahren arbeitete.

In der Lehre habe ich schnell gemerkt, dass ich auch hier nur erzogen werden soll, um gefügig zu sein. Ich sollte immer schön gehorchen, denn ich war ja nur der Lehrling. Ich musste viele Drecksarbeiten machen und ich wurde erniedrigt. Man sagte zu mir, das ist normal, das muss jeder Lehrling durchmachen. So lerne ich wie es im wahren Leben abläuft. Na ja wenn das dass Leben sein soll, dass ich für andere arbeite und nicht mehr Herr meiner selbst bin, dann ist das nicht mein Leben dachte ich,  das wollte ich nicht. Nach etwas über einem Jahr habe ich dann meine Lehre aufgeben. Ich ging nicht mehr zur Berufsschule und dann auch nicht mehr zur Arbeit. Auch hatte ich Streitereien mit einigen anderen Lehrlingen und unserem Meister. Es ging so weit, dass wir gegeneinander handgreiflich geworden sind  Meinem Vater war es so peinlich, dass er bei seine Firma selber gekündigt hatte und das nachdem er schon über 20 Jahre dort gearbeitet hatte. Von diesem Tage an hing der Haussegen schief und alles sollte sich verändern.

Zwischenzeitlich verließ ich mein über alles geliebtes Elternhaus, welches geprägt war von Luxus und Schönheit. Meine Mutter wohnte ganz am anderen Ende der Stadt in einem Wohnblock. Das war für mich eine schreckliche Situation, vom großen Bungalow mit Pool und eigenem Garten in einen Wohnblock zu ziehen. Das war einfach nur grauenhaft und ich habe mich dessen geschämt. Ich fühlte mich da nicht wohl, zu keinem Zeitpunkt.

Von da an ging ich auf die Berufsschule und absolvierte das Berufsgrundbildungsjahr. Hier sollte ich meinen Weg finden, welche Tätigkeiten mir am meisten Spaß machen. Aber auch hier hatte ich dieselben komischen Gefühle, ich fühlte mich unterdrückt. Als ein Lehrer mich immer wieder denunzierte wegen meiner schwarzen Haare und meinen braunen Augen, da eskalierte es. Immer wieder sagte er zu mir, dass ich kein richtiger Deutscher wäre und er beleidigte mich. Das hat mir sehr weh getan und ich habe mich meiner geschämt. Das war mir sehr peinlich vor all meinen Mitschülern. So ging es dann eine ganze Weile. Irgendwann platzte mir der Kragen und ich habe dem Lehrer eine kräftige Ohrfeige verpasst. Dann hatte ich ihn an seinen Hals genommen und ihn freundlich gebeten, mich nicht mehr zu beleidigen. Na ja, das fand der Lehrer dann gar nicht schön. Durch mein Handeln wurde ich vom BGJ ins BVJ herunter gestuft. Au man, da waren echt nur unterbemittelte Menschen. Der Unterrichtsstoff den wir in der fünften Klasse hatten, der wurde da gelehrt. Das war einfach nur lächerlich in meinen Augen. Ich konnte das alles nicht so richtig ernst nehmen. Ich musste etwas verändern.

Kapitel 2 "Der Einzug in ein neues Leben"

Mit 16 Jahren hatte mir eine eigene Wohnung gesucht und bin ich dann bei meiner Mutter ausgezogen. Ich wollte endlich frei sein, frei von Bevormundung, Angst und Unterdrückung. Aber wie das so ist ließ mich meine Mutter nicht in Ruhe, sie wollte mir wie immer Vorschriften machen. Als meine Mutter mich wieder einmal besuchte, in meiner ersten eigenen Wohnung, da ging das ganze alte Theater wieder von vorne los. Meine Mutter schrie mich an und wollte mal wieder handgreiflich werden. In mir kamen wieder diese schrecklichen Erinnerungen und Ängste hoch. Es war so als würde ich alles Leid und alles Übel, was ich in den Jahren meiner Kindheit erlebt hatte, auf einmal spüren. Nie wieder wollte ich das durch machen, nie wieder wollte ich diese Ängste haben.

Jetzt hatte ich die Faxen dicke. Ich nahm meine Mutter am Hals und drückte sie gegen die Wand. Ich sagte zu ihr, dass sie mich in Ruhe lassen soll und nie wieder handgreiflich werden soll, sonst würde ich sie verprügeln. Meine Mutter schrie weiter rum und ging dann aber wütend nach Hause. Endlich hatte ich meine Ruhe, ich war frei. Heute bereue ich diese Tat, denn das war nicht richtig. Aber bis ich das lernen sollte, sollten noch Jahrzehnte vergehen.

Ich muss dazu sagen, dass ich auch eine gute Kindheit gehabt hatte. Ich habe immer alles bekommen was ich wollte und meine Mutter hat auch ihre guten Seiten gehabt. Sie hat mich geliebt so wie ich sie auch geliebt habe. Nur leider muss ich diese negativen Erfahrungen hier zu Papier bringen, da diese Erfahrungen sehr ausschlaggebend für mein weiteres Leben gewesen sind.

Für mich gab es immer zwei ganz wichtige Grundsätze in meinem Leben: Ich trank keinen Alkohol und nahm keine harten Drogen. Kiffen war OK, aber alles andere war mir ein Dorn im Auge. Dann aber mit 16 Jahren hatte ich mir vorgenommen, jede bekannte Droge einmal auszuprobieren. Das tat ich dann auch. Ich fing an mit Kokain, Speed, Pilze, LSD und Opium. Jede dieser Drogen hatte seinen eigenen Rausch, seinen eigenen Törn. Speed und Kokain machten einen wach und hibbelig. Der Tag danach, der Abtörn, war echt schrecklich. Teilweise fühlte ich mich tagelang wie gerädert. Das war nicht schön, das wollte ich nicht mehr. Pilze und LSD hatten so ihren ganz besonderen Törn. Man war wie in einer anderen Welt. Einer Welt voll von prachtvollen Farben und ganz besonderen Einflüssen. Auf LSD oder Pilzen schien die Zeit still zu stehen. Aber auch die Tage danach waren sehr schrecklich. Der Körper war schlapp und matt. Kopfmäßig brauchte ich auch ein paar Tage um wieder richtig klar zu kommen. Beim Opium war es auch echt heftig. Opium hatte ich gegessen, denn so war die Wirkung am extremsten. Der Rausch auf Opium war einfach nur umwerfend. Ich lag da und konnte mich kaum mehr bewegen. In meinen Vorstellungen war ich im Urlaub und erlebte die schönsten Dinge. Jeder Zug von meiner Wasserpfeife war so stark, dass es mich richtig umgehauen hat. Das war einfach nur schön, so schön, dass es auch schon gefährlich wurde. Wenn ich zu viel Opium gegessen hatte, juckte es mich am ganzen Körper. Das war dann das Zeichen dafür, nicht mehr Opium zu nehmen. So war eine Überdosierung fast unmöglich, wenn man auf dieses Zeichen achtete. Aber auch das Opium verschaffte mir gut 3 Tage des Abtörns und ich fühlte mich schlapp und matt. Mein Körper und mein Geist wollten mehr Opium, aber ich habe es ihnen nicht gegeben. Das war schon erschreckend, wie heftig das Verlangen nach dieser Droge selbst nach der ersten Einnahme war.

Dann haben meine damalige Freundin, zwei unserer Freunde und ich beschlossen, einmal die gefährlichste Droge auszuprobieren, die wir kannten. Diese Droge die sehr schnell eine starke Abhängigkeit erzeugte, diese Droge war Heroin. Ich hatte sehr großen Respekt vor dieser Droge. Wir alle vier haben uns vorgenommen, diese Droge wirklich nur ein einziges Mal auszuprobieren. Einmal und nie wieder wollten wir das Heroin probieren, das war unsere Devise. Au ja, das war wirklich ein unbeschreiblich schönes Gefühl, als wir das Gift zu uns genommen hatten. Wir haben es nach traditioneller Art über Alufolie geraucht. Gespritzt haben wir es uns nicht. Ich habe mich noch niemals in meinem Leben so wohl gefühlt wie auf Heroin und das war sehr gefährlich. Das Verlangen, wieder Gift/Heroin zu konsumieren, war sehr stark und es hielt über viele Jahre an.

Das Ende vom Lied war, dass meine Freundin und ich das Heroin nie wieder angefassten. Unsere beiden Freunde sind damals beide an der "Nadel" hängen geblieben. Nicht sofort, das kam dann später bei den beiden. Dieses war wie ein schleichender Prozess, der aber scheinbar unaufhaltsam war.

Endlich hatte ich meine eigene Wohnung und Ruhe vor meiner Mutter. Mein richtiges Leben kann beginnen dachte ich, ein Leben ohne Ängste und voller Freude. Durch die eigene Wohnung kamen auch schnell neue Freunde dazu. Meine Freundin war mittlerweile auch bei mir eingezogen. Ich war glücklich. Ich hatte meine eigene Wohnung, meine Frau fürs Leben und neue gute Freunde. Was wollte ich mehr? Und das Beste war, ich war frei. Ich musste mich niemals wieder unterdrücken lassen und es gab keinen mehr, der mir Vorschriften machten konnte. Keine Mutter war hier, vor der ich Angst hatte. Aber schnell sollte ich erkennen, dass alles Übel jetzt erst beginnen sollte.

Schon nach kurzer Zeit war meine große Liebe, meine erste richtige Freundin verschwunden. Sie war durchgebrannt mit einem guten Freund von mir und für mich brach meine schöne neue Welt zusammen, wie ein Kartenhaus. Ich flüchtete mit einem Kumpel nach Hamm, um zu vergessen. Ich verließ Delmenhorst, um meinen Kopf wieder frei zu bekommen. Aber das alles hat mir auch nicht auch nicht wirklich geholfen. Immer wieder musst ich an meine Freundin denken und an das was sie mir angetan hat. Das war schon eine sehr schwere Zeit. 

Nach ca. 6 Monaten bekam ich eine Nachricht, dass meine Ex-Freundin im Bordell, in einem Puff arbeiten würde. Das war ein richtiger Schock für mich. Mein ein und alles, die Liebe meines Lebens hatte mich nicht nur mit einem meiner Freunde betrogen und war mit ihm durch gebrannt. Nein sie tat etwas viel schlimmeres, sie hatte Sex mit vielen fremden Männern, Sex für Geld. Das war ein Gefühl, das war so schrecklich, das kann man nicht beschreiben. Wenn man es nicht selber gefühlt hat, dann ist es nur sehr schwer nachvollziehbar. Es war schon schlimm genug, dass sie mich betrogen hat, mit einem Mann. Aber dass  jeder Mann sie jetzt haben konnte für ein bisschen Kleingeld, das war schlimm für mich. Dagegen war alles Leid was ich erfahren hatte, ein reiner Kindergarten. Das war so schlimm das jeder jetzt ihren Körper haben konnte der dafür Geld bezahlt.

Ich bekam eine weitere Nachricht, dass es ihr sehr schlecht gehen würde und dass sie da raus möchte. Au man, so wie ich eben bin, fuhr ich zurück nach Delmenhorst und beschloss, ihr zu helfen. Sie hatte ja niemanden außer mir. Kaum war ich zuhause angekommen, klingelte mein Telefon. Sie rief mich an und weinte bitterlich. Sie hat so schlimm geweint, das konnte ich nicht ertragen. Ich sagte sie soll zu mir herkommen, ich helfe ihr. Nach alle dem was sie mir angetan hat, liebte ich Trottel sie immer noch, warum wusste ich selber nicht.

Schon eine halbe Stunde später hielt ein Taxi vor meinem Haus und sie stieg aus. Der Anblick, der sich mir bot, der war wirklich nicht schön. Sie sah sehr aufgetakelt aus. Ihre Kleidung war kurz und eng, das war schon echt ein erschreckendes Bild. Sie war voll geschminkt und hatte nach billigem Parfüm gestunken. Ja, sie sah jetzt auch aus wie eine richtige Prostituierte. Aber das war mir egal. Ich sah ihr in die Augen und war glücklich, dass sie wieder da war. Ihre Augen aber waren kalt und leer, nicht so wie sonst, voller Leben. Sie war auch sehr dünn geworden. Egal dachte ich, das wird schon wieder. Sie erzählte mir alles und weinte. Es tat ihr alles so leid. Sie wollte da raus, man ließ sie aber nicht. Ich sagte, sie braucht keine Angst zu haben, wir kriegen das schon hin. Ich wusste, dass es nicht mal eben so geht sie da raus zu holen, denn die wollten sie ja wieder haben. Es hat maximal eine halbe Stunde gedauert, da hielt unten eine große dunkle Limousine vor unserem Haus an. Wer das war in dem Auto, das war mir sofort klar. Das waren die, die mein Mädchen wieder haben wollten. Menschen die in einer anderen Welt lebten, in einer Welt die man sonst nur aus Filmen und Büchern kennt. Nur das hier war kein Film, das war die Realität.

Ich habe auf einmal mega Angst bekommen. Da unten waren Menschen, von denen ich schon oft gehört hatte, Menschen die dem Rotlichtmilieu angehörten. Und die wollten eines, die wollten meine Freundin zurück haben. Die duldeten nicht, dass sie weggelaufen ist. Was nun? Ich zitterte am ganzen Körper und dachte an die ganzen Actionfilme die ich mir angesehen hatte. Was jetzt folgt, das war mir klar. Die holen sie jetzt hier raus und ich kriege richtig auf die Fresse. Das wollte ich nicht zulassen. Sie weinte und zitterte am ganzen Körper. Unten schrien die Männer rum, dass ich die Tür aufmachen sollte. Mir lief der Schweiß von der Stirn und ich sah nur eine Möglichkeit, ich holte meine alte Flinte und ging zur Tür. Ich machte die Tür auf und schrie, dass sie verschwinden und uns in Ruhe lassen sollten. Zu meiner Verwunderung stiegen die Männer ins Auto und fuhren weg. Ich hatte einen richtigen Schock und entspannte die beiden Hähne meiner Schrotflinte. Ich wusste nicht mehr wo ich war und was gerade passiert ist. Ich stand da wie angewurzelt und wusste dass es jetzt Riesenprobleme geben würde. Das lassen die sich nicht gefallen, dachte ich. Ich lief nach oben und schrie, wir müssen weg hier. Ich hatte große Angst. Ich fing an meine Sachen zu packen, wir mussten ganz schnell hier verschwinden. Aber schon ein paar Minuten später kam das Auto wieder und hielt vor unserem Haus an. Es rief jemand, wir müssen reden, wir tun dir nichts. Au man was sollte ich jetzt machen? Die wollten bestimmt nicht reden dachte ich, die wollen uns fertig machen. Aber da musste ich jetzt durch, ob ich wollte oder nicht. Ich wollte nicht zulassen, dass die meine Freundin mitnehmen. Aber ich entschloss mich dazu die Tür aufzumachen und ich würde alles was jetzt passiert auf mich zukommen lassen. Da ich schon immer einen Hang zu Schusswaffen hatte, war ich nicht unbewaffnet. Meinen kleinen unsichtbaren Freund hatte ich zur Sicherheit in der Tasche. Meine Angst war so groß das ich zu allem bereit war. Bevor uns jemand weh tut, brauche ich nur den Finger zu krümmen, dann sind wir Herr der Lage, das wusste ich und dieses Wissen beruhigte mich.  Als ich die Tür aufmache kamen 2 Leute rein, die ich vom Sehen und Hören her kannte. Wir gingen nach oben und redeten. Man sagte zu mir, dass ich Eier in der Hose hätte und ich so wäre wie die. Durch mein Verhalten wurde ich sofort von denen akzeptiert und war sofort ein Teil dieser "dunklen" Gesellschaft.

Jetzt begann eine Zeit, die andere nur aus Film und Fernsehen kennen. Ich rutschte ab ins Rotlichtmilieu und mein Leben veränderte sich auf einen Schlag. Nutten, Kiffen, Waffen, eben alles was mit diesen Kreisen zu tun hat, das war mein neues Leben. Ich war mit Menschen zusammen denen keiner im Dunkeln begegnen möchte. Diese Menschen, das waren meine besten Freunde geworden. Heute muss ich sagen, dass viele von diesen Menschen mehr Herz haben und ehrlicher sind als manch ein "normaler Mensch", den ich kenne. In diesen Kreisen gab es noch Zusammenhalt und Geld hat niemanden wirklich interessiert, wenn es wirklich drauf ankam. Wenn jemand von uns in den Knast gegangen ist, dann brauchte er sich keine Sorgen zu machen ums Geld, um die Versorgung der Familie, Anwaltskosten usw.. Es war alles gesichert.

Dies war mein neues ein Leben, welches wirklich auch viele Vorzüge hatte. Ich hatte mir von niemanden etwas sagen lassen und stand über den Dingen. Wenn ich etwas haben wollte, dann habe ich es mir genommen. Mit ein paar Freunden hatten wir beschlossen, uns mal so richtig die Birne dicht zu ziehen. Wir wollten uns mal wieder so richtig zu benebeln. Wir beschlossen, uns ein paar LSD Trips zu holen.

Nicht weit von mir entfernt hauste eine Rockergang, bei denen man so gut wie alles kaufen konnte. Kaufen?, daran hatte ich wirklich kein Interesse. Ich wollte  LSD-Trips, also nahm ich mir diese, ohne dafür zu bezahlen. Ich fuhr zu den Rockern und nahm mir das, was ich wollte. Dann ging es wieder ab nach Hause und wir haben uns mit den LSD Trips einen wirklich klasse Abend gemacht. Auf LSD fühlte ich mich wie in einer anderen Welt. Dieser Törn was echt etwas ganz besonderes.

Am nächsten Tag fühlte ich mich wie gerädert. Irgendwann am frühen Abend klingelte es bei mir an der Tür. Noch halb benommen und echt schlapp vom Vorabend machte ich die Tür auf. Au man, das war nicht schön dachte ich! Vor meiner Tür standen die Rocker, denen ich die LSD Trips abgenommen hatte. Sie hatten Ketten, Knüppel und Baseballschläger in der Hand. Was jetzt passieren würde, das war mir sofort klar. Ich lief die Treppe nach oben ins Wohnzimmer und wollte mich bewaffnen, um mich wehren zu können. An meiner Wand hing meine alte Harpune, diese musste ich erreichen, um mich verteidigen zu können, denn an meine Schrotflinte wäre ich nicht so schnell ran gekommen. Ich hechtete förmlich auf meine Harpune zu und sah diese schon in meinen Händen. Aber die Jungs hinter mir waren echt schnell, da hatte ich keine Chance. Im Sprung traf mich ein Baseballschläger genau auf mein Knie und ich fiel zu Boden. Da preschten die Rocker mit allen was sie in den Händen hatten auf mich ein. Ich spürte die Schläge der Eisenketten und Knüppel am ganzen Körper. Immer wieder schlugen sie auf mich ein und die Zeit schien still zu stehen.

Nach gut 5 Minuten hörten die Schläge endlich auf und ich lag am Boden. Die hatten mich total kaputt gehauen. Ich sah nur noch die Umrisse meiner Peiniger und war wie benommen. Ich war kurz davor, ohnmächtig zu werden vor lauter Schmerzen. Ich konnte mich auch kaum mehr bewegen. Dann auf einmal packte mich einer von denen mit einer Hand an meinen Hals und zog meinen Kopf dicht an sich heran. Er stammelte irgendetwas vor sich hin aber ich habe nichts verstanden, ich war wie weggetreten. In seiner anderen Hand hielt er einen Revolver mit dem er mitten in mein Gesicht zielte. Ich sah den Lauf, der  nur etwa zehn Zentimeter vor meinen Augen war. Auf einmal war ich wieder voll da. Eine eisige Stille breitete sich aus und ich vernahm ein metallisches Klicken. Das Geräusch kannte ich nur zu gut. Das war der Hahn eines Revolvers. Wie in Zeitlupe sah ich, wie der Hahn des Revolvers nach vorne schoss und ich hörte wie der Schlagbolzen auf der Patrone auftraf. In diesem Moment hörte ich einen lauten Knall und sah einen Feuerschwall direkt auf mich zukommen. Es sah aus wie Millionen Funken, die mir entgegenkam. Das Der Schuss war so laut wie ein Kanonenschlag, der in meinem Kopf gezündet wurde. Aus Reflex schloss ich meine Augen ganz fest zu. Dann wurde es heiß und ich spürte ein Brennen in meinem Gesicht. Ich hörte ein sehr lautes Piepen und mehr nicht. Dieser helle Piepton war unerträglich laut. Ich dachte, jetzt muss ich sterben. Schnell hatte ich aber realisiert, dass der Schuss ins Gesicht von einer Schreckschusspistole stammte. Nein, ich war nicht tot und wie durch Watte hörte ich meine Peiniger rumschreien. Jetzt war mir klar, dass ich etwas tun musste, aber was? Was sollte ich in meinem Zustand überhaupt noch machen? Da kam mir ein Gedanke:

Neben meinem Bett hatte ich einen Knüppel, der am Ende einen Kreis aus 200 Nägeln eingeschlagen hatte. Ich ergriff diesen und schlug wild um mich, mit diesem Morgenstern ähnlichen Knüppel. Ich lag auf dem Boden und versuchte während meiner Attacke aufzustehen, was mir aber nicht gelang. Ich habe nichts gesehen, ich war echt blind und gehört habe ich auch kaum etwas. Die Rocker sind dann panisch weggelaufen und ich lag total kaputt geschlagen auf dem Fußboden. Ich denke aber eher, dass die weggelaufen sind, weil mein Nachbar unten gerufen hatte, dass er die Polizei ruft.  Ich hörte dann, wie unser Nachbar rauf kam und er war sehr erschrocken, als er mich am Boden liegen sah, das hörte ich an seiner Stimme. Er sagte, dass er sofort die Polizei rufen würde. Ich hörte seine Worte wie durch Watte, so als sei er sehr weit weg. Sehen konnte ich nicht mehr, ich hatte höllische Schmerzen. Ich sagte zu ihm, dass er nicht die Polizei rufen sollte, sondern meine Freunde. Das tat er dann auch.

Schon nach kurzer Zeit kamen meine Freude und sie trauten ihren Augen nicht, als sie mich sahen. Mein ganzer Körper war voller blauer Flecken und mein Gesicht war total verbrannt von dem Mündungsfeuer der Schreckschusspistole. Ich muss schlimmer ausgesehen haben als ein Zombie, so blöde wie die mich angesehen haben müssen.Denn, gesehen habe ich ja kaum etwas, ich sah nur die Umrisse meiner Freunde und erkannte sie an ihren Stimmen.

Nachdem ich ihnen die Story erzählt hatte, war klar, was jetzt passieren würde. Sie trugen mich ins Auto und wir fuhren zu dem Wohnblock, in dem die Rocker hausten. Da war aber keiner zuhause, also fingen wir an, die Bande zu suchen. Wir durchsuchten die Stammkneipen und Diskotheken, wo die Bande sich immer rum getrieben hatte. Jedesmal schleppte man mich aus dem Auto und trug mich durch die Läden. Ich musste die Täter ja identifizieren. Die Menschen schauten mich erschrocken an, als sie mich sahen. Das muss auch ein Bild gewesen sein, als meine Freunde mich in meinem Zustand durch die Läden getragen haben.

Nach erfolgloser Suche beschlossen wir dann, noch einmal zu denen nach Hause zu fahren. Und siehe da, das Licht war an, die waren also daheim. Torsten, einer meiner besten Freunde bestand darauf, alleine nach oben zu denen in die Wohnung zu gehen. Keiner sollte mitkommen, das wollte er ganz alleine regeln. Er nahm nur die Hundeleine von seinem Rottweiler mit, eine Stahlkette. Mehr brauche ich nicht, sagte er und ging die Treppen hinauf.  Oben angekommen klingelte er und prompt kam jemand in Richtung Tür. Es war eine alte Holztür mir 3 Glasscheiben. Torsten holte aus und hat mit der Faust durch die Glasscheibe geschlagen, direkt in das Gesicht eines der Rocker der gerade die Tür aufmachen wollte. Torsten lief dann einfach durch die verschlossene Tür, die sofort nachgegeben hatte. Bei dem Schlag durchs Fenster hatte Torsten sich an der Scheibe die Pulsader längs aufgeschnitten, was er in seinem Adrenalinrausch aber nicht bemerkt hatte. Er stürmte die Wohnung und preschte mit seiner Stahlkette auf die Rockerbande ein. Bei jedem Schlag, den er machte, spritzte sein eigenes Blut, welches aus seiner Pulsader kam, durch die ganze Wohnung. Er rannte durch alle Zimmer und bearbeitete die Jungs mit seiner Hundekette. Dabei spritzte sein eigenes Blut an alle Wände und Decken wie aus einen Gartenschlauch, den man vorne zu hält, damit mehr Druck raus kommt. Die Wohnung sah danach aus wie auf einem Schlachthof. Alles war voller Blut. Als Torsten fertig war, kam er nach unten zu uns. Torsten war kreidebleich im Gesicht und zitterte am ganzen Körper. Sofort haben wir die Schnittverletzung an seinem Unterarm gesehen. Torsten hatte fast sein ganzes Blut verloren und er wäre beinahe in Ohnmacht gefallen. Wir fuhren sofort mit ihm ins Krankenhaus, wo sein Arm genäht wurde und er eine Bluttransfusion bekam. 

Torsten hatte die, die mich fast totgeschlagen haben, richtig fertig gemacht, so richtig fertig. Und das ganz alleine. Torsten war ein sehr aussergewöhnlicher Mensch. Er hatte vor niemanden Respekt. Egal wer vor ihm stand, für Torsten gab es nur Opfer und keine Gegner. Und Torsten war nicht groß, er war nur ca. 1,75 Meter, aber er war ein richtiges Tier. Es gab keinen der sich mit ihm angelegt hat, wirklich keinen. Leider ist Torsten sehr früh in jungen Jahren verstorben, Gott sei seiner Seele gnädig.

Ich blieb mit meiner Jugendliebe zusammen und wir beide waren gefangen in unserem neuen Leben, mit unseren neuen Freunden, in unserer neuen Welt. Diese Welt der dunklen Geschäfte, der Nutten und Drogen, das war jetzt meine Welt. Und ich war sehr gut darin. Für mich war es das ganz normale Leben. Mit der Zeit wurde meine Freundin schwanger und wir bekamen zwei Kinder. Als erstes bekamen wir eine Tochter und dann kam unser Sohn zur Welt. Wir lebten unser Leben in einer anderen Welt, einer Parallelwelt zu dem normalen bürgerlichen Leben. 

Mittlerweile war ich auch stadtbekannt und die Polizei wusste von meiner "Karriere". Ich wurde überwacht, lieferte mir Verfolgungsfahrten mit der Polizei, hatte viele Hausdurchsuchungen und etliche Gerichtsverhandlungen. Hier war alles vertreten, Diebstähle, Hehlerei, Drogen, Waffen, Schlägereien, Gewaltanwendung gegen Polizisten und vieles mehr. Ja das war mein Leben.

Im Gegensatz zu fast allen anderen hatte ich meine Probleme immer ganz alleine geklärt. Ich habe nie jemanden mitgenommen, wenn es wirklich darauf ankam. Nur mein kleiner kaltschnäuziger Freund mit 2 Zoll Lauf begleitete mich auf all meinen Wegen. Auch wenn ich große Angst hatte, ich wusste, egal wer da steht, egal wie groß, wie stark oder wie gefürchtet er ist, ich bräuchte nur meinen Finger zu krümmen und gehe als Sieger hervor. Ob ich dafür in den Knast gehe oder nicht, das war mir egal. Hier ging es nur um eines, um Macht, Ehre und Stolz.

Kapitel 3 "Ich lass das alte Leben hinter mir"

Irgendwann, als ich so 27 Jahre alt war, da eskalierte es. Ich machte etwas, was ich vorher niemals gemacht habe. Ich fing an, regelmäßig Alkohol zu trinken und harte Drogen zu nehmen. Egal was ich gemacht habe, harte Drogen hatte ich ja niemals selber genommen, außer ein oder zweimal in meinem jugendlichen Leichtsinn. Alkohol hasste ich, da ich in meiner Kindheit zu viel Leid dadurch erfahren musste. Ich war innerlich unglücklich, kalt und leer. Mit meiner Freundin gab es nur noch Stress. Sie hatte mich früher schon betrogen "mit meinem guten Freund" und das zehrte an mir all die Jahre lang. Dass sie sich für Geld verkauft hatte, das konnte ich ihr niemals wirklich verzeihen. Damit hatte sie etwas in mir kaputt gemacht, was nicht mehr wirklich zu reparieren war. Damals ist ein Teil meiner Gefühle gestorben und das für immer. Diese Gefühle sollte ich nie wieder für diese Frau haben.

Irgendwann zahlte ich es ihr heim und machte dasselbe mir ihr, was sie mir auch angetan hatte. Ich ging fremd, nur dass ich jetzt die Frau fürs Leben gefunden hatte. Von da an war das, was von unserer kaputten Beziehung noch übrig geblieben, nur noch wie eine alte Last, die ich endlich los werden musste. Ich verließ Delmenhorst und wohnte auf unserem Campingplatz, erst einmal ganz alleine. Meine Ex Freundin war so eifersüchtig, so dass sie mir verbot, meine Kinder zu sehen. Ansonsten würde sie zur Polizei gehen und mich anzeigen. Auf diesen Stress hatte ich keine Lust. Ich fuhr trotzdem immer wieder da hin, um meine Kinder zu sehen. Nur war das alles sinnlos. Meine Ex Freundin war einfach zu verbohrt. Ich strich die Segel und akzeptierte es. Ich verließ Delmenhorst komplett und wollte niemals dahin zurück kehren.

Kapitel 4 "Die erste Wandlung"

Da ich mein altes Leben hinter mich lassen wollte, beschloss ich, mich mit keinem meiner "alten Freunde" mehr abzugeben. Ich wollte nur noch mit Katrin zusammen sein. Ich verkaufte den Wohnwagen für 5000 DM und habe mir dafür ein amerikanisches Mobilheim gekauft, mit Anbau, Küche usw.

Dann begann eine sehr schwere Zeit. Der Entzug meiner über alles geliebten Kinder war viel schlimmer, als alles was ich jemals erlebt hatte. Es war ein Schmerz, der viel schlimmer war als alles Übel, was ich bisher erfahren habe. Mein Leben schien zu Ende zu sein, obwohl ich jetzt die Liebe meines Lebens gefunden hatte. Meine eigenen Kinder, mein Fleisch und Blut waren nicht mehr bei mir. Das war hart. Ich fing richtig an zu saufen und zu koksen um zu vergessen, um nicht mehr nachdenken zu müssen. Jeden Tag betäubte ich meine Sinne, um mein Gehirn abzustellen. Katrin hat das alles mitgemacht, selbst als ich im tiefsten Sumpf meines Lebens steckte und ich absolut am Ende war. Ich hatte mich aufgegeben. Aber Katrin hat mich nicht aufgegeben, ganz im Gegenteil. Immer wieder gab sie mir neue Kraft, ohne dass ich es merkte. Nach ca. einem Jahr des Dauerkomas kam ich so langsam wieder klar. Das Saufen und das Koksen wurde endlich weniger. 

Katrin hat ihre Wohnung noch behalten, aber wir wohnten bei mir im Mobilheim. Mein treuer Rottweiler AKI, der mich schon 9 Jahre begleitet hat, war immer bei mir. Katrin hat sich auch einen Rotti gekauft, den haben wir Fritz genannt. Fritz war recht groß, er hatte ca. 80 Kg Körpergewicht und 79 cm Schulterhöhe. Wir waren schon ein komischer Haufen.

Als ich die Eltern von Katrin kennen gelernt habe, konnte ich es kaum glauben, ihre Mutter Sybille und ihr Stiefvater Hans, der im Rollstuhl saß, weil er an MS erkrankt war. Das waren so liebe Menschen, so etwas kannte ich wirklich nicht. Ich wurde herzlich aufgenommen und sofort akzeptiert. Meine Vorgeschichte war denen egal, die haben nur den Menschen in mir gesehen. Ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, Mitglied einer echten Familie zu sein, ohne Streit und Gewalt. Sybille und Hans haben uns auch all die vielen Jahre unterstützt wo sie nur konnten. Ohne die Beiden hätten wir das alles nicht geschafft. Leider sind beide verstorben, Gott habe sie selig. Uns wurden die beiden liebsten Menschen genommen, die wir hatten.

Katrin hatte bei Mercedes gearbeitet, die gerade das Personal gekürzt hatten. Ihr wurde eine relativ hohe Abfindung angeboten, wenn sie selber kündigt. Das hat sie dann auch getan und so hatten wir genug Geld, um über die Runden zu kommen.

Dann hatten wir beschlossen, die Wohnung von Katrin zu kündigen und uns ein neues gemeinsames Zuhause zu suchen. Wir fanden am Otterstedter See ein Holzhaus für damals 14.000 DM. Das Mobilheim hatten wir damals für 10.000 DM wieder verkauft und davon kauften wir das Holzhaus. 7000 DM haben wir angezahlt und den Rest haben wir auf Mietkauf abgezahlt. Das war schon klasse. Nach kurzer Zeit wurde Katrin schwanger und sie brachte unseren ersten Sohn zur Welt, den Max. Wir bauten ein Zimmer an dem Holzhaus an und vergrößerten das Wohnzimmer. Wir hatten uns ein kleines Paradies auf 300 qm geschaffen. Ein Pool haben wir eingebaut und fertig war unsere Mini Villa mit satten 50 qm Wohnfläche. Aber es war sehr gemütlich. Ein kleiner Garten, eine Terrasse, ein Pool, was will man mehr dachte ich.

Kapitel 5 "Unendlicher kalter Reichtum"

Mit der Zeit lernte ich auch Katrins richtigen Vater kennen, na ja ich sollte eher sagen, ich lernte ihren Erzeuger kennen. Er kam zu uns mit seiner Nobel Limousine und er machte erst einmal einen sehr netten Eindruck. Er redete und redete wie ein Wasserfall. Es ging nur um fette Autos, Millionen Jachten und ums liebe Geld. Aber wenn wir ihm etwas von uns erzählten, dann hörte er einfach nicht richtig zu. Das schien ihn irgendwie nicht zu interessieren. Er musste nur eben raushängen lassen, wie toll er ist, wie viel Geld seine Mutter hat, viel viele tolle Yachten sie gebaut haben und und und. Es ging niemals um Katrin oder um uns. Schnell verschwand mein guter Eindruck von Katrins Vater, ich merkte, dass er sich nicht so wirklich für seine Tochter interessierte. Bei seinen Besuchen ging es immer nur darum, dass er zeigen musste, was er hatte. Immer wenn er ein neues Auto bekam, musste er seine neuen Spielzeuge präsentieren. Nur stolz konnte er nicht darauf sein, fand ich, denn erarbeitet hat er sich das nicht selber. Nein, Katrins Vater ruhte sich nur auf den Lorbeeren aus, die seine Mutter hart erarbeitet hatte. Er war sein  Leben lang immer nur Sohn. 

Ich lernte dann auch seine Mutter kennen, Katrins Oma. Schon als wir auf das Grundstück fuhren, traute ich meinen Augen nicht. Wir klingelten und schon ging das Einfahrtstor auf. Der Weg schlängelte sich durch einen richtig kleinen Park. Katrin erzählte mir, dass der gesamte Weg beheizt sei. Falls mal Schnee liegt dann schmilzt es sofort weg, so braucht man nicht Schneeschieben. Ich traute meine Ohren nicht, als ich das hörte. Von einer beheizten Einfahrt hatte ich noch nie gehört geschweige denn gesehen. Was für eine Verschwendung, dachte ich.

Die Fahrt durch die eigene Parkanlage zur Villa kam mir vor wie eine Ewigkeit. An der Villa angekommen begrüßte Katrins Oma uns, die einen wirklich sehr netten Eindruck machte. Aber ich merkte auch, dass sie in einer vollkommen anderen Welt lebte. Sie war eben eine echte Geschäftsfrau. Als ich die Villa betrat, staunte ich nicht schlecht. Ich habe schon viele teure Häuser gesehen, Millionen Villen aber die Villa von Katrins Oma übertraf wirklich alles. Solche Villen sieht man sonst nur bei Prominenten und Schauspielern. Die Villa hatte satte 1000 qm Wohnfläche. Die Fußböden aus Marmor, ein Wohnzimmer das 4 x so groß war wie unser gesamtes Haus, ein Riesen-Schwimmbecken mitten im Haus, die Wände von einem berühmten Maler gemalt und vieles mehr. Der Kühlschrank war begehbar, der alleine war schon größer als unsere gesamte Küche. So einen Luxus hatte ich noch niemals vorher gesehen. Das war ein unbeschreibliches Erlebnis. Das will ich auch, dachte ich.

Nur als ich die Familie näher kennen lernte, habe ich schnell gemerkt, dass es sich hier eher um ein Schauspiel handelt. Hier ging es nur ums Geld und um das Ansehen. Katrins Oma hat als erste deutsche Frau eine Lehre als Schweißerin gemacht und hat ihre eigene Werft in Bremen aufgebaut. Sie hat Yachten gebaut für Könige, Ölscheichs, eben für die oberen 10.000. Dann irgendwann heiratete Katrins Oma wieder. Diese Heirat war auch eine Fusion, da ihr neuer Ehemann Vorstand der so größten namenhaften Werften in Bremen war. So wurde Katrins Oma immer reicher und reicher. 

Nur wie sagt man so schön, Geld verdirbt den Charakter. So spiegelte sich auch das Leben der Familie Häfker wieder. Hier ging es wirklich nur um eines, um das Ansehen. Alles war mehr Schein als Sein. Man musste auf seine Kleidung achten, auf seine Essgewohnheiten und auf sein Umfeld, mit dem man sich abgibt. Alles war spießig und kalt. Wir hätten uns da integrieren können, aber das hätte uns unser echtes Leben genommen. Dann wären wir nicht mehr wir selber gewesen. Wir hätten unseren Freundeskreis wechseln müssen, unsere Kleidung ändern, unsere Aussprache und vieles mehr. Das wollten wir nicht. Wir wollten frei ohne Zwänge leben. Das Geld hatte uns niemals interessiert. Wir lebten lieber in Freiheit in unserer kleinen 50 qm Villa.

Das Geld macht Menschen schlecht, das merkte ich. Katrins Vater war sein eigenes Leben, das Geld und das Ansehen immer wichtiger als seine eigene Tochter. Ihr Leben lang wurde sie immer nur enttäuscht von ihm. Fast niemals meldete er sich zu ihrem Geburtstag oder zu Weihnachten. Selbst die Geburtstage seiner Enkelkinder unsererseits hatten ihn nie interessiert. Zu diesen Anlässen hat er sich fast nie gemeldet. Das hatte auch seinen Grund. Hier geht es wieder ums Ansehen. Mit seiner neuen Frau hatte er noch zwei Kinder, Katrins Halbgeschwister. Die haben immer alles bekommen, da vergisst er keinen Geburtstag und Weihnachten schon gar nicht. So wurden Katrins Geschwister immer nur bevorzugt und Katrin stand ganz alleine da. Schon als kleines Kind hat sie oft auf ihren Vater gewartet, sie hat Stunden an der Straße auf ihn gewartet. Aber gekommen ist er oft nicht. Da sieht man wie wichtig ihm seine eigene Tochter war. Das ist wirklich sehr traurig wenn ein Vater seine Tochter so behandelt. Das hat mir selber sehr weh getan.

Dadurch hat es sich so ergeben, dass wir lieber unser eigenes Leben lebten. Katrins Vater kam immer nur zu uns, wenn er neue Spielzeuge hatte, um diese zu demonstrieren, um uns zu zeigen, was er hatte. Das war in unseren Augen einfach nur lächerlich. Irgendwie tat Katrins Vater uns leid. Er war so gefangen von Geld und Ansehen, dass es ihm wichtiger war als sein eigenes erstgeborenes Kind. 

Kapitel 6 "Das böse Erwachen"

Ich habe mich seit ca. 3 Jahren von meinem alten Leben fern gehalten. Langsam gewöhnte ich mich an mein "neues" Leben, ohne Action und ohne Adrenalinkicks. Aber ich kam damit klar. Nur manchmal holte mich mein altes Leben wieder ein.

Eines Nachts bin ich wie immer vor dem Fernseher eingeschlafen, es lief irgendein Action Film. Im Fernsehen dröhnte ein Polizist mit einem Megafon: Kommen Sie mit erhobenen Händen aus dem Haus heraus. Ich nahm die Fernbedienung um den Ton leiser machen, damit ich weiter schlafen konnte. Da hörte ich wieder diese laute Stimme und diese sprach diesmal: "Herr Kampka" kommen Sie mit erhobenen Händen aus dem Haus heraus". Ich dachte: Herr Kampka das bin ja ich, der ist nicht im Fernsehen. Ich stand auf und ging raus um zu sehen was da los war.

Als ich die Tür aufmache, na ja da bot sich mir ein alt bekanntes Bild. Ich schaute in die Läufe mehrerer Maschinenpistolen, Schrotflinten und Pistolen. Unser Haus war umstellt von Polizisten mit schutzsicheren Westen. Viele Polizeiwagen, eine Hundestaffel, eben alles was die auffahren konnten, war hier vor Ort. Dann schallte eine Stimme durch das Megaphon: HINLEGEN, HÄNDE ÜBER DEN KOPF. Au man, da hatte ich gar keinen Bock drauf. Ich drehte mich um und ging mit mulmigem Gefühl wieder in Richtung Haus. Ob ich da jemals ankommen sollte, das wusste ich in diesem Augenblick selber nicht. Ich dachte nur, in den Rücken werden die mir ja wohl nicht schießen. Ein Polizist schrie, hinlegen sonst schießen wir. Gut habe ich mich nicht gefühlt aber was soll es dachte ich mir, ich lege mich nicht hin und ging wieder ins Haus. Ich machte die Tür hinter mir zu und war froh, unbeschadet hier drin angekommen zu sein.

Ich überlegte warum die hier waren. Die dröhnten wieder mit ihrem Megafon rum, ich solle mit erhobenen Händen aus dem Haus raus kommen. Ich antwortete, wenn ihr was von mir wollt dann kommt rein, aber nur einer. Dann kam ein Polizist zur Tür und fragte, ob ich bewaffnet sei. Ich sagte nein ich bin unbewaffnet und die Tür ist auf, du kannst gerne rein kommen. Als er rein kam fragte ich ihn, was ich verbrochen habe, welche Umstände rechtfertigen so einen Aufwand?. Man muss dazu sagen, der Otterstedter See ist ein Wochenendgebiet mit kleinen 200-300 qm Grundstücken, wie ein größerer Campingplatz. Unsere Nachbarn räumten teilweise ihre Häuser, weil sie dachten dass eine Schießerei gleich los geht. Der eine Nachbar dachte an Bombendrohungen und hatte angefangen, sein Hab und Gut in Sicherheit zu bringen. Er räumte sein Haus. Ihr könnt euch ja vorstellen, dass die Nachbarn das nicht schön fanden.

Aber zurück zum Geschehen: Auf meine Frage hin was los ist sagte der Polizist: Es geht um Kindergeld und ich sei nicht gemeldet. Ich fragte ob die nicht ganz dicht sind, kommen hier her, mit mehreren Einsatzwagen, Hundestaffel, Maschinenpistolen usw., nur weil ich nicht gemeldet bin und es um den Unterhalt für meine Kinder geht?. Ich kann hier ausziehen, sagte ich zu dem Polizisten. Was denken meine Nachbarn jetzt? So etwas haben die noch nie erlebt. Ich fragte wieso? Was rechtfertigt so einen Einsatz wegen Kindergeld und keiner Meldeadresse? Der Polizist antwortete mir: wir haben Order von der Polizei Delmenhorst bekommen, dass Herr Kampka schwer bewaffnet ist und sehr gefährlich sei. Bitte nur mit äußerster Vorsicht vorgehen und mit hohen Sicherheitsmaßnahmen. Au man so ein scheiß dachte ich, was soll es, da muss ich jetzt durch. Die Polizisten hatten einen Haftbefehl und brachten mich in die JVA Oldenburg. Das war natürlich an einem Freitag und da macht der Richter nichts am Wochenende. Na ja, ich hatte hier viele alte Freunde wieder getroffen und es war klasse hier. Sofort am Montag hatte mein Anwalt mich da raus geholt. Der kurze Gefängnisaufenthalt war wie ein kleiner Wochenendausflug mit alten Freunden für mich.

Kapitel 7 " Ab in den Wald"

Nach diesem Vorfall haben wir beschlossen uns ein neues Zuhause zu suchen. Der Verpächter vom Grundstück war eh komisch und legte uns nahe, einen von unseren beiden Rottweilern abzuschaffen, da nach neuer Verordnung nur noch 1 Hund erlaubt sei. Na ja, dass es andere Gründe hatte, warum er uns los werden wollte das war mir von vorne herein klar.

Schon nach kürzester Zeit fanden wir ein altes baufälliges Holzhaus mitten im Wald, auf ca. 5000 qm Grundstück. Das Haus haben wir fast komplett abgerissen und mit Hilfe von Freunden haben wir uns da ein schönes Holzhaus gebaut. Wir hatten da ca. 80 qm Wohnfläche. Katrin hatte den Beruf des Tischlers erlernt und so war es ein leichtes, unseren Traum zu verwirklichen. Katrins Eltern Sybille und Hans haben uns dabei sehr geholfen. Die beiden haben uns unterstützt, wo sie nur konnten. Ohne die beiden hätten wir unseren Traum nicht realisieren können.

In der Zwischenzeit wurde unser zweiter Sohn Jan geboren. Wenn Katrin arbeitete, kümmerte ich mich um das Haus und um die Kinder. Unser Waldleben war richtig schön. Aber irgendetwas fehlte mir, ich saß immer wie auf Kohlen da. Kein Adrenalin, einfach nichts mehr. Ich führte ein stinknormales Leben, na ja bis auf ein paar Kleinigkeiten die jetzt folgen.

Kapitel 8 "Und wieder die Polizei"

Ich war das erste Mal so richtig krank und hatte eine richtig fette Grippe mit Lungenentzündung. Die Gerichtsverhandlung stand an, wegen dem Unterhalt. Mir ging es so beschissen, dass ich zum Arzt ging. Der war ganz entsetzt, ich hatte eine schwere Lungenentzündung und bekam strengste Bettruhe verordnet. Knallharte Medikamente gab es auch noch. Ich bekam ein Attest, dass ich nicht zur Gerichtsverhandlung gehen könnte, wegen meiner Lungenentzündung. Dieses Attest faxte Katrin zum Gericht mit einem Schreiben, dass ich nicht an der Verhandlung teilnehmen kann. Kurze Zeit später kam ein Polizeiwagen bei uns auf den Hof gefahren. Der Polizist klingelte und wir haben ihn herein gebeten. Er wollte mich mitnehmen zur Verhandlung, er sagte er habe eine richterliche Anordnung. Ich fragte ihn, ob die noch ganz klar kommen. Ich war wirklich schwer krank und konnte nicht an einer Gerichtsverhandlung teilnehmen. Das war dem Polizisten egal, er forderte mich auf, sofort mit zu kommen. Wenn ich mich nicht füge, würde er Gewalt anwenden und mich in Handschellen mitnehmen. Ich sah seine Hand, die meiner Meinung nach irgendwie in Richtung Holster ging. Er wollte zur Waffe greifen, dachte ich. Sofort griff ich nach etwas, um mich zu verteidigen und machte dem Polizisten klar, dass es besser für ihn ist, wenn er nicht zur Waffe greife und dass er jetzt gehen sollte. Unverzüglich verließ der Polizist unser Haus und entfernte sich vom Grundstück. Na ja, wie nicht anders zu erwarten war, dauerte es nicht lange und eine ganze Mannschaftsstaffel kam zu uns in den Wald. Ein Streifenwagen nach dem anderen. Auch wenn ich schwer krank war, verhaften lassen wollte ich mich nicht, da dieses nicht rechtens war. Ich hatte nur Socken, ein kurzärmliges T-Shirt und eine Jogginghose an. Ich sah, wie die Polizisten ausstiegen und auf unser Haus förmlich zustürmten.

Ich beschloss, wegzulaufen, weil ich mich nicht zu unrecht verhaften lassen wollte. Also, ab nach draußen, ohne Schuhe, ohne Pullover und ohne Jacke. Zu meinem Unglück war auch noch Winter und es lag hoch Schnee. Es schneite sogar richtig heftig. Ich war kaum weggelaufen, da hörte ich die Polizeiwagen durch die Waldwege fahren, die mich suchten. Auf einmal hörte ich ein lautes Dröhnen und es wurde windig. Ich schaute nach oben und konnte meinen Augen nicht trauen. Ein Polizeihubschrauber flog im Tiefflug über den Wald und suchte mich auch. Nicht nur, dass man wieder eine ganze Mannschaft schickte um mich zu verhaften, nein diesmal schicken die auch noch einen Hubschrauber. Und das alles wegen einer Gerichtsverhandlung wegen Unterhalt, zu der ich nicht kommen konnte, weil ich wirklich schwer krank war. Das ist wirklich unglaublich. Was der Spaß wohl wieder gekostet hat?

Ganz wohl war mir nicht bei der Sache, als der Hubschrauber über mir kreiste. Ich hatte im Fernsehen gesehen das die Infrarotgeräte hatten und wusste, dass die mich so sofort orten konnten. Ich hatte mich in den Schnee gelegt und mich komplett mit diesem bedeckt. Ich dachte, so können die mich nicht orten, was anscheinend auch stimmte. Da lag ich nun, halbnackt und todkrank mitten im Wald, unter einem Schneeberg. Mir war saukalt, ich zitterte und ich kam mir vor wie ein Eisblock. Ich lag Ewigkeiten unter dem Schnee, wie lange genau das kann ich nicht sagen. Ich wartete so lange, bis der Hubschrauber weg war und kämpfte mich durch die eisige Kälte zurück zu unserem Haus. Ich beobachtete es und sah dass die Luft rein war. Die Polizei war weg. Ich ging ins Haus und war total unterkühlt. Meine Hände, Füße, Lippen usw. waren blau.

Um weiteren Ärger zu vermeiden stellte ich mich dann selber der Polizei, die schon nach ein paar Minuten wieder auftauchten. Noch einmal würde ich nicht in die eisige Kälte wollen. Die Polizisten fuhren mit mir sofort zum Gesundheitsamt, wo ein Arzt untersuchen sollte, ob ich haftfähig bin. Na ja und dann geht es mal wieder ab in den Knast dachte ich, die haben ja auch Knast-Krankenhäuser.

Beim Gesundheitsamt angekommen, lieferten die beiden Polizisten mich beim Doktor ab. Der sah gleich, wie schlecht ich aussah und untersuchte mich. Dann schickte er mich raus und holte die beiden Polizisten zu sich herein. Ich hörte wie der Doktor lauthals mit den Polizisten schimpfte und seine Worte waren: Seid ihr noch normal? Der Mann ist todkrank, er hat eine schwere Lungenentzündung und über 40 Grad Fieber. Der gehört ins Bett. Au man, was war ich erleichtert, als ich diese Worte hörte. Da ich nicht ins Krankenhaus wollte, ließ ich mich von den Polizisten wieder nach Hause fahren. Das Seltsame war, ich habe niemals wieder etwas von der Gerichtsverhandlung wegen Unterhalt gehört, diese hat nie stattgefunden.

Kapitel 9 "Das alte Leben holt mich ein, ich wurde erschossen"

Im Jahr 2000 sollte sich mein ganzes Leben von Grund auf ändern. Eines Abends kam Katrins Schwester mit ihrem Freund zu uns und die beiden sahen nicht gut aus. Was ist passiert, fragten wir? Katrins Schwester hatte damals den falschen Umgang gehabt, den falschen Ex-Freund. Sie bekam Besuch in ihrer Wohnung von ihrem Ex und seinen Kumpels. Diese haben Sie und ihren Freund aus ihrer Wohnung geschmissen und gesagt, wenn die noch mal hier gesehen werden, in der Wohnung oder im gesamten Wohnviertel dann würde man sie prügeln und "entsorgen", mal harmlos ausgedrückt. Na ja, die beiden hatten solche Angst und wollten nicht mehr in ihre Wohnung zurück. Um Ärger zu vermeiden sagte ich, dass wir zur Polizei gehen und eine Anzeige machen. Sie sagte: da waren wir schon, die können nichts machen, da niemandem etwas passiert ist. Hmmmmm, mir war eh langweilig und ein kleiner Adrenalinkick kommt bestimmt ganz gut, dachte ich. Ich mag es nicht wenn man andere Menschen bedroht, und schon gar keine Frauen. Ich habe beschlossen, unsere "Freunde" zu besuchen und wollte sie darum bitten, meine Schwägerin in Ruhe zu lassen. Da ich nicht wusste, wie viele es waren, habe ich meinen großen Freund mitgenommen, eine abgesägte Schrotflinte. Links im Lauf eine Patrone 00 Schrot (8 Kugeln a 9,2 mm) und im rechtem Lauf steckte ein Brenneke Geschoss (eine Stahlkugel ca. 18 mm Durchmesser mit Bleiummantelung). So brauchte ich mir keine Sorgen zu machen, dass man mich überrumpelt. Ich wollte die besuchen und denen lediglich sagen, die möchten meine Schwägerin und ihren neuen Freund in Ruhe lassen. Ich wollte niemandem etwas tun. Mein großer Freund dient eher zum Selbstschutz und zum Beeindrucken. Ich mag es nicht wenn man Schwächeren Angst macht, und schon gar nicht, wenn es um die Familie geht.

Ich war so aufgeregt, dass ich uns vom Griechen noch eine riesen Grillplatte holte und eine Flasche Ouzo. Der Alkohol sollte mich ein bisschen lockerer machen. Nachdem wir den Festschmaus zu uns genommen haben, sind wir drei (Katrin ist zuhause geblieben) dann nach Bremen gefahren. Dort angekommen stieg ich aus und ging zu dem Haus. Ich klopfte und klingelte, aber es machte keiner auf. Dann habe ich mir selber Zutritt zu dem Haus verschafft, denn so eine Tür hält ja auch nicht ewig. Ich ging zur Wohnung und verschaffte mir auch da Zutritt. Mir kam jemand entgegen, dem ich gleich den kalten Lauf meiner abgesägten Schrotflinte spüren lies und fragte ihn ganz höflich, wo denn der (Anführer) ist. Gleichzeitig ging die Schlafzimmertür auf und eine Frau/Mädchen kam da raus, sie schaute ganz entsetzt, als sie die Situation erkannte. Sie schrie und weinte, ich bin schwanger, bla bla bla. Ich versicherte ihr, dass ich ihr nichts tun werde, aber bat sie eindringlich darum, wieder ins Schlafzimmer zurück zu gehen, was sie auch sofort Tat. Dann kümmerte ich mich weiter um den Mann, der mir zitternd erzählte, dass der "Anführer" sich im Keller versteckt hätte. Ich sagte ihm, er soll ins Schlafzimmer zu der Frau gehen und nicht mehr raus kommen, was auch er sofort tat.

Ich ging umgehend in den Keller um den "Anführer" zu finden, damit ich ihm endlich klar machen konnte, dass er meine Familie in Ruhe lassen soll. Ich durchsuchte den Keller, fand aber niemanden. Dann wollte ich wieder nach oben gehen. Was ich nicht gewusst habe ist, schon als ich mir unten Einlass verschafft habe, ist der "Anführer" oben aus dem Fenster gesprungen und ist abgehauen. Übers Handy hat er die Polizei alarmiert und er hat gesagt er wird überfallen mit Waffengewalt, bewaffneter Raubüberfall.

Oben an der Treppe stand ein Polizist der ohne Warnung dreimal hinter einander auf mich geschossen hat. Eine Kugel traf meinen Oberarm, eine Kugel traf mein Bein und eine Kugel traf meinen Bauch. Der Bauchschuss hat meinen Magen quer/seitlich durchschlagen und hat Organe wie Leber, Milz, Nieren und meinen Magen förmlich zerfetzt. Das Ausschussloch ist so groß wie eine Tomate. In welcher Reihenfolge die Kugeln eingeschlagen haben, das weiß ich leider nicht mehr. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass ich zusammen gekrümmt in meiner eigenen Blutlache lag, die sehr schnell immer größer wurde. Ich dachte scheiße, das war es und dann dann gingen mir die Lichter aus.

Kapitel 10 "Der nächste Tag"

Am nächsten Tag bin ich im Krankenhaus aufgewacht und war verwundert, warum ich da lag. Ich wusste nicht mehr was passiert ist. Als man mir erzählt hat, dass ich angeschossen worden bin, konnte ich es nicht glauben. Der Arzt sagte, ich habe so viel Blut verloren, es ist ein Wunder das ich noch lebe. Ich konnte das gar nicht verarbeiten. Meine Frau war auch da und sie sagte später, ich habe sogar schon wieder gemeckert. Ich sollte so schnell wie möglich ins Gefängnis-Krankenhaus überstellt werden und dann geht es ab in den Knast, sagte man zu mir. Das war alles zu viel für mich, ich wurde müde und schlief ein. Das sollte aber für eine längere Zeit sein.

Meine Frau kam nachmittags wieder ins Krankenhaus, um mich auf der Intensivstation zu besuchen. Die Ärzte sagten, das geht nicht "man arbeite gerade an ihm". Da ich die letzten 15 Jahre nie richtig krank war, ging ich natürlich niemals zum Arzt, warum auch, wenn es einen gut geht?. Was ich nicht gewusst habe, ich hatte ein riesiges Magengeschwür, das fast so groß war wie ein Fußball. Dieses ist aufgeplatzt und ich war ein zweites Mal tot und das innerhalb von nur 16 Stunden. Mein Herz schlug nicht mehr. Mein Glück war, dass zufällig der Patient auf meinem Zimmer der Intensivstation gerade wiederbelebt worden ist. Diesen unglücklichen Umständen habe ich es zu verdanken, dass das Elektroschock-Gerät zum Wiederbeleben direkt neben meinem Bett stand. Als erstes versuchte man, mich mit einer Herzmassage und Sauerstoff wieder zu beleben. Dabei hat man mir die Rippen meines Brustkorbes gebrochen, da habe ich jetzt noch eine Senke über dem Herzen. Dann hat man mit dem Elektroschock-Gerät mehrfach versucht, mich wieder zu beleben. Ich bekam so viele Stromstöße, dass meine Haut an der Brust verbrannt war. Ich habe da jetzt noch 2 dunkle Stellen. Dann, nach einigen Elektroschocks, fing mein Herz wieder an zu schlagen. Ich bin aufgewacht, aber die Ärzte mussten mich in ein künstliches Koma versetzen, da meine Verletzungen zu schlimm waren. Als ich im Koma war, habe ich viel gesehen. Ich habe ein Leben gelebt und konnte mich an fast alles erinnern. Ich erinnerte mich an Personen, so wie ich Erinnerungen an meine Oma habe. Ich brauchte Monate, um zu verarbeiten, welches Leben die Realität ist und welches ein Traum.

Auf jeden Fall war ich ein paar Tage im Koma. Als ich wieder aufwachte, war ein Ärzteteam bei mir. Ein Doktor sagte zu mir, dass ich ihm unheimlich bin. Ich dürfte nicht mehr auf dieser Welt sein. Dann sagte er ich könne Gott danken und dem Mann der auf mich geschossen hat. Er sagte: Hätte der nicht auf Sie geschossen, wären Sie jetzt tot. Ich verstand gar nichts mehr, ich war so geschwächt und kam gar nicht klar, was eigentlich los ist. Ich hatte es nicht realisiert, dass auf mich geschossen wurde. Erst als ich den riesigen Fixateur an meinem Bein sah, wurde mir klar, dass dieses kein Traum war. Der Doktor erklärte mir, dass ich ein Magengeschwür hatte, welches so fortgeschritten war, dass es ohnehin geplatzt wäre. Sein Wortlaut war: Egal an welchem Ort der Welt sie sich befunden hätten, das hätten Sie nicht überlebt. Sie haben nur Glück gehabt, dass Sie auf der Intensivstation waren, ein Ärzteteam vor Ort war und der Wiederbelebungs-Apparat geladen neben ihrem Bett stand. Selbst wenn Sie jemanden im Krankenhaus besucht hätten, hätten Sie das nicht überlebt. Sie haben nicht nur einen Schutzengel, sie müssen tausende Schutzengel haben. Au man, jetzt wurde mir ganz anders nach seinen Worten. Aber von dem Moment an wusste ich eines, ich habe eine Aufgabe auf dieser Welt, bevor ich diese nicht erfüllt habe, werde ich nicht sterben. Unser Leben steht geschrieben, es ist vorbestimmt. Du stirbst erst, wenn deine Zeit gekommen ist. Das decke sich mit dem, was ich in meinem Koma erlebt habe. 

Nach ein paar Stunden kam eine Schwester und ein Arzt, man sagte: Wir müssen da mal was reinigen. Ich dachte mir nichts Böses dabei und die Schwester fing an, den Verband um meinen Bauch abzuwickeln. Dann auf einmal griff sie in Richtung Bauchnabel und klappte meinen Bauch auf. Die eine Hälfte nach rechts und eine Hälfte nach links. Sie sagten trocken, wir können den Bauch noch nicht zu nähen, wir müssen das beobachten und reinigen. Ich sah nach unten und bekam einen Schock, als ich meinen offenen Magen sah. Ich dachte, das ist doch ein Traum, ich bin in einem Horrorfilm gelandet. Doch leider war das die harte Realität. Das ging so ca. eine Woche so. Ich traute mich nicht, mich zu bewegen, ich hatte Angst, weil ich ja wusste, dass mein Bauch nicht zugenäht war. Dieser wurde aber nur mit einem Verband gehalten. Das war der Horror pur, wirklich wie im Film.

Nach ca. einer Woche nähte man mir endlich meinen Bauch zu und die Genesung begann. Ich wusste aber nicht mehr, was an jenem Abend vorgefallen ist, als man mich nieder geschossen hat. Die Erinnerung war weg und es sollte sehr lange dauern, bis diese wieder kam.

Aber ich hatte trotzdem ein gutes Gefühl, ich spürte dass ich nicht alleine war. Etwas wollte nicht, dass ich sterbe, etwas hat mich beschützt. Ich habe es in meinem Koma gesehen, in verschiedenen Gestalten aber dazu eventuell mehr in einer anderen Geschichte.

Kapitel 11 "Die erste Genesung"

Nach ein paar Wochen hat man mich aus dem Krankenhaus entlassen. Ich war so schwer verletzt, dass ich nicht ins Gefängnis konnte, man lies mich nach Hause. Ich hatte ein riesiges Drahtgestell im Bein und laufen konnte ich nicht mehr. Nach einem halben Jahr konnte ich wenigstens an Krücken laufen. Ohne Katrin, die in den schlimmsten Zeiten immer zu mir gehalten hat, hätte ich das nicht geschafft. Ich musste wieder fit werden, um für meine Familie da zu sein.

Man präsentierte mir die Deutschlands bekannteste Klatschzeitung von dem Tag, nach dem man mich angeschossen hat. Ich hatte die erste Seite, die Startseite der Klatschzeitung mit der Überschrift "Ex Freundin schickt Killerkommando" . Ich war also das Killerkommando, was für ein Schwachsinn, dachte ich. Ich habe die alte Zeitung aus dem Jahr 2000 leider nicht mehr. Auf jeden Fall war da auch ein Bild von Katrins Schwester, mit einem schwarzen Balken über den Augen, so weit ich mich erinnere. Wenn man die Tatsache bedenkt, dass ihre Oma eine von den oberen 10.000 ist und hohes Ansehen genießt, ist das kein gutes Aushängeschild für die Familie Häfker gewesen.

Das riesige Drahtgestell musste über ein Jahr in meinem Bein bleiben, von innen verschraubt und außen das Gestell. Die Kugel hatte ein richtiges Stück von meinen Schienbeinknochen förmlich raus geschossen. Da fehlten ein paar Zentimeter des Knochens. Der Knochen musste erst einmal nachwachsen. Die arme Katrin hat sich so aufgeopfert für mich, sie hat mich im Rollstuhl durch die Gegend geschoben, sie hat mich gewaschen, sie war mit mir auf Toilette usw. Das war eine harte Zeit. Es hat über 6 Monate gedauert, bis ich meine ersten Schritte an Krücken machen konnte. Nach einer langen Zeit war an laufen noch nicht zu denken, ohne Krücken. Auch nach 10, 11, 12 Monaten schaffte ich es nicht, ohne Krücken zu laufen. Besserung war nicht in Sicht. Ich dachte, ich muss ewig an Krücken laufen.

Dann, an einem schönen Sommertag in unserem Wald, ging ich zum Postkasten. Das war so 13 Monate nachdem ich angeschossen worden bin, glaube ich, so weit ich mich erinnere. Auf einmal hatte ich das Gefühl, ich muss versuchen zu laufen, jetzt geht es, sagte irgend etwas in mir, oder sogar zu mir, es ist sehr schwierig das richtig zu definieren. Ich hielt die erste Krücke nach oben und dann nahm ich langsam die zweite Krücke nach oben. Es war wie ein Wunder, ich stand ganz alleine. Das war ein unbeschreiblich tolles Gefühl. Dann setzte ich langsam einen Schritt nach vorne und es klappte. Das war der pure Wahnsinn. Dann kam der nächste Fuß und wieder der nächste. Das war eines der besten Erlebnisse in meinem ganzen Leben. Ich schrie ganz laut, Katrin, ich kann gehen. Ich musste heulen vor lauter Freude. Die Tränen schossen mir aus den Augen. Von dem Moment an ging es Tag für Tag besser. Nach ca. 14 Monaten kam der Fixateur aus meinem Bein. Endlich hatte ich nicht mehr diese Last zu tragen, mein Bein fühlte sich an als wenn es um Tonnen leichter geworden ist.

Kapitel 12 " Das Bein, Das Bein"

Endlich, nach so einer langen Zeit der Ungewissheit, konnte wieder laufen. Das war ein unbeschreiblich tolles Gefühl. Das einzige was mich schwer belastete, waren die Dauerschmerzen des Bauchschusses. Ein Schmerz der durchgehend da war, ein Schmerz an den man sich nur gewöhnen konnte. Aber laufen und alles andere klappte so langsam wieder ganz gut.

Es war ein schöner Tag und ich ging auf die Veranda. Da stolperte ich über den Tretroller der Kinder, der auf der Veranda lag. Sofort brach mein Bein wieder an der Stelle, wo die Kugel es zerfetzte. Mich überkam ein Schmerz, wie ich ihn noch niemals zu vor erlebt hatte. Es war ein Splitterbruch, die Knochen kamen durch das Fleisch raus. Es war ein offener Bruch. Ich hatte solche Schmerzen, ich habe geschrien wie ein kleines Kind. Katrin kam und traute ihren Augen nicht, als sie mein Bein sah. Sie rief sofort den Notarzt. Da wir mitten im Wald gewohnt haben, dauerte es Ewigkeiten bis der Arzt kam. Ich hatte Höllenschmerzen, ein Schmerz der wirklich unbeschreiblich war. Ich hatte schon viel Leid erfahren, ich habe mir die Knochen gebrochen, ich wurde verprügelt mit Ketten, Baseball-Schlägern, mir wurde aus 10 Zentimeter ins Gesicht geschossen mit einer 9mm Schreckschusspistole, so dass mein ganzes Gesicht Verbrennungen hatte von dem Mündungsfeuer. Das alles hat zwar irgendwie weh getan, aber nicht so richtig. Das war kein Grund zum Schreien oder Heulen. Aber dieser offene Splitterbruch an meinem eh schon zerschossenen Bein war wirklich die Hölle.

Das Warten auf den Krankenwagen dauerte Ewigkeiten, es kam mir vor, als wenn Jahre vergehen würden. Ich krümmte mich vor Schmerzen und schrie wie am Spieß. Im Krankenhaus angekommen, machte man mir einen Verband um. Da der Bruch sehr kompliziert war, mussten die Ärzte beraten, was jetzt mit meinem Bein passiert. Ich wollte einfach nur zurück nach Hause. Ich habe seit meinen Erlebnissen, nachdem ich angeschossen wurde, panische Angst vor Krankenhäusern. Immer wieder sah ich die Bilder von meinem offenen Bauch und vieles mehr. Ich wollte mich nicht mehr operieren lassen, ich wollte nur noch nach Hause. Mir war alles egal und ich schleppte mich von meinem Bett aus in einen Rollstuhl. Mit diesem Rollstuhl machte mich auf den Weg nach Hause. Ich war in Rotenburg im Krankenhaus, also stand mir ein langer und harter Weg bevor, mit meinem frisch gebrochenen Bein. Als ich so ca. 20 Minuten unterwegs war, kam mir schon Katrin mit dem Auto entgegen, die ja zu mir ins Krankenhaus wollte. Sie hielt an und schaute mich ganz entgeistert an. Ihre ersten Worte waren, bist du wahnsinnig? Was machst du hier auf der Straße im Rollstuhl? Ich dachte, die operieren dich. Ich schaute ihr in die Augen und fing an zu weinen. Ich sagte, dass ich auf keinen Fall ins Krankenhaus zurück gehen wollte, ich will nach Hause, sagte ich mit weinender Stimme. Da die Liebe meiner Frau zu mir größer war als ihre Vernunft, half sie mir, ins Auto rein zu kommen. Dann fuhren wir nach Hause.

Dort angekommen schleppte sie mich aufs Sofa. Durch die Medikamente und das Adrenalin hatte ich erst einmal keine Schmerzen mehr. Aber diese ließen nicht lange auf sich warten. Ich saß auf meinem Sofa mit meinem offenen Bruch und weigerte mich ins Krankenhaus zu gehen. Irgendwann abends schlief ich vor Erschöpfung ein. Am nächsten Tag bin ich aufgewacht und der Schmerz ging durch meinen ganzen Körper. Dieser Schmerz, der war nicht schön. Aber meine Angst ins Krankenhaus zu gehen war größer als der Schmerz. Meine liebe Katrin hat gegen aller Vernunft zu mir gestanden und belastete mich auch nicht mehr damit, zu versuchen, mich ins Krankenhaus zu bringen. Es vergingen weitere zwei Tage voller Schmerzen. Ich konnte nicht auf Toilette, Katrin hat mir einen Eimer gebracht, mich gewaschen usw. Ich kenne keinen Menschen, der das mitgemacht hätte. Katrin hat sich immer für mich aufgeopfert und hat immer an meiner Seite gestanden, auch in den schwersten Zeiten, dafür danke ich ihr, ich würde jederzeit für sie sterben.

Dann kam uns eine Freundin aus Delmenhorst besuchen. Als sie mich auf dem Sofa sah und meine Geschichte hörte, traute sie ihren Augen und Ohren nicht. Sie ist Krankenschwester und machte mir klar, dass ich mein Bein verlieren werde, wenn ich es nicht operieren lasse. Nach vielen Stunden des Redens entschloss ich mich dazu, mit ihr nach Delmenhorst ins Krankenhaus zu fahren. Hier waren auch meine alten Freunde und meine Eltern. Katrin und Sandra schleppten mich ins Auto und wir fuhren nach Delmenhorst ins Krankenhaus. Die liebe Sandra, die ja im Krankenhaus arbeitete, redete mit den Ärzten und Schwestern. Sie erklärte ihnen meine Situation, meine Angst vor Ärzten und Krankenhäusern. Ich muss sagen das hat mir geholfen, ohne Katrin und Sandra wäre ich niemals ins Krankenhaus gegangen, ich wäre wirklich lieber gestorben.

Dann untersuchte man mit Erschrecken mein Bein und beschloss, dass eine sofortige OP notwendig ist. Man operierte mich und setzte mir eine Edelstahlplatte ins Bein. Man sagte mir die hält, das Bein wird an der Stelle nicht mehr brechen. Wenn der Knochen zusammengewachsen und stabil ist dann kommt die Stahlplatte wieder raus. Gut, dachte ich und schon ging es ab zur OP. Als ich wieder aufwachte hatte ich Schmerzen im Bein. Ich bekam sehr starke Schmerzmittel. Es vergingen einige Tage und mein Bein wurde immer dicker anstatt dünner. Die Farbe wurde dunkler, mein Bein fing an schwarz zu werden. Es wurde nicht besser. Die Ärzte sagten schon, dass ich damit rechnen müsste, dass man mir mein Bein eventuell abnehmen muss. Ich habe zu lange gewartet, ich hätte sofort ins Krankenhaus gehen sollen. Ein eiskalter Schauer überkam mich und ich war geschockt. Besserung war also nicht in Sicht.

Ich lag in meinem Krankenbett und sehnte mich nach meinem Zuhause, nach Katrin, nach den Kindern und nach unseren beiden Rottweilern Fritz und Aki-Linde. Ich wollte nach Hause, ich fühlte dass ich hier raus musste, hier konnte ich nicht gesund werden. Ich rief Katrin an und sagte zu ihr, dass sie mich schnell abholen muss. Da sie wusste, wie schlecht es um mein Bein steht, sagte sie, dass sie mich auf keinen Fall abholt. Gut, dachte ich und wollte ein Taxi rufen. Dann kamen die Ärzte und sagten mir, die einzige Chance mein Bein eventuell zu retten, diese Chance hätte ich nur im Krankenhaus. Das war mir egal, ich wollte nur nach Hause. Ich kroch aus meinem Bett (laufen konnte ich ja nicht, auch nicht an Krücken) und schleppte mich in den Rollstuhl. Auf dem Flur angekommen kam mir dann auch schon Katrin entgegen die zu mir sagte, dass ich hier bleiben muss. Ich machte ihr klar, dass ich nach Hause möchte. Sie war schon bereit, mich mit zu nehmen, da kamen Ärzte und Schwestern, die auf Katrin einredeten. Wenn Sie ihren Mann jetzt mitnehmen, dann wird er sein Bein verlieren. Nur hier im Krankenhaus hat er die Chance, gesund zu werden. Katrin glaubte den Ärzten und sagte zu mir, ich sollte doch einsehen, dass es besser für mich ist, hier zu bleiben. Ich sagte, das ist mir egal, dann rufe ich mir ein Taxi. Die Ärzte meinten noch, dass ich den Rollstuhl hier lassen müsste. Grrrrrrr, das war nicht gut, dachte ich und ließ mich auf den Boden sacken. Ich sagte, ich bin hier nicht im Knast, ich bin ein freier Mensch, keiner kann mich dazu zwingen hier zu bleiben. Auf dem Bauch liegend schleifte ich mich durch den Flur in Richtung Fahrstuhl, mir war alles egal, ich wollte nach Hause. Dann kam Katrin hinter her mit den Worten, du Dickschädel machst eh was du willst, ich nehme dich mit nach Hause. Ich sah Katrin an und musste weinen, weinen vor lauter Freude, Freude, dass sie mich mitnimmt. Sie half mir den schweren Weg bis ins Auto und wir fuhren nach Hause. Ich war körperlich und seelisch am Ende. Ich hatte lange nichts Richtiges gegessen, ich hatte mega viel abgenommen und ich war zugedröhnt mit Schmerzmitteln.

Kapitel 13 "Wunder geschehen

Zuhause angekommen schleppte Katrin mich auf mein Sofa, ich saß endlich wieder auf meinem Platz, auf meinem geliebten Sofa. Als erstes habe ich mir einen (was???) gebaut. Schon nach dem ersten Zug von meiner Wasserpfeife kam das erste Mal das Gefühl des Wohlbefindens auf. Nach kurzer Zeit bekam ich Hunger, einen richtigen Fressflash. Ich habe alles rund um mich hinnein gefressen. Es war ein richtig schöner Tag, irgendwie einer der schönsten in meinem Leben, obwohl alles andere, echte "Scheiße" war. Ich war kurz davor, mein Bein zu verlieren.

Morgens aufgewacht mussten wir sofort nach Delmenhorst ins Krankenhaus, denn ich sollte jeden Tag zur Kontrolle kommen. Mein Verband saß irgendwie komisch, er war lockerer, na ja egal, erst mal einen Zug von meinem Bong und dann schleppte Katrin mich ins Auto. Wir fuhren ins Krankenhaus. Schmerzen habe ich irgendwie nicht mehr verspürt, was mir zu dem Zeitpunkt gar nicht bewusst geworden ist. Im Krankenhaus angekommen, durfte ich gleich durch ins Behandlungszimmer, alles per Rollstuhl. Der Doktor nahm den Verband ab, schaute mein Bein an und ihm fiel förmlich die Kinnlade runter. Er schaute mich an und sage diese Worte, die ich nie wieder in meinem Leben vergessen werden: "Oh mein Gott, ein Wunder ist geschehen", was haben Sie gemacht? Ich sagte trocken, ich habe gekifft, ich habe gelacht, ich habe gegessen, ich war zuhause! Der Doktor schaute mich ganz entgeistert an und wusste nichts mehr zu sagen. Er untersuchte das Bein und sagte, so etwas habe er noch nie erlebt, in seiner ganzen Laufbahn als Arzt. Das war hier passiert ist, das ist wissenschaftlich nicht möglich. Das war das erste Mal, dass ich darüber nachdachte, wieso so etwas passieren kann. Ich glaube nicht an Wunder, irgend etwas ist bei mir und beschützt mich, jemand hilft mir, oder sind es die verborgenen Selbstheilungskräfte? Irgendwie kam ich auch in diesem Moment nicht klar.

Mein Bein, welches gestern noch richtig dick und angeschwollen war, das gestern dunkel, fast schwarz war, das sah heute ganz anders aus. Es sah wieder aus wie ein Bein, und nicht wie ein pralles, dunkles Etwas. Ich sagte zum Arzt, dass ich keine Schmerzmittel nehmen würde, sondern lieber meine Wasserpfeife rauche oder einen Joint. Dann habe ich keine Schmerzen mehr und brauch mir keine Chemie zu geben. Der Doktor begrüßte das zu meinem Verwundern und hat das Kiffen befürwortet. Er sagte: Wenn Sie durch das Kiffen keine Schmerzmittel mehr brauchen, dann tun sie das bitte. Ich war sprachlos, aber glücklich. Ich schaute in die Augen des Arztes und erkannte, dass er ein guter Mensch war, der das Herz am rechten Fleck hat.

Mein Bein ist in kürzester Zeit wieder schnell verheilt und mein Leben konnte wieder beginnen, dachte ich.

Kapitel 14"Und wieder das Bein"

Um mir etwas Ablenkung, Sport und Adrenalin zu verschaffen fing in an, Paintball zu spielen. Mit Gewehren aus denen Farbkugeln verschossen wurden hatten wir uns im Wald gejagt. Im Prinzip ist das wie Cowboy und Indianer spielen für Erwachsene. Einen Gesichtsschutz auf und los geht es. Ich sprintete durch den Wald und hatte mächtig Spaß. Auf einmal beim laufen dachte ich, mir zieht jemand das Bein weg. Ich fiel hin und lag am Boden. Als ich wieder aufstehen wollte, ging das aber nicht. Ich schaute auf mein Bein, bewegte es und stellte fest, dass das Schienbein nun zum dritten mal gebrochen war und das immer wieder an derselben Stelle. Die Metallplatte in meinem Bein, die ja so stabil seien sollte, diese Metallplatte war gebrochen, genauso wie der Knochen. Zum Glück war es diesmal kein offener Bruch und die Schmerzen waren locker auszuhalten. Nur lag ich jetzt ganz alleine im Wald, wo meine Kumpels irgendwo lauerten. Au scheiße dachte ich, das ist nicht gut. Ich rief nach meinen Kumpels, aber keiner kam. Die dachten ich lauere irgendwo und schieße dann auf die, dass es ein Trick ist. Nach ca, 5-10 Minuten, nachdem ich mir die Seele aus dem Hals geschrien habe, kam dann endlich einer meiner Freunde. Als er sah, dass es kein Scherz war und ich da mit gebrochenem Bein lag, lief er sofort zur Base und hat den Krankenwagen gerufen. Das dauerte Ewigkeiten, bis der Rettungswagen kam, denn ich lag ja mitten im Wald.

Man brachte mich nach Bremen ins Krankenhaus. Die Fahrt mit dem Rettungswagen war nicht angenehm. Im Krankenhaus angekommen, wurde mein Bein untersucht. Es war den Ärzten ein Rätsel, wie die Stahlplatte in meinem Bein brechen konnte. Da mein Bein ein echtes Problemchen darstellte, wurde extra ein Spezialist aus Süddeutschland eingeflogen. Er sah mein Bein an und meinte, das wird schon wieder. Dann ging es in den Operationssaal. Als ich wieder aufwachte, sagte man mir, dass die Operation gut verlaufen ist. Man hat mir 2 Titanplatten eingesetzt, die halten ewig. Nur sagte man mir auch, dass mein Bein nicht noch einmal operiert werden könnte weil es zu viele Vorschäden hatte. Ich war froh, dass die OP gut verlaufen ist und mein Bein jetzt gut ist.

Als man mir den Verband abgenommen hat, sah ich das Desaster. Mein Bein war jetzt ca. 3 cm kürzer als das andere. Mein Bein war krumm und schief. Ich bekam einen regelrechten Schock. Als ich den Arzt fragte was los ist, sagte er nur, wir haben unser Bestes getan, aber es ging leider nicht anders. Und noch einmal operieren können wir nicht, das würde mein Bein nicht mitmachen, ich müsste damit leben.

Na ja, nach ein paar Wochen wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen und war endlich wieder zuhause in meinem Wald.

Kapitel 15 "Der Start in ein neues Business"

Körperlich arbeiten konnte ich nicht mehr, denn die Schussverletzungen und das was darauf folgte brachten viel Schmerz und Einschränkungen mit sich. Ein Freund zeigte uns etwas neues, eine Internetplattform, wo die Menschen ihre gebrauchten Sachen verkauften. Da gab es so viel, wir trauten unseren Augen nicht. Dann fingen wir an, in dem online Auktionshaus Taschenmesser zu verkaufen. Diese kauften wir im türkischen Import Export Laden für 2 bis 5 Mark das Stück. Was dann passierte, konnten wir nicht glauben. Das erste Messer wurde sage und schreibe für 132 DM verkauft. Das war wirklich unglaublich, was die Menschen dafür geboten haben. Ich kaufte noch mehr Messer und allen möglichen anderen Kram. Meistens war es Ware aus China. Ich versteigerte die Sachen zu Höchstpreisen, in dem online Auktionshaus. So hatte ich jetzt wenigstens eine Aufgabe, die uns auch ein bisschen Geld einbrachte. Aber schon nach kurzer Zeit wurden es immer mehr gewerbliche Verkäufer in dem Internet Auktionshaus und die Verkaufspreise fielen. Es lohnte sich nicht mehr so richtig für mich, die Chinaware da zu versteigern.

Dann habe ich einer meiner alten Magic Glas Glasbongs in dem online Auktionshaus zum Verkauf angeboten. Dafür habe ich mehr Geld bekommen, als ich neu dafür bezahlt habe. Damals gab es in dem online Auktionshaus noch nicht einmal eine Rubrik für Wasserpfeifen. Diese ist erst durch mich entstanden. Ich merkte sofort was für ein großes Potential in diesem Geschäft steckte. Ich suchte einen Großhandel und kaufte Kiffer-Utensilien, Wasserpfeifen, Waagen, Blättchen, Vorkühler, eben alles was ein richtiger Headshop so braucht. Die neue Geschäftsidee war ein voller Erfolg und wir haben teilweise bis zu 50 Paketen am Tag versendet. Und das alles aus unserem Wald heraus. Alle kauften unsere Kifferutensilien. Wir haben Pakete an Menschen aus den verschiedensten Schichten versendet, das war unglaublich. Anwälte, Beamte, Lehrer, Musiker usw., alle kauften unsere Artikel Die Arbeit wurde immer mehr und es kam ein Angestellter dazu. Er half uns dabei, die Pakete mit den Wasserpfeifen zu verpacken und zu versenden.

Die Zeit verging und unsere Kinder wurden immer größer und das Gewerbe auch. Wir brauchten mehr Platz, da unser Holzhaus jetzt wirklich zu klein geworden ist. Ich kaufte so viel Ware, dass unser Lagerplatz (es war ein kleiner Holzschuppen) nicht mehr ausreichte. Nach kurzer Suche nach einem neuen Zuhause hatten wir ein schönes Anwesen in Sottrum/Everinghausen gefunden. Dieses hatte ca. 4500 qm Grundstück und 200 qm Wohnfläche, plus Nebengebäude. Wir gingen zur Bank mit unseren Unterlagen, vom wirklich gut laufenden Geschäft, um und unseren Traum finanzieren zu lassen. Da wir ja sehr gute Umsätze erzielten, sollte einer Finanzierung ja nichts im Wege stehen. Schließlich hatten wir ja unser altes Haus, welches wir verkaufen wollten und der Erlös davon sollte unsere Anzahlung sein. Aber daraus wurde nichts, da unser Gewerbe einfach zu jung war. Ich rechnete dem Banker vor, dass unser Abtrag des Kredites wesentlich geringer ist als jede Miete und war mir meiner Sache sehr sicher. Aber auch das war ihm egal, die Bank wollte unseren Traum nicht finanzieren. Da kamen zwei gute Engel, namens Omi und Hans (Katrins Mama Sibylle und ihr Stiefvater) vorbei. Die beiden haben uns beim Kauf des Hauses unterstützt. Sie hatten so viel Vertrauen in uns, dass sie mit ihrem eigenen Haus dafür gebürgt haben. Und das hat auch funktioniert. Endlich hatten wir unser Traumhaus bekommen. Omi und Hans hatten keine Probleme oder Nachteile dadurch. Wir bezahlten immer schön brav die Raten für das Haus, es klappte alles wunderbar. Ohne die beiden wäre uns das alles mal wieder nicht möglich gewesen.

Kapitel 16 "Ein Freund"

Endlich hatten wir unser erstes richtiges Haus bekommen, ein robustes Haus gebaut aus Stein. Nur war dieses Haus vollkommen renovierungsbedürftig. Katrin hatte einen Nebenjob an der Tankstelle angenommen. Das hatte ihr auch so richtig Spaß gemacht. In der Tankstelle saß immer ein Mann, der hat den ganzen Tag Bier und Jägermeister getrunken. In seinem besoffenen Schädel hat er immer zu Katrin gesagt: Wenn ihr euer Haus bekommt dann mache ich euch den kompletten Strom neu. Ich bin Starkstromelektriker, das habe ich gelernt. Ja ja, sagte Katrin und belächelte seine Worte. Ich wusste zu dieser Zeit noch nichts davon.

Als wir den Schlüssel vom Haus bekamen und angefangen haben zu renovieren, stand da auf ein mal ein Mann mit einem Werkzeugkoffer, den ich nicht kannte. Das war Manni, der Alkoholiker von der Tankstelle. Manni hatte graue Haare, einen dicken Bauch, kaum noch Zähne im Mund und sein Gesicht war voller roter Flecken. Das war kein schöner Anblick. Aber seine Augen strahlten und Manni hat sich richtig gefreut, uns helfen zu können, uns, Menschen die er noch nicht einmal richtig kannte. Er wollte auch nichts für seine Hilfe haben, er sagte, er hilft uns gerne. Das fand ich schon recht ungewöhnlich. Wer hilft schon fremden Menschen und das auch noch kostenlos. Da wir jeden Cent für unser neues Haus ausgegeben hatten, nahmen wir Mannis Hilfe gerne an. Jeden bei Tag der Arbeit trank Manni ein paar Bier (so 10 bis 20 Flaschen) und eine große Flasche Jägermeister. Das konnte ich kaum glauben, wie jemand so viel trinken konnte und trotzdem noch so gut arbeiten. Ha ha, ich wäre zu nichts mehr in der Lage gewesen, nach so viel Alkohol. Aber wir hatten uns gleich vom ersten Moment an so richtig gut verstanden. Manni stellte sich als richtiges Allround Talent heraus. Er hat nicht nur dem Strom im ganzen Haus neu gemacht, Manni hat mit uns das komplette Haus renoviert, so dass wir da einziehen konnten.

In der Zeit des Renovierens ist Manni uns richtig ans Herz gewachsen, irgendwie tat Manni uns leid. Manni hatte niemanden, er war ganz alleine. Wir hatten beschlossen, Manni mit in unserer Familie aufzunehmen. Im Nebengebäude war Platz (ein alter Stall). Diesen Stall hat Manni sich zu einer kleinen Wohnung umgebaut und er wohnte von diesem Tage an mit uns zusammen. Wir haben für Manni jeden Tag mit eingekauft und gekocht. Na eben so wie für unsere Kinder. Wir haben zusammen gegessen und waren den ganzen Tag zusammen wie eine richtige Familie. Von diesem Tage an gehörte Manni zu uns.

Schon nach kürzester Zeit hatte Manni von einem Tag auf den anderen aufgehört zu trinken. Das alles aus freiem Willen, ohne Arzt, ohne Entziehungskur oder ähnliches. Manni war so zufrieden, dass wir uns gefunden haben, dass er endlich eine Familie hatte, ich glaube das hat seinem Leben wieder einen Sinn gegeben. Manni hatte seine über 33 Jahre Alkoholsucht auf der Stelle aufgegeben. Er ging zum Zahnarzt, machte wieder seinen Führerschein und fing wieder an, an sich selber zu glauben. Ich habe noch niemals so einen willensstarken Menschen gesehen, muss ich sagen. Nach kürzester Zeit fuhr Manni auch wieder Auto, er war mega stolz, seinen geliebten Führerschein wieder zu haben.

Manni war ein richtiger Segen für uns. Wir alle haben einander gut getan. Manni war das Gegenteil von mir. Er war ruhig und gemütlich, genau wie Katrin. Neben ihm konnte eine Bombe einschlagen und Manni war immer noch die Ruhe in Person. Ich allerdings ging immer ziemlich schnell an die Decke. Ich fühlte mich immer schnell angegriffen und wollte immer Herrscher der Situation sein. So ist hier ein Gleichnis entstanden, wie eine Waage die jetzt endlich ausgeglichen ist.

Wir hatten viel Spaß zusammen. Im Garten bauten wir uns ein kleines Paintball Spielfeld. Hier konnten wir Männer dann, wie die kleinen Kinder, Cowboy und Indianer spielten. Sogar Manni, der durch seine 33 Jahre saufen natürlich körperlich nicht gut drauf war, der spielte immer mit uns mit. Schon nach den ersten Metern laufen und Adrenalin, lief Manni der Schweiß runter, wie wenn er unter der Dusche stand. Da sah man, wie sich die vielen Jahre der Trinkens bemerkbar machten. Der Alkohol hatte seine Spuren hinterlassen. Aber Manni war das egal. Eisern kämpfte er sich durch sein neues Leben und machte echt jeden Scheiß mit. Vom Kopf her war Manni immer schon jung geblieben!

Unser Paintball Spielfeld fand sehr großen Anklang in unserem Freundes und Bekanntenkreis. Schon bald waren wir jedes Wochenende so 20 bis 30 Erwachsene Männer und Frauen die sich hier austobten wie große Kinder. Das Paintballspielen hat wirklich viele gute Seiten gehabt. Hier bekam ich Adrenalin und Nervenkitzel, so wie ich es aus früheren Zeiten gewohnt war. Und das alles ganz ohne Risiko verhaftet oder erschossen zu werden. Auch hatte ich einfach alles was mich belastete einfach auf dem Spielfeld gelassen. Hier hatte ich so viele Aggressionen abgebaut, dass ich nach so einem Spieltag meinen inneren Frieden und meine innere Ruhe gefunden hatte. 

Im Nebengebäude hatten wir unseren langersehnten Headshop eröffnet. Aus dem Versandgeschäft mit den Wasserpfeifen ist ein richtig kleiner Laden geworden. Irgendwann ließen wir unsere eigenen Wasserpfeifen herstellen mit unseren speziell für uns angefertigten Diffusor Chillums. Der Laden lief so, dass wir uns damit über Wasser halten konnten. Wir leben alle zusammen, eine sehr aussergewöhnliche Familie.

Kapitel 17 "Der Überfall"

Davon muß ich euch unbedingt erzählen, das war irgendwie lustig, ha ha. Katrin hatte ja ihren Nebenjob an der Tankstelle. Eines Abends, ich glaube es war ein Sonntag, da war Katrin arbeiten. Sie stand wie immer hinter dem Tankstellentresen und machte ihren Job. Dann ging die Tür auf und ein maskierter Mann betrat die Tankstelle. Er hatte eine Pistole in der Hand, mit der er auf Katrin zielte. Er schrie: das ist ein Überfall, macht die Kasse auf, ich will das Geld. 

Katrin war ja schon einiges gewohnt durch mein altes Leben und hielt diesen Überfall für einen Scherz. Sie dachte, dass wir sie verarschen wollen, dass es einer von unseren Freunden war, der ihr nur ein bisschen Angst machen wollte. Die Waffe die auf sie gerichtet war, die konnte ihr nicht wirklich imponieren. Da war Katrin anderes gewohnt, aus alten Zeiten.

Sie sagte zu ihm, dass er aufhören soll mit den Scherzen und die Pistole runter nehmen soll. Da kam der maskierte Mann nicht mehr klar. Er wurde nervös und schrie, dass Katrin die Kasse aufmachen soll, sonst würde er schießen. Jetzt hatte Katrin das erste Mal realisiert dass es sich hier um einen echten Raubüberfall handeln würde und dass ihr Leben wirklich in Gefahr war. Das war keiner unserer Scherze gewesen. Das war ein Fremder, ein echter Räuber.

Da Katrin durch meine Vorgeschichte wirklich schon viel mitgemacht hatte, war diese Situation irgendwie nicht so schlimm für sie. Katrin war hier Herr der Lage und nicht der, der sie mit einer Waffe bedrohte. Sie merkte wie verwirrt der Räuber war, weil sie so cool geblieben ist. Der Räuber wurde immer nervöser und drängte Katrin dazu, dass sie endlich die Kasse öffnet.

Meine Frau ist so schlau, das was sie jetzt gemacht hat das verwunderte sogar mich. Es gab zwei Kassen an der Tankstelle. Die normale Kasse und die Lottokasse. In der Lottokasse befand sich lediglich ein 5 Euroschein und ein bisschen Kleingeld. Katrin öffnete also die vordere Lottokasse und gab dem Räuber den Fünf-Euroschein. Dieser schaute sie ganz entsetzt an und schrie: Willst du mich verarschen?, wo ist das Geld. Katrin sagte nüchtern: Mehr Geld ist nicht in der Kasse, schau doch selber nach. Der maskierte Mann schaute in die leere Kasse und traute seinen Augen nicht. Er wurde immer nervöser und schrie: Wo ist das Geld, hier muss mehr Geld sein. Katrin sagte immer wieder und wieder, dass hier nicht mehr Geld zu holen ist, die Kasse ist leer, er soll da rein schauen.

Das war aber ein sehr großes Risiko, da neben ihr die prall gefüllte volle Kasse mit den Tageseinnahmen war. Würde der Räuber dieses bemerken, dass Katrin ihn verarscht hat, dann hätte sie keine guten Karten mehr gehabt. Aber da Katrin immer wieder sagte, dass hier nichts mehr zu holen ist und es schon echt lange gedauert hatte, ist der Räuber dann panisch weggelaufen. Katrin rief dann sofort die Polizei an. Als sie den Hörer auflegte, klang das Adrenalin in ihrem Körper ab und sie bekam einen richtigen Schock. Jetzt hatte sie das erste Mal so richtig realisiert, in welcher tödlichen Gefahr sie sich befunden hatte.

Als die Polizei eintraf und auch Katrins Chef, da konnten die es nicht glauben, als sie ihnen die Story des Überfalls erzählte. Ihr Chef war sehr froh, dass die Tageseinnahmen dank Katrin nicht erbeutet worden sind. 

Diese kleine Story musste ich echt in meinem Buch erwähnen, weil diese Situation die Katrin erlebt hatte, echt zu meiner Geschichte, zu unserem Leben passt. Durch das was sie schon durch mich erlebt hatte, konnte sie in dieser Situation Herr der Lage bleiben. Ich denke, fast jede andere Frau oder jeder andere Mann hätte sich vor Angst in die Hose gemacht, wenn sie bei einem Überfall mit einer Schusswaffe bedroht werden. 

Ich möchte hier an dieser Stelle betonen, dass der Tankstellenbesitzer froh war, dass seine Tageseinnahmen noch da waren. Aber er hat Katrin nicht einmal dafür gedankt, geschweige denn, dass er ihr eine kleine Belohnung gegeben hat, dafür dass sie für sein Geld ihr Leben aufs Spiel gesetzt hat. Na ja, so sind die Menschen eben.

Kapitel 18 "Es ging steil nach oben"

Irgendwann hatte ein Bekannter etwas Neues mitgebracht, ein kleines Kinderquad. Das war eines von diesen vierrädrigen Motorrädern. Unsere Kinder Max und Jan hatten ihren Spaß damit gehabt. Ich fand diese vierrädrigen Fahrzeuge echt klasse, besonders weil es die auch in groß mit Straßenzulassung gab. Und das Beste daran war, ich konnte so ein Quad mit meinem ganz normalen Autoführerschein fahren. Einen Motorradführerschein hatte ich ja nie gemacht, das wollte ich nicht, weil mir Motorräder immer viel zu schnell waren. Ich dachte immer, dass ich mich mit einem Motorrad eh tot fahren würde. Diese Quads waren auch sehr selten, der wirklich große Boom sollte erst noch beginnen. Ich entdeckte so ein Quad im Baumarkt, eine SMC 170 ccm. Diese war damals im Sonderangebot gewesen und die wollte ich haben. Da wir es nicht so dicke hatten, haben wir uns das Fahrzeug damals finanzieren lassen. Wir waren so mit die ersten, die hier in der Gegend ein Quad mit Straßenzulassung hatten. Das war ein echter Hingucker und ich wurde jedesmal wenn ich damit unterwegs war, angesprochen wo man so ein Quad kaufen könnte. Da kam mir die Idee, dass ich doch selber solche Fahrzeuge verkaufen könnte.

Da unser Headshop fast eingeschlafen war, die online Bestellungen sind stark zurück gegangen und von der Laufkundschaft konnten wir nicht existieren, musste ich etwas verändern. Die Rubrik Wasserpfeifen wurde dann auch aus dem Auktionshaus entfernt. Ich entschloss mich damals, dass wir jetzt Quadhändler werden. Jetzt mussten dringend Fahrzeuge her. Geld hatten wir nicht, aber darüber machte ich mir keine Sorgen. Da ich von dieser Materie keine Ahnung hatte, schaute ich im Internet, wer solche Fahrzeuge an Händler verkauft. Ich fand zu sehr günstigen Verkaufspreisen Quads von der Firma Sachs, Sachs kannte ich als gute alt eingesessene deutsche Firma. Ich hatte damals selber eine Sachs Mofa gefahren mit der ich sehr zufrieden war.Sachs war Qualität Made in Germany, mit diesen Fahrzeugen kann man nichts falsch machen, dachte ich. Ich rief dann sofort bei Sachs an und sie schickten uns einen Aussendienst-Mitarbeiter zu uns nach Hause. Als dieser uns dann besuchen kam, erzählte ich ihm von meiner Idee, dass ich Quads verkaufen und vermieten möchte. Aber Ahnung hatte ich von Nix, und Geld hatte ich auch nicht. Aber ich konnte schon immer sehr gut reden, ich konnte sehr überzeugend sein. Wir hatten keine Werkstatt, keinen Ausstellungsraum, einfach gar nichts. Am Ende unseres Gespräches habe ich eine Bestellung von sage und schreibe 10 Fahrzeugen abgegeben, ohne dass wir einen Pfennig Geld hatten. Wir bekamen diese Fahrzeuge dann auf Rechnung mit einem Zahlungsziel von 6 Monaten. Und das, wo wir wie schon gesagt Null Ahnung von dieser Materie hatten. Ganz wohl war uns auch nicht dabei, dass wir jetzt fast 30.000 € Schulden zu haben. Das einzig Beruhigende war, dass wir ja einen Gegenwert hier stehen hatten, die Quads.

Schon nach einer Woche kam ein Riesen-LKW, der uns zehn große Kartons lieferte. Unsere Quads waren endlich da. Wir machten die Kartons auf und ich traute meinen Augen nicht. Die müssen einen Fehler gemacht haben, das sah aus wie ein Bausatz. Keine Reifen waren montiert, kein Lenker, einfach nichts. Ich war stinksauer und rief sofort bei Sachs an und erzählte ihnen von dem Fehler. Man belächelte mich am Telefon und sagte zu mir, dass die Fahrzeuge immer so kommen würden. Den Aufbau wird ja dann unsere Werkstatt erledigen. Ich war sehr geschockt, denn eine Werkstatt hatten wir ja nicht. Ich hatte etwas Bordwerkzeug von meinem Audi V8 und das was man so im Haus hat. Manni fing mit leuchtenden Augen an, das Quad zusammen zu bauen. Das ist ihm nach ca. 2 Stunden auch gelungen. Nur angesprungen ist das Quad nicht. Ich rief wieder bei Sachs an und die belächelten uns wieder. Sie sagten, dass wir den Vergaser einstellen müssen. Vergaser? Ich hatte Null Ahnung davon. Ich bekam echt eine mittelschwere Krise. Manni, seelenruhig wie immer, ließ sich mit der Sachs Werkstatt verbinden und ließ sich am Telefon erklären wie er den Vergaser einstellt. Das klappte dann auch endlich. Schon nach kurzer Zeit sprang das Fahrzeug an und der Verkauf konnte starten.

Ein Kumpel baute uns eine Homepage und wir fingen an, richtig viele Fahrzeuge zu verkaufen. Unsere Werkstatt haben wir in unserer Garage gehabt und Manni fuchste sich in die Materie rein. Immer wenn er nicht weiter wusste, rief er beim Hersteller an und ließ sich alles am Telefon erklären. Manni hat sich im Prinzip alles selber beigebracht. Dann brauchten wir, aus rechtlichen Gründen, einen Meister und weitere Angestellte folgten. Wir verkauften Fahrzeuge ohne Ende und machten Millionen Umsätze. Wir machten einen guten Job. Unser Lehrling wurde Kammersieger, wir und er bekamen eine Urkunde von der Handwerkskammer. Unser Lehrling war der best ausgebildetste Lehrling in Norddeutschland. Das liegt aber daran, dass unser Lehrling von Anfang an in der Werkstatt war und geschraubt hat. Manni und der Meister haben ihm alles bei gebracht, was sie selber gelernt hatten. Unser Lehrling wurde nicht dazu ausgenutzt, die Halle zu fegen oder Brötchen holen. Er sollte etwas lernen und seine Zeit nicht verschwenden. Als unser Meister ihm immer mehr diese niedrigen Aufgaben zuteilt, sagte ich zu ihm, nein das machen wir anders. Du holst Brötchen und der Lehrling schraubt! Fegen und essen holen machen wir alle abwechselnd, dafür wird nicht der Lehrling ausgenutzt. Der muss was lernen, du kannst ja schon alles, sagte ich zum Meister. Er schaute mich echt komisch an und ich sah in seinen Augen, dass er fast an die Decke gegangen währe. Na ja, mich hat das ja nicht interessiert, ich stand ja über den Dingen. Das hatte unser Meister sich wohl anders vorgestellt. Ich hatte in der Lehre genug durchmachen müssen. Unser Lehrling sollte gut ausgebildet werden. Wie man sieht, hat das ja auch sehr gut funktioniert. Es lag aber auch daran, dass unser Lehrling richtig Spaß am Schrauben hatte. Er hat die Arbeit mit Freude gemacht.

Kapitel 19 "Wir wurden Offiziell"

Mir kamen immer mehr Ideen. Zusammen mit der deutschen Straßenverkehrswacht habe ich die ersten Quad ATV Fahrertrainings/Sicherheitstrainings gemacht, am Flugplatz in Rotenburg/Wümme. Ich hatte bestes Equipment zur Verfügung, da die Straßenverkehrswacht ja über eine professionelle Ausrüstung verfügte, wegen den offiziellen Auto, Motorrad und LKW Fahrertrainings. So konnten wir vom Bremstest bis hin zu Nass- und Eisfahrten nahezu alle Gefahrensituationen simulieren. Das machte uns ganz schnell noch größer, weil wir arbeiteten jetzt mit der Straßenverkehrswacht zusammen, mit den offiziellen Behörden.

Als ich das erste man zur Mitgliederversammlung der deutschen Straßenverkehrswacht musste, da hatte ich mir ja echt fast ein Eigentor geschossen. Auf dem Treffen waren Leute aus der Politik, dem Bankenwesen und die obersten aus Polizei und Behörden. Das habe ich aber nicht gewusst. Ich hatte mir zuhause noch einen kleinen Joint angetan und Katrin fuhr mit mir zu der Versammlung. Ich dachte das wäre ein lockeres Treffen mit den Jungs von der Straßenverkehrswacht, mit den Jungs mit denen ich die Sicherheitstrainings mache. Wir waren 30 Minuten zu spät und machten die Tür zum Sitzungssaal auf. Ich traute meinen Augen nicht, als ich die Tür öffnete. Da saßen alles Schlipsträger, Banker, Bürgermeister, Politiker, Polizei usw. Ich stand da wie angewurzelt, total breit von dem Joint und mein Mund war so trocken wie die Wüste. Alle schauen mich an! Das war fast wie die Paraneua beim ersten mal Kiffen, alle sehen das ich total bekifft bin dachte ich.

Vom Pult aus schallte es gleich über die Lautsprecher, ein bisschen spät aber er da, Thomas Häfker vom Quadcenter Sottrum und seine Frau. Thomas wird jetzt eine Ansprache halten, im Bezug auf unsere Arbeit der Fahrertrainings für Quads und ATVs. Ich stand immer noch da wie angewurzelt und dachte: Scheiße was nun?, eine Ansprache? Da rauf war ich nicht vorbereitet. Na ja wie ich eben so bin, nahm ich mir erst mal ein Glas Wasser, welches auf allen Tischen stand, damit ich überhaupt ein Wort heraus bekommen konnte. Ich hatte voll das Pappmaul. Alle schauten mich an und ich hatte das Gefühl, dass die genau wussten, dass ich total dicht war von meinem Joint. Ich ging zum Pult und redete aus dem Kopf heraus. Immer wieder musste ich Wasser trinken, weil mein Mund vom Kiffen förmlich ausgetrocknet war. Als ich mit meiner Rede fertig war, klatschten alle Anwesenden und die waren sehr begeistert von meinen Ideen. Mir fiel nach meiner Rede ein Stein vom Herzen. Ihr könnt mir glauben, dass diese Situation echt nicht schön war für mich. Aber im Nachhinein war es ein echt klasse Erlebnis, welches ich nicht mehr missen möchte.

Das Quadcenter Sottrum wurde immer größer und größer. Am Flugplatz Rotenburg Wümme bekamen wir ein Trainingsgelände, wo wir eine kleine Quadbahn eröffneten. Diese war eigentlich mehr für die Kids, aber auch wir Erwachsenen hatten da unseren Fahrspaß. Die kleine Quadbahn war wirklich ein ganz besonderes Highlight. Weiterhin fuhren wir auf Ausstellungen, Messen, wurden Generalimporteur für Apex Rennfahrzeuge und vieles mehr. Wir wurden dann auch offizieller Vertragshändler von vielen großen namenhaften Firmen im Quadbereich. Der Erfolg kam und ich wurde in ein Leben hinein gedrängt, welches ich eigentlich nicht wollte. Ich veränderte mich, ohne es zu merken. Für mich war nur noch eines wichtig, ICH, ich wollte im Vordergrund stehen und fing an meine Freunde zu vergessen, besonders Manni. Ich war immer noch ein Mensch, der das Herz am rechten Fleck hat, nur standen meine Wünsche jetzt über allen anderen Dingen. So lange es mir gut ging und ich immer das bekam was ich wollte, da war die Welt für mich in Ordnung.

Kapitel 20 "Helfen ist Nächstenliebe"

Eines Morgens als wir alle im Büro saßen, da klingelte es an unserer Tür. Ich machte diese auf und da stand ein hagerer, dünner Mann. Er hatte den Mund voller vergammelter Zähne und er sah echt scheiße aus, wenn ich das mal so sagen darf. Das war der Peter. Ich kannte ihn vom Sehen und Hören. Er war Alkoholiker und wohnte im Wald. Peter sah aber auch echt übel aus, muss ich sagen. Er hatte eine Alkoholfahne, da bin ich fast umgefallen. Ich fragte ihn was er hier wollte. Peter sagte, dass er ein Alkoholproblem hat und dass er raus möchte aus seinem "Sumpf". Er möchte aufhören zu trinken und dazu braucht er Hilfe. Er braucht Ablenkung, er braucht etwas zu tun. Peter fragte, ob wir Arbeit für ihn hätten. Ich verneinte es, weil wir keinen Hilfsarbeiter brauchen, und so einen schon gar nicht. Ich bin zwar bereit zu helfen, aber in diesem Fall da sah ich da wenig Chancen. Peter hat wirklich förmlich nach einem Job gebettelt, er sagte, dass er umsonst arbeiten würde. Ihm wäre alles egal, er macht jede Arbeit. Ich brauche Hilfe, sagte er. Ich sah in seine Augen und mein Herz sagte mir, dass Peter ein lieber Mensch ist. Gegen alles Vernunft entschloss mich dazu, ihm zu helfen. Ich sagte zu Peter: Du kannst hinten im Garten arbeiten, aber ganz hinten. Und wenn Kunden kommen, dann darfst du den Hof vorne nicht betreten. Erst einmal musst du zum Zahnarzt und du musst was auf die Rippen bekommen. Und wir sollten auch zum Amt und das klären, dass du offiziell hier bist. Da strahlten seine Augen und er umarmte mich. Buahh das war ganz schön ekelig, muss ich sagen. Aber da musste ich durch. Ich spürte, wenn wir ihm nicht helfen, dann ist Peter verloren, Ich weiß bis heute noch nicht, warum Peter ausgerechnet zu uns gekommen ist.

Ich ging dann mit ihm ins Büro, stellte ihn allen vor und verkündete, dass er jetzt hier arbeitet. Unser Meister sagte sofort: Wenn der hier arbeitet dann kündige ich! Meine Antwort war: Der Peter hat niemanden und er hat mich um Hilfe gebeten. Ich helfe ihm und wenn du deshalb kündigen möchtest dann kannst du deine Sachen packen und gehen. Der Meister schaute mich ganz entgeistert an und wusste nichts mehr darauf zu sagen. Katrin schaute mich auch an wie ein Auto. Sie fragte mich, ob das wirklich mein Ernst sei. Ich sagte ja und erklärte ihr Peters Situation. Sie überlegte nicht lange und stimmte mir zu. Aber so ist Katrin eben, mit ein Grund, weshalb ich sie so sehr lieb habe.

Am nächsten Tag fuhr ich mit Peter zum Amt und wir klärten es, dass er offiziell bei uns arbeiten darf und das Amt unterstützte dieses. Die waren froh, dass sich jemand um Peter kümmert, um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Peter war auch da ein echter Problemfall. Die Frau vom Amt bedankte sich wirklich herzlich bei mir und sagte zu mir: Wie gut das es Menschen wie Sie gibt. Danach ging es sofort ab zum Zahnarzt, damit Peter neue Zähne bekommt.

Peter kam jeden Tag pünktlich zur Arbeit. Wir haben ihn aufgenommen und so akzeptiert wie jeden anderen. Er hat mit uns zusammen gegessen und war sofort ein Teil unserer Gemeinschaft. Bei den anderen hat es etwas länger gedauert, Peter zu akzeptieren aber es wurde besser.

Die ersten 2 Monate durfte Peter wirklich nur hinten arbeiten so das kein Kunde ihn zu Gesicht bekam. Peter hörte auf zu trinken und hat wirklich sehr eisern gearbeitet. Nach ca. 3 Monaten sah Peter schon wieder wie ein "Mensch" aus. Er hatte wieder alle Zähne im Mund, hatte zugenommen und er fing an wieder zu leben. Von da an hörte Peter ganz auf, Alkohol zu trinken.

Peter hat uns auch immer unterstützt, er war immer da wenn wir ihn brauchten. Auch an den Wochenenden, an denen wir Veranstaltungen hatten oder auf der Quadbahn waren, unterstützte Peter uns wo er nur konnte.

Peter ist uns in all den Jahren ein guter und treuer Freund geworden.

Kapitel 21 "Nach dem Geld kam Rang und Presse"

Da unsere Kinder Max und Jan mit den Quads groß geworden sind, hatten die beiden ein echt gutes Gefühl für diese Fahrzeuge entwickelt. Die beiden beherrschten ihre  Quads wie kaum ein anderer. Als wir auf dem ersten großen Quadtreffen am Uhlenköperring waren, da sollten wir sehen was wirklich in unseren Kindern steckte, besonders in Max. Die Kinder hatten richtig Spaß auf der professionellen Rennstrecke zu fahren. Max hat seine serienmäßige 200er Yamaha Blaster gequält bis aufs äußerste. Er holte alles aus seiner kleinen 2-Takt Maschine heraus. Dieses kombiniert mit Max seinem fahrerischen Können, ließen so manch einen professionellen Fahrer erblassen. Alle waren so begeistert von Max seiner Fahrweise, dass es im Gespräch war, ihn an dem bevorstehenden Quadrennen teilnehmen zu lassen. Das war ein reines Erwachsenen-Rennen, an dem normalerweise keine Kinder teilnehmen durften. Max ist so gut gefahren, dass die Erwachsenen ihn bei dem Rennen mitfahren ließen. Max fuhr mit seiner kleinen 200er Yamaha Blaster 2-.Taker gegen erfahrene Quadpiloten, die Fahrzeuge hatten bis zu 700 ccm Hubraum.

Als das Rennen los ging, waren wir voll aufgeregt. Der kleine Max fuhr jetzt zwischen den großen Fahrern in einem echten Quadrennen. Wir alle waren erstaunt, was der Max aus seiner kleinen Yamaha rausholte. Auf den Geraden waren die großen Fahrzeuge schneller, aber in den Kurven hat Max alles wieder heraus geholt. Das war ein unglaubliches Rennen. Max fuhr wie der Teufel und gewann schließlich das Rennen. Er stand mit seinen 10 Jahren auf dem Siegertreppchen, ganz oben. Das war schon ein sehr ungewöhnliches Bild, als der kleine Max da oben auf dem Podium stand zwischen den Erwachsenen. Max bekam dann auch seine erste Sektdusche. Das war der Wahnsinn. Jetzt fingen die Kinder an, offizielle Rennen zu fahren. Max und Jan wurden so erfolgreich, dass die Presse schnell auf die beiden jungen Quadpiloten aufmerksam wurde. Schon nach kurzer Zeit fuhren Max und Jan im Racingteam von Jürgen Mohr, der amtierender deutscher Meister und Europameister war (Jürgen fährt jetzt noch erfolgreich Quadrennen. Jürgen ist dieses Jahr 2014 schon wieder deutscher Meister geworden). In jedem Rennen standen Max und Jan auf dem Siegertreppchen. Das war eine tolle Zeit, die uns und den Kindern viel Spaß und Lebenserfahrung mit auf unseren Weg gegebenen hatte.

Kapitel 22 "Wir werden noch größer"

Besessen von Geld, Rang und Ansehen wollte ich noch höher hinaus, ich wollte immer mehr haben. Ich hatte ein altes kleines Boot in Zahlung genommen und das Bootfahren gefiel mir. Nur mit 5 PS etwas langsam. Ich entschied mich dazu, einen Bootsführerschein zu machen und nahm Katrin und unseren Meister mit. Wir machten alle drei den Bootsführerschein bei einer Bootsschule in Lübeck. Diesen absolvierten wir in einem 14 Tage Intensivkurs. Zwei Tage mussten wir zum theoretischen Unterricht und dann kam gleich die Praxis. Dann bekamen wir gleich einen Prüfungstermin und das alles in nur zwei Wochen. Die Prüfung haben wir alle erfolgreich bestanden. Wir fanden das mit dem Schnellkurs so gut, dass wir uns bei der Bootsschule als Franchise Partner beworben hatten. Ich wollte Bootsschullehrer werden. Eine eigene Bootsschule würde gut ins Erscheinungsbild passen und uns noch mehr Kunden bescheren. Nach einem Gespräch mit dem Eigentümer der Bootsschulenkette hat dieser gleich meine geschäftlichen Fähigkeiten bemerkt. Wir waren zwar Neulinge, aber wir bekamen den Vertrag und hatten jetzt eine eigene Bootsschule. Wir bekamen ein fast neues Sportboot für die Prüfungsfahrten und alles was wir brauchten, um mit unserem neuen zusätzlichen Gewerbe zu starten. Unser Meister machte die theoretische Ausbildung und ich die praktische Ausbildung. Ich dachte Bootsschulen Lehrer ist cool. Aber ich merkte auch, dass ich im Quadcenter gebraucht wurde, weil ich der beste Verkäufer war. Manni hat dann die praktische Ausbildung der Bootsschüler übernommen. Das fand ich echt klasse. So hatten wir ein zweites Standbein, welches von alleine ohne mein Zutun lief. Ich wollte nur immer mehr Geld und immer mehr Ansehen. Alle sollten sehen wie toll ich bin, wie erfolgreich ich bin. Ich wurde anders, so wie ich niemals sein wollte und ich merkte es nicht. Mein negatives Verhalten im Bezug auf Geld und Ansehen wurde immer schlimmer.

Kapitel 23"Wir sind keine Chefs"

Während der gesamten Zeit hatten wir zu unseren Angestellten ein gutes und freundschaftliches Verhältnis. Wir waren alle wie eine große Familie. Katrin oder ich, einer von uns hatte jeden Mittag Essen gekocht, für uns alle. Wir haben jeden Tag oft viele Stunden in der Küche gestanden, denn bei uns wurde noch richtig gekocht. Wir konnten nicht für unsere Familie kochen und die Angestellten hatten ihr Brot mit. Das ging gar nicht. Und wenn ich sage kochen, dann meine ich auch kochen. Bei uns gab es nix aus Dosen oder Fertiggerichte, auch gefrühstückt haben wir meistens alle zusammen. Wir haben das auch fast immer alles aus unserer eigenen Tasche bezahlt. Das war für uns normal. Auch normal ist es, dass wenn wir essen und egal wer kommt, auch wenn es ein Fremder ist, der isst mit. Ich könnte nicht sagen, warte im Wohnzimmer bis wir fertig sind. Das geht gar nicht. Und wenn wir nicht genug hatten, dann wurde geteilt!

Auch unser Lehrling, der mit seinem Lehrlingsgehalt keine großen Sprünge machen konnte, den haben wir unterstürzt, wo wir nur konnten. Er gehörte ja zur Familie. Wenn die Kinder ihr Taschengeld bekommen haben, hat unser Lehrling auch immer einen Bonus bekommen. So sind wir mit unseren Angestellten umgegangen.

Aber unsere Gutmütigkeit hat auch ihre negativen Auswirkungen gehabt. Nach einiger Zeit sind uns alle förmlich auf der Nase rum getanzt, ohne dass wir es gemerkt haben. Das ging so lange, bis ich dann echt einen Ausraster hatte und wieder mal zeigen musste, dass ich auch anders kann. Da kam manchmal wieder der alte Thomas in mir hoch. Danach ging es dann wieder für ein paar Tage, aber dann ging dasselbe Spiel wieder von vorne los. Wir sind einfach zu gutmütig gewesen. Wir sind eben keine Chefs und werden es auch niemals sein. Wir sind alle gleich, wir sind Menschen und so sollten und gegenseitig respektieren und achten.

Kapitel 24 "Mehr, mehr, mehr haben wollen, aber wir verlieren das Wichtigste, unsere Herzlichkeit"

Mir ist das Geld, die Presseberichte, das Ansehen usw. förmlich zu Kopf gestiegen. Ich wurde zu einem anderen Menschen, einen Menschen den ich nicht so kannte. Wir kauften uns einen riesigen Laden, damit ich noch mehr protzen konnte, damit ich noch mehr angeben konnte, mit dem was ich erreicht hatte. Ich habe mich verändert, ohne es zu merken. Schon als wir den Laden eingerichtet haben sind unsere Umsätze zurück gegangen. Es wurde zu kalt und nüchtern. Als wir noch von zuhause aus verkauft haben, war alles herzlicher und menschlicher. Monat für Monat lief unser Geschäft schlechter. Wir hatten nicht mehr das Geld, um für alle zu kochen und jeder machte seinen eigenen Kram. Wir haben uns sozusagen auseinandergelebt. Jeder hat sein eigenes Ding gemacht, im Büro wurden Stunden am Tag privat im Internet gesurft, so haben unsere Angestellten es uns dann gedankt. Die Quadrennen und viele unglückliche Umstände haben so viel Geld verschlungen, dass es bald hinten und vorne nicht mehr gereicht hat. Alles nur um Ruhm und Ansehen zu haben. Die Stimmung in der Firma wurde immer schlechter und das Arbeiten, welches sonst immer Riesenspaß gemacht hat, wurde für alle zu einem schweren Klotz am Bein.

Kapitel 25 "Rang und Geld zerstört die Familie, Freunde und macht Feinde"

Was ich nicht merkte, 10 bis 14 Stunden am Tag haben wir uns den Arsch aufgerissen, am Wochenende die Quadrennen, die Fahrertrainings, Ausstellungen usw. Wir hatten keine Freizeit mehr. Wir hatten keine Zeit mehr für die Familie. Die Kinder kamen von der Schule und wir schicken sie zum Imbiss, das ist aus unseren schönen gemeinsamen Mittagessen geworden. Wir halfen nicht mehr so richtig bei den Schulaufgaben, weil die Zeit einfach nicht mehr da war. Ich hatte nur noch Zeit fürs Business und Katrin wurde da hinein gedrängt und konnte nicht wieder da raus, genauso wenig wie ich.

Streitereien mit Katrin und den Kindern waren an der Tagesordnung. Auch hatte ich meinen guten Freund Manni dabei irgendwie vergessen. Manni hat immer versucht alles zu retten, er hat gearbeitet ohne Ende, damit wir nicht alles verlieren. Wir wohnten zusammen, wir aßen zusammen, aber alles war kalt und nüchtern geworden. Durch meine Gier nach Geld und Rang habe ich nicht gesehen, wie Manni sich in der ganzen Zeit den Arsch für uns aufgerissen hat, um alles zu retten. Er hat es für uns getan, und ich habe es nicht gesehen. Das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, ich war blind und verblendet.

Kapitel 26 "Wir haben alles verloren"

2011 fing alles an den Bach runter zu gehen. Das Geschäft brach ein, im Laden war eine Stimmung, die zum wieder nach Hause gehen einlud. Keiner hatte mehr Lust etwas zu machen, denn wir alle wussten dass wir uns auf einem sinkenden Schiff befanden, welches dem Untergang geweiht war. Die Stimmung war so schlecht, dass sich keiner mehr so richtig bemüht hat, wir fingen an, uns zu hassen. Löhne konnten nicht mehr gezahlt werden und dann 2011 haben wir die Insolvenz angemeldet. Wir waren fertig mit der Welt, fertig mit den Nerven. Wir hatten alles verloren wofür wir so lange gearbeitet haben. Unser Familienhaus, unseren Laden, Unsere Autos, einfach alles. Aber so 2 Jahre können wir noch in dem Haus wohnen bleiben, sagte man uns. Das dauert mit der Versteigerung und so hatten wir noch eine Gnadenfrist.

Wir haben nicht nur unser gesamtes Hab und Gut verloren, sondern viel mehr. Alles was wir an materiellen Dingen besaßen, gehörte uns jetzt nicht mehr. Ich habe auch noch meine ganzen angeblichen Freunde verloren, Menschen die immer da waren, als es uns gut ging, Menschen die einen Nutzen von uns hatten. Erst jetzt habe ich gemerkt dass ich bis auf Katrin, Max, Jan, Manni und meinen Freund Olaf niemanden mehr hatte. Na ja, fast niemanden. Die einzigen die uns wirklich in dieser schweren Zeit geholfen haben, ich meine damit richtig geholfen, die konnte ich an fünf Fingern abzählen. An dieser Stelle möchte ich mich bei denen bedanken die uns nie im Stich gelassen haben und  an uns geglaubt haben. Danke an Manni, Olaf und Johannes. Ich muss dazu sagen, dass Johannes jemand ist, mit dem ich nur geschäftlich zu tun hatte. Er war also keiner meiner Freunde mit dem ich abgehangen habe, keiner der Menschen die wir gesponsert haben oder so. Als wir im Quadcenter Probleme hatten, gab Johannes uns Geld, sehr viel Geld, ohne zu wissen, ob er es jemals wieder bekommt. Das war ihm egal. Selbst heute bekommt Johannes noch einen Teil von dem Geld. Er hat in allen diesen Jahren noch nicht einmal gefragt, wann er seinen Rest Geld zurück bekommt. Er hat immer unsere Lage gesehen und wusste, dass wir nichts mehr haben. Johannes hat uns auch niemals bedrängt, dass er sein Geld wieder haben möchte. Er weiß genau, wenn wir mal wieder zu etwas kommen, dann bekommt er alles zurück mit Zins und Zinseszinsen. Aber darum geht es ihm auch nicht. Johannes ist einfach ein lieber und herzensguter Mensch. Leider gibt es nicht viele Menschen mehr auf dieser Welt, denen ihre Mitmenschen wichtiger sind als Geld oder Rang.

Für mich war nicht nur das Geschäft zu Ende, für mich war mein Leben zu Ende. Ich wollte nicht mehr, ich beschloss in den Wald zu gehen und meinem kläglichen, jämmerlichen Leben ein Ende zu setzen. Aber meine Familie, dachte ich immer, ich muss für meine Familie da sein. Aber die seelischen Erniedrigungen waren zu schlimm. Ich schämte mich, weil wir nichts mehr hatten, kein Geld und kein Ansehen mehr. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und wollte meinem Leben ein Ende setzen. Ich bereitete mich vor und trank wieder Alkohol, damit es mir leichter fällt, mich zu erschießen. Irgendwann, als ich meinen Alkoholpegel erreicht hatte, setzte ich den Lauf der 38er an meine Schläfe und spannte den Hahn. Ich spürte den kalten Lauf an meiner Haut und ich spürte welche Gefahr aus diesem perfekt verarbeiteten Stück Metall ausging. Ich hatte den Finger am Abzug und spürte die schöne glatte Oberfläche des Abzuges. Ich wusste genau, dass ein kleines Krümmen des Zeigefingers ausreicht und dann würde ich nicht mehr existieren. Mein Gehirn würde sich an der Decke verteilen. In diesem Moment lief es wie ein Film ab in meinem Kopf. Ich sah mich als Baby, als kleines Kind, sah meine Oma, meine Eltern, sah meine Kinder und Katrin. Mich überkam ein Gefühl der Liebe, ein Gefühl das so schön und warm war, wie ich es noch niemals zuvor erlebt hatte. Das war so, als würde mir jemand die Augen öffnen. Ich entschied mich dazu, zu kämpfen, auch wenn ich alles Materielle verloren habe. Da merkte ich aber schon, dass ich nichts verloren habe, im Gegenteil ich habe etwas gewonnen, ich habe meine Familie wieder. Ich nahm den Zeigefinger wieder vom Abzug und entspannte den Hahn. Dann sackte ich zusammen und haben geweint. Ich habe meinen treuen Begleiter, der mir all die Jahre Schutz und Sicherheit gegeben hat, gesagt dass ich ihn jetzt nicht mehr brauchen würde. Ich ging nach unten und zersägte meinen kaltschnäuzigen Freund in viele Kleinteile. Ich brauche dich jetzt nicht mehr mein Freund, sagte ich. Dann habe ich die Kleinteile in den Müll geworfen und auf einmal war mein Kopf frei. Ich erkannte, dass alles Geld und Ansehen, nur Hass, Leid und Zwietracht gebracht haben. Das liebe Geld, welches ich so vergöttert hatte, war schlecht. Das war das erste Mal, dass mir der Gedanke kam, dass Geld nicht gut ist. Aber wie schlecht es wirklich ist, das sollte mir erst viel später bewusst werden.

Kapitel 27"Eine neue Chance"

Ein Geschäftsmann aus den Niederlanden der der Weltvertrieb von Quad ATV Rennfahrzeugen hatte, gab uns damals den Deutschlandvertrieb für seine Quads. Als wir insolvent gegangen sind, sagte er zu mir, dass er den Vertrieb der Fahrzeuge einstellen würde. Jetzt, wo ich nicht mehr da bin mit dem Quadcenter, lohnt es sich für ihn nicht mehr, die Quads zu verkaufen. Wir hatten mehr Fahrzeuge verkauft als alle Länder die er belieferte zusammen sagte er zu mir. Irgendwie hat mich das auch ein bisschen Stolz gemacht. Er sagte, dass sie uns helfen würden in dieser schweren Zeit. Wir haben ein Haus in der Türkei, da laden wir euch zum Urlaub ein damit ihr neue Kraft tanken könnt. Die beiden waren wie Mutter und Vater zu uns. Die wollten uns sogar ein Haus bauen in der Türkei, auf ihrem Grundstück. Das war alles so herzlich, das gab mir wirklich neue Kraft.

Vor dem Urlaub zeigten sie mir was für ein Gewerbe die seit ca. 15 Jahren machten. Eine tolle Sache, die haben Maschinen wo man anhand von speziellem Wax die Hände von Kunden 1 zu 1 in 3D kopieren kann. Das war echt eine tolle Attraktion. Nur leider wurden in den ganzen Jahren kaum Maschinen verkauft. Nur ein bekanntes Waxhaus welches in mehreren Ländern vertreten ist hatte seine Maschinen im Programm und ein paar Einzelpersonen. Die hatten auch nichts Professionelles für einen vernünftigen Auftritt als Firma. Ich konnte das alles, ich hatte ja schliesslich auch das Quadcenter groß gemacht.

Die beiden haben mir angeboten, dass ich den Deutschlandvertrieb von der Firma bekommen würde, wenn ich ihnen dabei helfe aus dem kleinen Unternehmen eine richtig große Firma zu machen. Ich fand das klasse und machte mich sofort an die Arbeit. Ich fing an mit der Webseite. Meine Arbeiten haben denen wirklich gefallen. jetzt sahen sie was wirklich in mir steckte. Da sagten sie, wenn ich die Firma richtig groß mache und die viele Umsätze machen dann geht es uns alles gut. Ich würde dann einen festen Prozentsatz vom Gewinn bekommen und den Deutschlandvertrieb. Ich sagte, da fehlt Geld für alles. Die sagten, dass sie nichts mehr in ihre Firma investieren würden. Wenn ich alles mache und es läuft, bekomme ich meinen Teil davon ab. Schön, dachte ich und ging zu Manni weil ich wusste das er mir helfen würde. Ich bot ihm an, dass wir das zusammen machen. Manni hatte das was mir fehlte, das war Geld. Wir einigten uns darauf, das mit der neuen Firma zusammen zu machen. Manni bezahlte fleißig die Rechnungen und ich konnte mit meiner Arbeit beginnen. Nach ca. einem Jahr nachdem ich weit über 1000 Arbeitsstunden in den aufbau der Firma unserer "Freunde" investiert habe war dann endlich alles fertig. Ein klasse Logo, eine Homepage, Produktbilder, Kataloge, Visitenkarten, Briefköpfe, ein Waxsiegel für den Briefverkehr, Händlerverträge, Verträge für Aussendienstmitarbeiter und vieles mehr. Als dann die Firma in den Niederlanden anfing zu laufen, schossen ihre Umsätze schnell nach oben. Er fand jemanden der begeistert war von allem, was ich da aufgebaut und kreiert hatte. Alles passt, Logo Design usw. sagte er. Hier lohnt es sich zu investieren. Das Ende vom Lied war, ich habe nichts bekommen für meine Arbeit, keine versprochene Gewinnbeteiligung, keinen Arbeitslohn, eigene Investition von ca 15.000 € die Manni geleistet hat, einfach gar nichts. Die haben sich sogar das Logo eintragen lassen, welches ich vom Designer anfertigen lassen habe, nach meinen Vorstellungen. Ich habe alle Lizenzen von dem Logo und das Datum ist vor deren Eintragung. Auch habe ich alle Lizenzen für Visitenkarten, Homepage, Briefköpfe usw. Die verdienen jetzt Millionen durch meine Arbeiten. Die arbeiten mit all meinen Sachen und ich wurde verarscht von vorne bis hinten. So langsam glaubte ich an gar nichts mehr. Ich fühlte mich richtig schlecht. So die einzigen Menschen denen wir noch vertrauten, die haben uns jetzt hintergangen. Ich war so blöde in meiner Gutmütigkeit, dass ich mir bis auf den Deutschlandvertrieb nichts Schriftliches habe geben lassen.

Kapitel 28 "Auf und davon"

Frustriert von allem, von der Insolvenz, von dem Betrug an mir und unser Haus müssen wir auch bald verlassen, wusste ich nicht mehr was wir machen sollten. Ich hatte keine Kraft mehr, ich war seelisch wieder mal total am Ende. Wohin sollten wir jetzt gehen? In eine Mietswohnung wollte ich nicht. Da hatte ich genug schrecklich Erinnerungen dran. Zwischenzeitlich war ich beim Zahnarzt der beim Röntgen feststellte, dass ich da etwas in meinem Kopf habe, was da nicht hin gehört, einen dunklen Schatten. Ich bekam eine Überweisung zum Arzt und der schickte mich ins Krankenhaus, in die Röhre. Ich bekam die Bilder der Computertomographie und einen Termin zu einem  anderen Doktor. Man sagte mir, dass da etwas in meinem Kopf ist was da nicht hin gehört. Das müsste da raus. Diesen Termin mit dem Arzt habe ich nicht mehr wahr genommen. Durch meine Vorgeschichte hatte ich eh panische Angst vor Ärzten und Krankenhäusern. Am Kopf würde ich mich sowieso nicht operieren lassen und eine Chemotherapie kam für mich überhaupt nicht infrage. Ich beschloss einfach nichts zu tun. Nach einiger Zeit bekam ich Kopfschmerzen und diese wurden schlimmer. Nein, es waren keine richtigen Kopfschmerzen, es war ein Druck im Kopf verbunden mit Brennen und zeitigen Sehstörungen. Auch die Folgeerscheinungen von den Schussverletzungen wurden immer schlimmer. Zwischenzeitlich hatte ich einen Narbenbruch und mir wurde ein Netz im Bauch eingenäht. Meine Schmerzen in der Hüfte wurden auch immer mehr. Mein eines Bein war ja 3 cm kürzer, was sich jetzt auch immer stärker bemerkbar machte. Und die Schmerzen in meinem Bauch, daran hatte ich mich einfach nur gewöhnt. Das Bein schmerzte manchmal so schlimm das die Bettdecke die auf meinem Bein lag wie eine tonnenschwere Last war. Ich musste etwas verändern.

Die Kopfschmerzen wurden nach einiger Zeit immer schlimmer, aber ich habe keinem etwas davon erzählt, auch nicht Katrin. Ich wollte nicht, dass sie sich Sorgen macht. Ich dachte daran, dass ich nicht mehr lange auf dieser Welt sein würde. Und dass ich, den sonst nichts zur Strecke bringen konnte. Was sollte ich jetzt machen? Durch Zufall habe ich eine Anzeige im Internet entdeckt, "Finca in Spanien zu vermieten für 350 € monatlich". Da ich körperlich und seelisch am Ende war, dachte ich nur noch an meinen bevorstehenden Tod. Verloren hatten wir auch alles und mein Leben war sinnlos geworden. Ich wollte die Zeit, die ich noch hatte, mit meiner Familie in der Sonne verbringen.

Von einem guten Freund hatten wir uns Geld geliehen, um nach Spanien zu fliegen, um uns die Finca live anzusehen. Die Besitzerin war sehr nett und wir einigten uns darauf, die Finca zu nehmen. Ich hatte einen kleinen Job, wo ich 437 € im Monat verdient habe. Unsere Freunde hatten uns finanziell unterstützt, weil die von allem wussten, was uns widerfahren war. Ich wollte meine letzte Zeit zusammen mit meiner Familie in der Sonne verbringen, das war schon immer mein Traum, Palmen, Strand und Meer.

Wir packten den VW Bus, den Anhänger und fuhren mit den Kindern nach Spanien. Manni und Olaf wohnten noch in unserem alten Haus. Die Finca in Spanien hatte ein Nebengebäude, welches wir für Manni umbauen wollten.

Da angekommen war alles neu und aufregend, so dass ich die Schmerzen echt sehr gut aushielt, manchmal waren die fast weg, ich hatte sie vergessen. Das Klima bekam mir sehr gut und ich fing an wieder zu leben.

Die Kinder gingen hier in Spanien auf die Schule und seit vielen Jahren hatten wir das erste Mal wieder ein richtiges Familienleben.

Kapitel 29 "Eine Riesen Chance"

Als wir nach Spanien ausgewandert sind, haben wir jemanden mitgenommen, jemanden den wir fast nicht kannten. Ein junger Kerl, namens Sebastian. Er hatte keinen guten Ruf und alle warnten mich davor, so einen wie "Ihn" mit zunehmen. Ich habe mich mit Sebastian getroffen und hatte ein sehr gutes Gefühl mit ihm. Ich gebe nichts darauf, was mir andere Leute erzählen. Ich bilde mir lieber meine eigene Meinung. Nach ein paar normalen Schwierigkeiten des Kennenlernens lief dann alles sehr gut zwischen uns. Sebastian stellte sich als sehr liebenswerter, netter und offener Mensch heraus. Sebastian kämpfte und zeigte uns, dass er den Willen hat alles durchzustehen und von fast nichts zu leben. Hut ab vor Sebastian. So ist er ein Teil unserer Familie geworden.

Sebastian hatte dann den ultimativen Fund gemacht. Er hatte eine super Geschäftsidee. Er hatte Solarplatten entdeckt, die sämtliche Elektronik wie Wechselrichter usw. gleich eingebaut hatten. Einfach den Stecker in die Steckdose stecken und schon wird der Strom ins eigene Hausnetz eingespeist. Der Clou an der Sache war, dass der Strom durch die eigene Steckdose floss und so hinter dem Zähler eingespeist wurde. Bei handelsüblichen Solaranlagen wird der Strom vor dem Zähler eingespeist und muss dann billig verkauft werden. Man kauft aber trotzdem den teuren Verbrauchsstrom. Mit diesen neuen Solarplatten sind alle gültigen Gesetzt umgangen worden. Somit hatten wir mit diesen Solarplatten ein echtes Highlight un das in Spanien, dem Land der ewigen Sonne. Wo würden Solarplatten mehr Sinn machen als in Spanien? Das war schon echt ein Volltreffer den wir da gelandet hatten.

Wir nahmen Kontakt mit dem Hersteller auf und erhofften uns von ihm mit den Solarplatten beliefert zu werden. Unser Anliegen war es auch, einen Gebietsschutz rund um Alicante für diese speziellen Solarplatten zu bekommen. Na ob das klappt, dachte ich? Es kam aber noch besser, wir bekamen den Vertrieb der Solarplatten für ganz Spanien. Yes, das ist besser als ein Sechser im Lotto, dachte ich. Ich fing eifrig an, die Homepage dafür zu machen und flog nach Deutschland um alles mit der Firma zu klären. Die Gespräche verliefen sehr gut und wir hatten den Spanienvertrieb in der Tasche. Die Verträge wollten die uns zu dann zuschicken. Das sollte aber etwas dauern, wegen der Umstrukturierung deren Firma. Egal dache ich, die sind echt cool. Ich hatte mal wieder schnell Vertrauen gefasst. Das war eine große Firma die weltweit agierte und ich ging davon aus, dass hier ein anderer Wind wehte, "Echtes Business" eben. Das waren richtige Geschäftsleute, die stehen zu ihrem Wort.

Man muss sich das mal vorstellen, so eine Solarplatte kostete so um die 600 € im Verkauf und konnte bis zu 250 Watt Strom in der Stunde ins eigene Hausnetz einspeisen. Das war der Wahnsinn, und gerade in Spanien, wo fast immer die Sonne schien. Dieses schien endlich der Durchbruch zu werden, ein rentables Geschäft welches meine Familie ernährt, selbst wenn ich nicht mehr da bin. Wir machten uns Gedanken, an wen wir Massen von diesen Anlagen verkaufen könnten. Wir wandten uns an Firmen, die Filteranlagen für Pools herstellen. Viele lassen ihre Filteranlage nicht den ganzen Tag laufen, um Strom zu sparen. Dieses wäre aber sehr wichtig in den heißen Sommermonaten, um klares und sauberes Wasser im Pool zu haben. Mit nur 2 unserer Solarplatten konnten die Kunden die Filteranlage durchgehend laufen lassen und hatten nie wieder Stromkosten für ihre Filteranlage. Das war genial. So konnte der Hersteller zu den Filteranlagen gleich ein Solarset mit anbieten. Dasselbe machten wir mit Firmen, die Klimaanlagen herstellten. Wir suchten die Adressen raus, um diese zu kontaktieren. Alles schien nach Plan zu laufen und schon bald würden wir stinkreich sein. Das war zu schön um wahr zu sein.

Nur gab es noch ein Problem. Uns fehlte Geld für die erste Bestellung. Wo bekommen wir jetzt so eine große Summe her? Ich rief einen alten Freund an und erklärte ihm die Sache. Er fand es auch wie einen 6er im Lotto und hat uns sofort anstandslos das Geld geliehen. Endlich konnten wir unsere langersehnten Solarplatten bestellen und das Geschäft konnte beginnen. Wir hatten uns eine Luxus Villa gemietet die wir durch Zufall für ganz kleines Geld bekamen. Die Luxusvilla war nicht teurer wie ein Lagerraum mit Geschäftsadresse. Die Villa hatte ein fettes Pool, 3 Badezimmer usw. Das war alles sehr nobel hier. Nach ca. 3 langen Wochen des Wartens sind endlich unsere Solarplatten angekommen. Juhu das Geschäft kann endlich losgehen. Ich bin umgezogen in die Villa, so konnten wir die Firma vernünftig präsentieren. Mann, was für ein Luxus, das ist meine Welt dachte ich.

Wir warteten noch auf den Vertrag für Spanien der immer noch nicht da war. Langsam kam es mir so vor, als wenn wir hingehalten wurden. Dann passierten zwei Dinge die nicht gut waren, die gar nicht gut waren. Der Hersteller setzte uns eine andere Firma vor die Nase die jetzt auf einmal den Spanien Vertrieb bekommen hatte. Das nur, weil die Riesen-Bestellungen gemacht haben, die hatten einfach viel mehr Geld als wir. Gleichzeitig kamen Briefe, die an alle Handwerksfirmen usw. gesendet worden sind. Es war jetzt verboten, Solarplatten zu Installieren. Der Einbau sollte mit 1500 € bestraft werden, pro Solarplatte. Das war es dann ja wohl für uns gewesen, dachte ich. Meine Werbung war wohl zu effektiv. In Spanien gibt es nur einen Stromanbieter. Dem waren die Mobilen Solarplatten bestimmt ein Dorn im Auge dachte ich. Unsere Solarplatten konnte sich jeder leisten, das wären Riesenverluste für die gewesen.

Jetzt standen wir da. Eine Riesen-Villa und eine Lieferung Solarplatten, die wir nicht mehr so einfach verkaufen konnten. Alle unsere Träume waren zerstört, sie waren zerplatzt wie eine Seifenblase. Unsere neue endlich gesicherte Zukunft hatte sich von einem Tag auf den anderen sich in Luft aufgelöst.

Ich hatte mich da in der Villa eh nicht wohl gefühlt. Das was mir zu protzig und zu nobel. Das war ich nicht, damit konnte ich mich nicht identifizieren. Dann die Mauern da rings herum, ich fühlte mich wie im Knast, wie als wenn ich morgens in den Hofgang musste. Ich musste hier raus. Alle fragten warum ich da ausziehe und wieder in die alte Finca gehe. Ich wusste schon warum. Hier in der Natur, umgeben von Feldern und 2 Kanälen rechts und links neben dem Haus da fühlte ich mich endlich wieder wohl. Na ja, was man so wohl nennen kann. Wir saßen da mit einem Haufen Schulden, Solarplatten die wir hier nicht mehr verkaufen konnten und gesundheitlich ging es mit mir nur noch bergab.

Kapitel 30 "Alles Übel holt mich ein"

Katrin und die Kinder sind schon vor Monaten nach Deutschland zurück gekehrt, weil es hier mit der Schule und den Kindern nicht geklappt hatte. Mit den zu geringen spanisch-kentnissen konnten Max und Jan keinen vernünftigen Schulabschluss machen. Ich wollte nur noch so lange bleiben, bis die Firma so gut läuft, dass wir genug Geld hatten. Dann wollte ich nach Deutschland zurück kehren. Mit diesem Geschäft hätte ich die alten Schulden alle auf einmal zahlen können und wir wären wieder liquide gewesen, raus aus dieser schrecklichen Insolvenz.

Gesundheitlich ging es in den letzten Monaten immer steiler abwärts. Der Druck in meinem Kopf verwandelte sich in heftige Kopfschmerzen und ich hatte seit Monaten Blut im Stuhl. Außerdem hatte ich eine Entzündung im Hals Nasen Ohren Bereich, die nicht weg ging. Am Zahn hatte ich eine riesen Eiterbeule, ich fühlte mich nur scheiße. Ich hatte mir aus der Apotheke Antibiotika geholt, welches ich aber ausgebrochen habe. Dann habe ich es mit Penicillin versucht, aber das habe ich auch nicht vertragen. Mein Magen ist sowieso sehr empfindlich seit der Schussverletzung. Eine Besserung war nicht in Sicht, es wurde sogar immer schlimmer.

Meine Kopfschmerzen wurden so schlimm, dass ich dachte mir haut jemand mit dem Hammer auf den Kopf. Egal ob beim laufen, beim Autofahren wenn es huckelig wurde usw.. Jede Bewegung brachte mehr Schmerzen mit. Beim Einkaufen wurde mir schwarz vor Augen und ich wurde auch schon kurzzeitig ohnmächtig. Ich war kraftlos und schwach. Zudem hatte ich seit der Pleite im Quadcenter angefangen, zu Alkohol trinken. Jeden Tag ein oder zwei Flaschen Wein habe ich getrunken. In Spanien wurde es dann immer häufiger und regelmäßiger. Jeden Mittag zum Essen habe ich Rotwein oder Weisswein getrunken, das ist da normal. Abends habe ich dann so viel getrunken, bis ich irgendwann eingeschlafen bin. So musste ich nicht mehr denken, ich konnte mein Gehirn abstellen. In meinem Rausch plagten mich nicht mehr diese schrecklichen Gedanken, dass mein Leben bald zu Ende ist. Seit dem Frust wegen den Solarplatten habe ich dann komplett durch gesoffen.

Irgendwann reichte der Wein nicht mehr aus und ich mischte diesen mit Weinbrand. Das wurde dann ganz schnell zur Gewohnheit. Ich trank zu dem Wein jeden Tag eine Flasche Weinbrand.

Mein Leben ging zu Ende, das spürte ich. Ich hatte nur noch das Verlangen zu Katrin und den Kindern zurück zu fahren, ich wollte nach Hause. Ich wollte da sterben, wo ich zuhause bin, in Deutschland, in meiner Heimat, bei meiner Familie. Auch war die Hitze die ich so sehr liebte, nach der ich mich immer so sehr sehnte, diese war zu einer echten Qual geworden. Es war schon immer mein Traum auszuwandern und in der ewigen Sonne zu leben. Wir hatten in einem Jahr kaum Regentage gehabt. Ansonsten immer nur die brüllende Hitze. Sogar im Dezember und im Januar fiel das Thermometer am Tage niemals unter 20 Grad im Schatten. Silvester habe ich in Badehose auf der Liege gelegen. Bei uns beginnt im Januar die Mandelblüte wegen dem besonders milden Klima. 50 Kilometer südlich oder nördlich von La Marina schneit und friert es sogar. Bei uns haben wir nichts davon gemerkt. La Marina ist wirklich in einem so genannten Wetterloch.

Nach einigen Monaten fing die Hitze schon an zu stören. Jeden Tag an den Strand wurde auch langweilig und es war drückend heiß. Im Garten lief einem auch der Schweiß und im Haus sah es auch nicht anders. Unsere Klimaanlage haben wir nicht angebaut weil diese eh nicht so gesund ist.

Ich entschied mich, nach Deutschland zurück zu fahren um in meiner Heimat zu sterben. Ich fühlte, dass mein Körper am Ende war.

Kapitel 31 "Zurück nach Deutschland"

Ich flog zurück nach Deutschland und war froh wieder zuhause zu sein. Der Geruch der heimischen Luft war schon etwas Herrliches. Es roch so schön als es geregnet hatte, man was war ich glücklich das erleben zu dürfen. Aber meine Krankheiten waren wirklich schlimm und die Kopfschmerzen waren die Hölle. Ich dachte es brennt ein Feuer in meinem Kopf. Ich habe jeden Tag Schmerzmittel genommen aber die haben kaum noch geholfen. Dann traf ich durch Zufall einen alten Freund, dem ich von meinen Leiden erzählte. Er belächelte mich und sagte: Ach Thomas mache dir doch darüber keine Sorgen. Gegen deine Entzündungen und den Tumor können wir etwas machen, ganz ohne Medikamente und ganz ohne Operation. Ich fragte ihn ob er irgendwelche Drogen konsumiert hat. Ich sagte, ich bin todkrank und damit scherzt man nicht. Er belächelte das und sagte zu mir, das ist kein Scherz. Ich sage dir was du bestellen musst und dann wirst du wieder gesund. Ich wusste nicht was ich davon halten sollte aber ich vertraute meinem alten Freund. Wenn man den Tod vor Augen hat ergreift man wirklich jeden Strohhalm.

Ich schrieb mir auf was ich bestellen sollte und fuhr nach Hause. Ich schaute erst einmal im Internet was er mir da empfohlen hatte. Es waren alles reine Naturprodukte bis auf eine Sache. Als ich nach dieser schaute und mich schlau machte, las ich Erschreckendes, von Gesundheitsschäden bis hin zum Tod. Da ich eh mit meinem Leben abgeschlossen hatte, entschied ich mich dazu, dieses umstrittene Mittel zu testen. Zu verlieren hatte ich eh nichts mehr. Ich bestellte mir die Lösung und fing an diese zu trinken. Ich musste das auch vor Ort selber herstellen. Es schmeckte wirklich grauenhaft.

Nach drei Tagen bekam ich schrecklichen Durchfall. Aber meine Eiterbeule am Zahn war verschwunden, die Entzündung schien raus zu sein. Nach weiteren 3 bis 4 Tagen war meine Entzündung im Hals/Nasen/Ohrenbereich auch verschwunden und meine Kopfschmerzen gingen langsam zurück. Nach ca. 10 Tagen setzte ich das Mittel ab und nahm weiterhin brav meine Naturpräparate. Nach ca. 6 weiteren Wochen waren meine Kopfschmerzen wie von Geisterhand verschwunden und ich fühlte mich nicht mehr so schwach. Das war unglaublich. Jeder Mensch kennt seinen Körper. Ich habe gespürt wie schwach ich war und wie belastet mein Körper war. Das war alles verschwunden und ich fühlte mich fast wie neu geboren. Ich hatte zwar immer noch das Leiden am Bauch und am Bein durch die alte Schussverletzung, aber ich musste nicht mehr kurzzeitig sterben. Das war ein wahnsinnig tolles Gefühl.

Kapitel 32 "Der Alkohol macht alle Hohl"

Meine Krankheiten waren alle weg und körperlich fühlte ich mich fast wie neu geboren was nicht übertrieben war. Ich hatte zwar immer noch die Folgeerscheinungen der Schussverletzungen, ewige Bauchschmerzen, Schmerzen im Bein und laufen konnte ich nicht länger als eine halbe Stunde am Stück, aber ich lebte wieder. Mein Leben bekam wieder einen Sinn. Mein eines Bein war 3 cm kürzer als das andere, was sich im Hüftbereich bemerkbar machte. Eine Einlage für die Schuhe wolle ich nicht, da ich eh meistens barfuß rumlief. Dann würde ich mal schief und mal gerade gehen. Also alles so belassen wie es ist dachte ich.  Mir war mir alles egal. Das wichtigste war, dass diese Kopfschmerzen und Entzündungen aus meinem Körper gingen, alles andere war nicht mehr lebensbedrohlich.

Nur hatte ich jetzt noch ein viel größeres Problem, ein Problem welches ich nur von anderen Menschen kannte denen ich geholfen hatte. Ich war dem Alkohol verfallen. Seitdem es damals mit dem Laden und allem anderen bergab ging, fing ich an zu trinken. Seit der Insolvenz wurde aus dem Trinken echtes Saufen. Fast jeden Tag trank ich meine Flasche Wein, ab Spanien sogar täglich. Ich brauchte schon ein paar Flaschen am Tag um endlich den Status zu erreichen, den ich mir erwünscht hatte, nämlich total benebelt zu sein, so dass ich nicht mehr nachdenken musste. Irgendwann reichte mir der Wein nicht mehr aus und es kam der Weinbrand dazu wie schon im Kapitel 30  beschrieben. Ich mischte mir jeden Tag meinen Sangria mit einer Flasche Weinbrand. Ich versuchte mit Hilfe des Alkohols zu vergessen, so konnte ich mein Gehirn abstellen und musste nicht mehr nachdenken.

Aber der Alkohol hatte auch unangenehme Nachwirkungen, ich wurde aggressiv davon. Ich versuchte mit dem Trinken aufzuhören. Schon am ersten Tag des Entzuges lief mir der kalte Schweiß am ganzen Körper herunter, als wenn ich unter der Dusche stand. Mir war langweilig, ich wusste nichts mehr mit mir anzufangen. Ich hatte an nichts mehr Spaß. Ich brauchte Ablenkung. Egal was ich tat, meinem Körper hatte das nicht gefallen. Jede kleinste Anstrengung trieb mir den Schweiß auf die Stirn. Das war aber alles nicht so schlimm. Das Schlimmste war der Kopf. Ich wusste nichts mehr mit mir anzufangen, ich dachte immer nur daran endlich etwas zu trinken. Die Gier nach dem Alkohol war einfach zu groß. Ich entdeckte wieder das Fahrradfahren, welches mir Bewegung verschaffte und dabei keine Schmerzen hinterließ wie zum Beispiel das Laufen. Jeden Tag fuhr ich eine kleine Strecke mit unserem Hund Paul. Und um Beschäftigung zu haben, die mein Gehirn abstellen sollte um nicht mehr nachzudenken, um das Verlangen nach dem Alkohol zu lindern, fing ich an wieder an  X-Box zu spielen. Headset auf und ab geht es. Ich zockte den ganzen Tag und teilweise die ganze Nacht. So hatte ich eine Aufgabe. Es war klasse mit anderen Menschen zu sprechen übers Headset, egal um welche Uhrzeit. Das hat mir sehr dabei geholfen, den Feind Alkohol zu besiegen. Das Zocken habe ich beibehalten, weil es mir hilft abzuschalten. Überwunden hatte ich den Teufel Alkohol aber noch nicht, aber immer wenn ich das Verlangen hatte zu trinken, dann habe ich die X-Box wieder angemacht. Das klappte wirklich sehr gut. Abends ist das Verlangen nach Alkohol immer am schlimmsten gewesen. Aber damit kam ich klar, es wurde von Monat zu Monat besser.

Kapitel 33 "Mir gehen die Augen auf"

Nach diesen ganzen wundervollen Ereignissen, nachdem fast alle meine Leiden geheilt waren, habe ich mich mit Krankheiten und Naturheilkunde beschäftigt. Was ich hier erfahren habe, ließ mein altes Weltbild erschüttern. Ich wusste eines, mein Gefühl hat mich niemals getäuscht. Ich wusste schon warum ich niemals darüber nachdachte, eine Chemotherapie zu machen. Ich habe wie ein Wahnsinniger nach Antworten auf viele meiner  Fragen gesucht und ich habe mehr Antworten gefunden als mir lieb gewesen ist. Ich habe mir Vorträge angehört von Ärzten, Wissenschaftlern, Naturheilkundlern und Heilpraktikern. Ich war so fassungslos über das was ich hier erfahren habe, dass ich meine ganzen Erfahrungen nieder geschrieben habe und in die ich in Form einer Homepage ins Internet gestellt habe. Die Webseite heißt sichergesundleben.de und diese ist online und für alle einsehbar. Das ist mein Projekt, wo ich versuche die Menschen aufklären, wie sie sicher und gesund leben.

Kapitel 34 " Neue Projekte"

Egal was ich machte, die Schmerzen der alten Schussverletzungen begleiteten mich auf all meinen Wegen. Schon morgens beim Aufwachen war der Schmerz schon da. Ein Stechen und Brennen war in meinem Bauch, das hörte niemals auf. Ich probierte Selbstheilmethoden, und las alles darüber wie man strake Schmerzen ohne Medikamente lindern kann. Aber geholfen hat das alles nicht so wirklich.

Durch meine Webseite sichergesundleben.de habe ich Kontakt zu vielen Menschen bekommen. Ich habe Menschen kennen gelernt die schwer krank waren, die von Ärzten schon aufgegeben worden sind. Diese Menschen leben heute noch, nach teilweise 10 Jahren. Ich war so erstaunt darüber, dass ich mehr erfahren musste. Ich wollte alles wissen.

Ich forschte immer tiefer und stelle fest, dass vieles war wir glauben nur Fiktion ist, ein von Menschen gemachtes Übel, das uns Menschen verändert. Einige an Krankheiten existieren noch nicht einmal. Diese wurden erfunden um weiter fleißig Medikamente an die Menschen zu verkaufen. Hier geht es nur um eines, um Geld und Macht.

Das beste Beispiel dafür ist Katrins verstorbene Mama, die liebe Omi Sibylle. Omi war topfit und ging zum Arzt, weil sie schon länger Husten hatte und einen leichten Druck auf dem Brustkorb verspürte. Der Arzt diagnostizierte Lungenkrebs. Omi kam sofort ins Krankenhaus und bekam eine Chemotherapie. Man konnte förmlich zusehen wie es Omi von Tag zu Tag schlechter ging. Wir hofften alle, dass die Chemotherapie Omi helfen würde, denn wir brauchten Omi, unsere Kinder brauchten Omi. Sie war die einzige die sich richtig herzlich um ihre Enkelkinder gekümmert hat. Es dauerte ca. ein halbes Jahr und Omi war tot. Wir waren damals alle ganz fertig mit der Welt. Kurze Zeit später verstarb auch Katrins Stiefvater, der liebe Hans. Hans hatte MS und saß im Rollstuhl. MS ist eine schwere Krankheit, die nicht heilbar ist und die mit Sicherheit zum Tod führte, dachte ich damals. Heute bin ich schlauer. Im Laufe der Zeit lernte ich durch mein Projekt sichergesundleben.de auch Menschen kennen, die seit vielen Jahren an MS litten und die heute aber noch am Leben sind. Die Krankheit geht bei denen einfach nicht weiter. Das erschien mir nahezu unglaublich. Ich recherchierte weiter, merkte dass alles was ich hier erfahren habe, wahr ist. Es soll sogar Mittel, das die Krankheit MS zwar nicht heilt, diese aber nicht weiter zum fort schreiten bringt. Als ich diese Einsicht bekam war ich geschockt. Ich musste weinen, weil ich mich schuldig fühlte, schuldig damals nichts getan zu haben, um Omi und Hans zu helfen. Ich wusste genau, wäre ich damals auf dem Wissensstand von heute gewesen, dann wären Omi und Hans heute noch am Leben, das weiß ich hundertprozentig. Das konnte ich nur schwer verkraften. Hätte ich damals richtig nachgeforscht dann wäre es niemals so weit gekommen. Diese Umstände belasten mich heute noch zutiefst.

Kapitel 35 "Unglaubliche Entdeckungen"

Ich forschte immer tiefer und tiefer. Wenn es um die Gesundheit geht, sollte man alle Wege gehen und alles mit in Betracht ziehen. Schnell stellte ich fest, das vieles was wir als gesund empfinden, was uns die Industrie als gesund verkauft, das dieses eher schädlich ist als dass es uns hilft.

Je tiefer ich bohrte, desto erschreckender wurde es. Was ich hier entdeckt habe war schlicht weg unmöglich, dachte ich, das war wie in einem Hollywood Film. Ich entdeckte dass Fluorid welches in unserer Zahnpasta, Salz usw. ist, dass dieses Fluorid sehr gesundheitsschädlich ist. Künstliches Fluorid ist ein eingetragenes und patentiertes Rattengift. Es ist so aggressiv das man es noch nicht einmal in Fässern einbuddeln kann, es würde sich da regelrecht durchfressen. Deshalb zerstört Fluorid auch alles an Bakterien usw. im Mund (auch die Guten). Und der Zahnschmelz wird dabei auch völlig zerstört. Kein Wunder, dass wir ständig zum Zahnarzt rennen und andere sich daran dumm und dämlich verdienen.

Dann stieß ich auf die Jodlüge. Jod wird uns allen als gesund verkauft. Es wird uns weis gemacht, wie es auch auf vielen Verpackungen steht, gesünder mit Jodsalz. Aber künstliches Jod führt zur Kropfbildung und fördert sehr viele Krankheiten. Das hat mich ganz schön erschreckt.

Und es wurde noch schlimmer. Ich erkannte, dass in nahezu allen Diät und Light Produkten ein künstlicher Süßstoff namens Aspartam enthalten ist. Nach meinen Recherchen über Aspartam konnte ich nicht glauben, was ich hier entdeckte. Ich forschte weiter, suchte nach Quellen die mir Informationen geben und das bestätigten was ich hoffte, dass es nur eine Fiktion ist, eine Geschichte, eine so genannte Verschwörungstheorie. Aber leider war das was ich recherchiert hatte real. Aspartam wurde bis in den 70er Jahren als Biochemisches Kampfmittel eingesetzt. Aspartam macht dumm und gleichgültig, es verändert einen zu einem ängstlichen dummen Menschen. Die Nebenwirkungen von Aspartam sind erschreckend.

Der vierte Punkt bezüglich schädliche Substanzen in den Nahrungsmitteln bezog sich auf Glutamat. Man hört und liest ja das Gluten nicht gesund sein sollen aber na ja, so schlimm kann es ja nicht sein. Es wird ja schliesslich verkauft dann kann es ja nicht schädlich sein. Aber auch was ich hier entdeckte, ließ mich an meinem guten Weltbild zweifeln. Glutamat ist ein regelrechter Gehirnzerstörer. Die Folgen von Glutamat sind verheerend und stark gesunheitsschädlich. Außerdem macht Glutamat fett. Schon maximal eine Stunde nach der Einnahme von Nahrung die mit Glutamat versetzt ist setzt das Hungergefühl wieder ein. Direkt nach dem Essen hat man ein starkes Sättigungsgefühl welches dann nach kurzer Zeit wieder in Hunger umgewandelt wird. Das alles was wie ein schlechter Film klang war leider echte Realität.

Mit Handys, Schnurlostelefonen usw. sieht es auch nicht besser aus. Jeder hat schon mal gehört das Handys nicht gesund sind, aber was soll es, jeder hat doch ein Handy, so schlimm kann das Ganze nicht sein. Als ich mir Studien und unabhängige Forschungen zu Mobilfunk, W-Lan, Schnurlostelefone usw. angesehen habe, gingen mir richtig die Augen auf. Ich erkannte wie schädlich diese Strahlungen wirklich sind und entschied mich dazu, mein Handy abzuschaffen, mein Wlan auszuschalten und alle meine Geräte zu verkabeln. Auch das Funktelefon im Haus habe ich durch ein altes schnurgebundenes Wählscheibentelefon ersetzt. Ich muss sagen der Verlust des Handys, was ich so dringend brauchte, war ein richtiger Entzug. Es hat Monate gedauert bis ich damit klar gekommen bin, kein Handy mehr zu benutzen. Das war hart, erst jetzt habe ich gesehen wie abhängig ich von meinem Handy gewesen bin. Ich fühlte mich leer und hilflos ohne mein Smartphone. Doch es war unglaublich was der Entzug des Handys in mir ausgelöst hat.

Durch diese ganzen Umstände hatte ich mich dazu entschlossen unser Leben und unsere Essgewohnheiten komplett umzustellen. Wir sind anders einkaufen gegangen und haben darauf geachtet, nichts zu kaufen worin, Aspartam, Flourid, Jod oder Glutamat enthalten ist. Getränke kaufen wir ausschliesslich nur noch in Glasflaschen. Wir haben nur noch Wasser und Fruchtsäfte getrunken. Cola, Limonade usw. kauften wir auch nicht mehr. Bei uns im Haus herrschte auch absolutes Handyverbot, Das W-Lan hatte ich auch abgestellt. Das hatte wirklich vieles bei uns verändert. Wir hatten besser geschlafen(das ist Heute immer noch so) und die Kinder waren konzentrierter in der Schule(auch dieses ist Heute noch so). Es war eine der besten Entscheidungen die wir jemals getroffen haben in unserem Leben.

Mein Projekt sichergesundleben.de wurde immer bekannter und täglich bekam ich E-Mails von Menschen die ich nicht kannte, von Menschen die durch meine Homepage ein besseres Leben führten. Jede E-Mail die ich bekam, jeder Anruf den ich bekam, wo sich Menschen bedankten, das war ein richtiger Segen für mich. Das war meine neue Aufgabe, die Menschen aufklären über alles was man wissen muss um besser und gesünder zu leben.

Kapitel 36 "Jetzt gingen mir richtig die Augen auf"

Nach meiner Suche zum Thema Gesundheit fragte ich mich, warum und wer uns das antut. Warum werden vielen Nahrungsmitteln Stoffe zugesetzt, die uns Menschen schaden? Was macht das für einen Sinn? Ich suchte nach Antworten auf meine Fragen und ich wurde sehr schnell fündig. Wir leben in einer Welt, die mehr Schein als Sein ist, stellte ich fest. Wir Menschen wurden unserer alten waren Werte beraubt, der Güte und der Nächstenliebe. Die Welt besteht fast nur noch aus Menschen mit kaltem Herzen für die nur eines wichtig ist, Material und Rang.

Mit Material meine ich: Geld, Autos, Häuser, eben alles was man sich kaufen kann. Für die richtige Summe verkauft fast jeder seine Freunde, um eine angebliche Sicherheit zu haben, um angeblich sorgenfrei zu leben. Eine angeblich gesicherte Zukunft ist das, was jeder Mensch haben möchte. Wir streben nach falschen Werten. Das wurde uns im Laufe der Jahrhunderte so beigebracht, das wurde uns so anerzogen.

Mit Rang meine ich: Jeder möchte etwas darstellen, jeder möchte viele freunde haben, jeder möchte von allen geliebt werden, jeder möchte berühmt werden und Ansehen bekommen. Danach strebt fast ein jeder. Rang ist auch sehr eng mit Macht verbunden, denn wer Ansehen hat der hat auch Einfluss, und wer Einfluss hat der hat auch Macht. Und Macht, macht süchtig. Ich stufe die Macht als die stärkste Droge ein, die in unserem starke sucht Gefühle auslöst .

Ich ging mit offenen Augen durch Leben und beobachtete meine Umwelt und meine Mitmenschen ganz genau. Was mir da bewusst geworden ist, das war erschreckend, so erschreckend, dass ich das erst einmal verarbeiten musste. Das war für mich wie ein Schlag ins Gesicht. Die Menschen waren manipuliert durch Medien und Geschichte. Uns wurden falsche Werte gelehrt, Werte die von dem eigentlichen Leben ablenken sollen. Fast alles was uns als schön und gut verkauft wird macht uns zu dem was wir geworden sind, Menschen die nur an sich selber denken. Menschen die gefangen sind in einer Scheinwelt wo nur der etwas sein kann, der etwas hat, nämlich Geld oder Rang. Haste Nix biste Nix, so läuft das hier. Wir Menschen arbeiten, arbeiten und arbeiten, um uns Dinge zu leisten die angeblich unser Leben verbessern und uns glücklich machen sollen. Aber das ist nicht so. Viele Dinge werden geschaffen, damit wir konsumieren, um noch mehr zu arbeiten.

Viele Menschen suchen sich einen oder sogar zwei Nebenjobs, nur um sich Dinge leisten zu können, von denen uns weis gemacht wird, dass wir diese brauchen und diese unser Leben verbessern. Das Fernsehen, die Zeitungen und die Werbung zeigen uns ja, was uns glücklich macht. Am besten jedes Jahr das neuste Handy, alle 2 Jahre einen neuen Fernseher, Markenkleidung und wieder einen Kredit für ein neues Auto. Nur damit alle sehen was man hat. Aber eines geschieht hier ohne dass wir es merken. Wir werden unseres eigenen Ich`s beraubt. Wir werden zu kalten und hartherzigen Menschen. Wir denken immer, dass wir alles richtig machen und dass die anderen Menschen Fehler machen. Das ist aber nicht so. Wir haben keine Zeit mehr, keine Zeit für unsere Familien, keine Zeit für unsere Freunde und unsere Mitmenschen. Wir haben noch nicht einmal Zeit für uns selber, Zeit uns selbst zu finden. Diese Zeit wird uns genommen durch die Arbeit. Zeit ist für uns ist das Wichtigste was wir für uns brauchen und dieser so wichtigen Zeit werden wir beraubt. So denken wir nicht nach, wir haben ja keine mehr Zeit dafür. Deshalb plagen uns jeden Tag geheime Ängste, Angst bald nichts mehr zu haben, Angst älter zu werden, nicht mehr arbeiten zu können und dann nicht im Alter versorgt zu sein und so weiter. Diese Angst wurde uns beigebracht im Laufe der Jahrhunderte.

Kapitel 37 "Die Kunst der Manipulation"

Die meisten Menschen die an Manipulation denken, bringen das meistens mit irgendwelchen Geheimagenten, Spritzen, Labore usw. in Verbindung. Dem ist aber nicht so. Die Kunst der Manipulation ist es, dich denken zu lassen, dass alles was um dich herum passiert richtig ist, dass dein Leben so verlaufen muss wie es das Weltbild von Dir verlangt. Nur wer macht das Weltbild?

Alles was wir wissen, alles was und beigebracht wird, lehren uns unsere Eltern, die Schule, die Medien, die Zeitungen und das Fernsehen. Das ist schon immer so gewesen. Selbst Freunde die dir etwas beibringen, haben dieses Wissen irgendwo in den Medien aufgeschnappt oder über jemanden, der es aus der Zeitung, den Nachrichten oder aus den Fernsehen hat, also von den Medien. Wenn wir uns unsere Fernsehsender und die großen Zeitungen so ansehen dann berichten komischerweise alle über dieselben Themen die zum größtenteil negativ sind und die allesamt aus ein und der selben Quelle zu kommen scheinen. Das ist doch schon echt komisch oder? Hier an dieser Stelle solle sich jeder einmal fragen, wie das angehen kann. Das sollte jeder mal für sich selber recherchieren und sich eine eigene Meinung bilden. Wenn ich meine Erfahrungen dazu hier niederschreiben würde dann wäre das Buch etwas verfehlt. Das ist so viel Stoff das es für ein eigenes Buch reichen würde. Also habe ich dieses Thema hier nur einmal kurz angeschnitten.

Wer bildet Uns?, wer formt unserer aller Meinung? Wie kommen fast alle zur selben Meinung? Das ist nur möglich durch Presse und Medien. Durch ein Sprachrohr, das von allen gehört, gesehen und gelesen wird, also durch Presse, Werbung und Fernsehen. Fassen wir das mal alles zusammen in das Wort MEDIEN.

Also wenn alle Medien berichten, dass Paul gut ist, dann mögen wir alle den Paul. Wenn alle Medien berichten, dass Paul schlecht ist, dann mögen wir alle den Paul nicht mehr, so einfach ist das Ganze. In diesem Jahr berichten wir nur Gutes über Paul und Paul ist gut. Ich nächsten Jahr möchten wir, dass Paul nicht mehr gemocht wird, aus welchem Grund auch immer dann berichten wir eben negativ. Das ist kein Problem, dann wird eine gemeinsame Negativ Berichterstattung gemacht und Paul wird von allen gehasst. Paul ist jetzt der Böse.

Und so einfach ist es mit allen Dingen auf dieser Welt und nicht nur mit Paul. Wenn man sich einmal vorstellt, dass fast alle Medien auf dieser Welt ihre Informationen aus derselben Quelle schöpfen, dann liegt es auf der Hand wer hier auf der Welt die Fäden zieht.

Schon die Erziehung unserer Kinder wird zum größten Teil von den Medien übernommen, ohne dass wir es merken. Das ist die wahre Kunst der Manipulation. Die Eltern brauchen Auszeit oder wollen mal Sex haben, dann wird das Kind meistens vor den Fernseher gesetzt. Hier lernt jedes Kind Markenherstellern zu vertrauen. Hier wird dem Kind alles gezeigt, auch Dinge die sie eigentlich nicht lernen sollen. Abends werden den Kindern Geschichten vorgelesen. Geschichten die den Kindern Angst machen wie die Geschichte von Rotkäppchen und dem bösen Wolf wo Menschen gegessen werden, wo Bäuche aufgeschlitzt und wieder zugenäht werden. Kann das gut sein wenn wir unseren Kindern solche Geschichten erzählen? Gute Nacht Geschichten lassen unsere Kinder träumen, Träume von teilweise schrecklichen Dingen die schön verpackt in vielen Märchen stecken. So ist es leider mit vielen berühmten Märchen, diese Märchen bereiten uns Menschen darauf vor, Angst zu haben. Zum Beispiel Hänsel und Gretel, das ist eine Geschichte die gerne und viel erzählt wird, denn fast jedes Kind kennt. Hier sollen Kinder "gegessen werden" und Menschen werden verbrannt. Eltern verlassen ihre Kinder wegen zu wenig Geld und setzen sie aus. Hier wird den Kindern so viel negativer Input gegeben, dass es schon fast ein Verbrechen ist diese Geschichte zu erzählen. Daher kommen auch viele Alpträume und Schlafstörungen. Das ist die Vorstufe der Manipulation.

Dann geht es weiter mit dem Kindergarten wo unsere Kinder lernen was gut ist. Doch was ist gut? Hier fangen unsere Kinder an zu lernen einer Autorität zu gehorchen. In dieser Zeit haben wir keine Kontrolle mehr über das was unseren Kindern beigebracht wird was in ihren Köpfen förmlich eingehämmert wird. In dieser wichtigen Lernphase haben fremde Menschen die Kontrolle über unsere Kinder und helfen diese zu Formen. Diese Entwicklungsphase und alles was die Kinder in dieser so wichtigen Zeit lernen prägt ihr eigenes Wesen und macht sie zu dem was sie später werden. 

Dann kommt die zweite Stufe der wohl wichtigsten Entwicklungsphase unserer Kinder, die Schule. Hier werden unsere Kinder geformt, sie werden aufs Leben vorbereitet. Alles was unsere Kinder in der Schule lernen macht sie zu dem was sie später sind. Wir Eltern tragen leider nur einen kleinen Teil zur Erziehung unserer Kinder bei, auch wenn wir denken das es anders ist. Die Erziehung unserer Kinder übernehmen in Wahrheit die Lehrer, die Medien und die Werbung. In der Schule lernen unsere Kinder zu gehorchen und ihr sauberes kindliches Gehirn wird zugemüllt mit kalten Zahlen, Buchstaben und Fakten. Sie dürfen nicht eigenständig auf die Toilette gehen sondern nur wenn eine Autorität Namens Lehrer ihnen dieses erlaubt. Die Kinder dürfen nicht eigenständig reden, nur wenn sie die Hand heben und die Autorität es ihnen erlaubt zu reden. In regelmäßigen Zeitabständen ertönt eine Glocke und befielt den Kindern raus zu gehen und sich zu bewegen. Auch hier gibt es Befehle von Autoritäten die Schule zu verlassen welches meiner Meinung nach eher einem Gefängnis ähnelt als einer Schule. In den ersten Schuljahren kann ich das ja verstehen wegen der Sicherheit unserer kleinen Kinder zum Schutz vor Verkehrsunfällen usw. Aber so ist es leider auch noch wenn unsere Kinder älter werden. Und sollte es mal aufgewachte Eltern geben die den Wahnsinn des Schulalltages erkannt haben und die ihre Kinder nicht in die Schule schicken möchten dann werden sie dazu gezwungen. Dieses geschieht angefangen von Geldstrafen bis hin zum erzwungenen Schulbesuch durch bewaffnete Menschen, durch die Polizei. Es darf doch nicht sein das andere Menschen über das Wohl und Leid unser eigenen Kinder entscheiden und dieses bestimmen oder? Doch leider sieht die Realität dann doch etwas anders aus. Wenn unsere Kinder dann irgendwann aus der Schule entlassen werden sind sie zu Menschen geworden die bestimmte Sachen nicht mehr hinterfragen und sich alles gefallen lassen. Sie glauben jetzt an Autoritäten. Und bei alle dem begleiten sie jeden Tag die Medien.

Dann beginnt die Ausbildung und wer sich dieses Wort einmal genau anschaut der sollte schnell feststellen das es eigentlich heißt "Aus mit der Bildung". Auch hier lernen wir immer weiter uns unterzuordnen und einer Autorität Namens Meister zu gehorchen. Auch erlernen wir hier nur "Einen Beruf" und somit sind wir ständig auf die Hilfe anderer Menschen, anderer Firmen angewiesen, weil wir ja nur eine Sache richtig können. Dadurch fahren wir nur eingleisig und müssen immer für arbeiten bezahlen die wir selber nicht ausführen können weil wir diese nie gelernt haben. Somit ist die gesamte Schul und Lernzeit nichts weiter ans ein Staatlich angeordnetes Umerziehungsprogramm welches unsere Kinder zu ängstlichen, kalten und eigentlich dummen Menschen erzieht. 

Und bei allem was wir tun begleiten uns die Medien jeden Tag. Nicht nur zu Hause, nein auch im Auto wird meistens das Radio eingeschaltet und ein Fernseher im Auto ist auch schon keine Seltenheit mehr heutzutage. Das Handy setzt dem ganzen noch die Krönung auf. Egal wo wir uns befinden, das Handy ist unser ständiger Begleiter. Egal wo ich hingehe, die Menschen sind wie besessen von ihren ach so geliebten Mobilfunkgeräten. Das Handy übernimmt vieles und macht das Leben angeblich leichter. Ich gehe zum Beispiel in ein Wartezimmer, egal ob beim Arzt oder bei den Behörden. Da sitzen 20 Menschen und 19 davon beschäftigen sich mit ihrem Handy oder lesen Zeitung. Keiner unterhält sich mehr, alle sind wie gebannt von dem kleinen elektronischen Teufelchen. Ich besuche verschiedene Familien und schaute mir das Bild an. Was macht eine Familie so?. Papa und Mama sitzen vor dem Fernseher, wobei fast jeder nebenbei mit seinem Handy oder Tablet PC spielt. Der Fernseher scheint schon Nebensache zu sein. Die Kinder surfen im Netz oder sitzen vor der Spielkonsole, um hier in eine eigene spannende Welt einzutauchen. Ja das ist aus unserem Leben geworden, wir beschäftigen uns fast nur noch mit Dingen, die uns verkauft werden! Da durch verlieren wir den Bezug un anderen Menschen. Wir lernen das wir diese nicht mehr brauchen. Egal welche frage du hast, dein Handy beantwortet dir diese dank der Suchmaschinen und online Lexikon. Warum die Mühe machen andere Menschen zu fragen, warum mit anderen Menschen sprechen wenn es doch viel einfacher geht? Manche Menschen schotten sich richtig ab und haben keinen Spaß mehr daran mit anderen Menschen zu sprechen. Das alles spaltet uns Brüder und Schwestern die wir eigentlich sind.

Die Zeiten sind vorbei, als abends fröhliche Lieder gesungen wurden und Spiele wie "Mensch ärgere dich nicht" oder Mau Mau gespielt wurden. Und die schönen Skatabende sind auch Geschichte geworden. Wir sind jetzt im Zeitalter der Elektronik, ein Zeitalter in das wir hinein gedrängt worden sind, ein Zeitalter der totalen Kontrolle und Manipulation.

Das Schlimme ist, dass wir durch die Medien in Angst leben. Angst die uns beigebracht worden ist, Angst die uns gelehrt worden ist. Schon die Nachrichten lernen uns falsche Werte. Überwiegend erfolgt eine negative Berichterstattung. Hier lernen wir, dass es Gewalt, Mord und Totschlag auf der ganzen Welt gibt und wir lernen es, dabei zu zusehen, das zu akzeptieren und machtlos zu sein. Wir können nicht helfen. So lernen wir, dass Gewalt, egal in welcher Form normal ist und wir akzeptieren diese. So wird uns durch die Entfernung gelehrt machtlos zu sein, wir können nicht helfen. So ist Gewalt normal für uns geworden. Wir haben gelernt zu zusehen und wir werden nicht handeln egal wie Grausam es auch ist.

Kapitel 38 " Gedanken machen krank"

Über was denken wir Menschen täglich nach? Wenn wir wach sind denken wir eben fast durchgehend. Unser Gehirn können wir leider nicht so einfach abstellen. Ca. 70% all unserer Gedanken drehen dich nur um ein und dasselbe. Man denkt ständig an das, was uns förmlich in unseren Kopf eingetrichtert wird. Wir denken an: Rechnungen, Altersvorsorge, Arbeit, Kinder, Schule, Schmuck, Parfüm, Urlaub, Haus, Eigentum, Geld, Alkohol, Drogen, Ansehen, Macht, Schönheit, an ein neues Auto, ich brauche neue Schuhe, die Kinder brauchen Klamotten, Schulsachen müssen her und so weiter. Diese Gedanken füllen ca. 70 % unseres Tagesablaufes. Wenn man begreift, dass wir das alles nicht brauchen, dann denken wir darüber nicht mehr nach. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie frei ihr dann seid, wie viel Zeit ihr für eure eigene Kreativität wieder haben werdet. Wie viel Zeit ihr wieder für unsere Mitmenschen haben werdet. Von dem Moment an wird sich dein Leben auf einen Schlag ändern und du bist wieder du selbst. Und du wirst gesund. Menschen die das erkannt haben sind nicht selten von Krankheiten und Leiden befreit worden.

Kapitel 39 "Endlich schlauer"

Ich erkannte, dass die Welt eigentlich in 2 Teile aufgeteilt ist.

1. Die arbeitende Masse egal ob Reich oder Arm

2. Eine kleine Minderheit, die unglaublich viel Reichtum hat und immer reicher werden.

Das was ich immer für unmöglich hielt war keine Fiktion, sondern die harte Realität. Auf der einen Seite das arbeitende Volk, egal ob normaler Arbeiter oder Millionär, der sich alles leisten kann und auf der anderen Seite die Herrscher. Wir haben alle eines gemeinsam, jeder von uns muss die Hälfte von dem was er sich hart erarbeitet, was er verdient, abgeben und das an eine kleine Minderheit. Früher wurden Steuern für unsere Bürger eingesetzt. Die Bahn wurde gebaut, damit die Armen günstig reisen konnten, Autobahnen wurden gebaut, Bibliotheken wurden für die Bürger eröffnet usw. Heute ist das leider anders. Die Bahn, Autobahnen usw. sind und werden nach und nach privatisiert, Unsere Steuern werden verschwendet für alles, aber nicht mehr für unsere Bürger. Und wir zahlen noch viel mehr Steuern als früher.

Die Politiker zahlen sich Riesen-Gehälter und arbeiten nicht. Stattdessen verschleudern sie unser Geld für ihre eigenen Interessen. Kriege werden geführt die wir nicht wollen, Riesen-Mengen an Geld fließen ins Ausland, Massen Einwanderungen usw. Für was und für wen arbeiten wir denn? Die Hälfte unserer Arbeitszeit arbeiten wir für andere Menschen und nicht für uns. Und wenn man einmal genau nachrechnet dann sind es eher 70 % unserer gesamten Arbeitszeit. Dann zahlen wir wieder Steuern auf alles was wir uns kaufen und alles was verkauft wird da sind eh schon Zinsen drauf so komisch sich das auch anhört. 

Nach allem was ich in der letzten Zeit gelernt hatte, war ich ziemlich fertig. Das musste ich erst einmal alles verarbeiten. Diese ganzen Erkenntnisse gaben mir aber auch neuen Mut. Schon oft im Leben habe ich mich gefragt, ob mein Leben hätte doch anders verlaufen sollen. Hätte ich doch Arschkriechen sollen und fleißig arbeiten wie ein Roboter? Hätte ich die Schule doch mit Abschluss beenden sollen und studieren sollen? Hätte ich doch wählen gehen sollen und so werden wie meine Eltern und Großeltern?. Nein, ich erkannte dass ich immer alles richtig gemacht habe in meinem Leben. Meine Gefühle hatten mich niemals getäuscht. Mein innerstes wusste ein Leben lang schon das, was mein Verstand erst jetzt begreifen solle. Als ich mich der Schule den Autoritäten wiedersetzte fühle mein innertes das, warum ich das gemacht hatte wusste ich ja damals nicht, ich fühlte es nur. Aber heute fühle ich es nicht nur, ich weiß jetzt warum, ich kenne jetzt den Grund dafür warum ich mich mein Leben lang Autoritäten wiedersetzte.

Kapitel 40 "Ich wollte die Welt verbessern"

Mir war klar, dass es so nicht weiter gehen konnte. Ich hatte nur noch ein Ziel, ich wollte es in die Welt hinaus schreien. Ich wollte, dass die Menschen aufwachen und das sehen, was ich sah. Ich klärte meine Freunde und Bekannten auf, merkte aber schnell dass die meisten schon zu sehr in dieser Scheinwelt lebten und diese akzeptiert und angenommen haben. Viele haben Abstand von mir gehalten weil sie das alles nicht glaubten was ich erfahren und gelernt hatte. Die kauften sich weiterhin Zahnpasta mit Fluorid, kauften sich jodiertes Salz, Lebensmittel mit Aspartam und Glutamat. gingen weiter in die Fastfood Restaurants, machten weiter mit ihren Zwangskäufen und profilieren sich weiter mit dicken Autos, neuen Häusern und mehr.

Was ganz schlimm ist, was ich wirklich sehr erschreckend fand ist es, das sich die Menschen selber nicht mehr lieben. Sie lieben nur noch das was sie darstellen möchten. Die Menschen haben ihr Selbstwertgefühl verloren. Manche Menschen schämen sich sogar ihrer selbst, so dass sie sich sogar operieren lassen. Nasen werden operiert, Fett wird abgesaugt, Augen werden geliftet, Brüste werden vergrößert und vieles mehr. Diese Menschen sind schon so sehr manipuliert das sie sich selber hässlich finden, sie fühlen sich nicht mehr wohl als der mensch wie Gott sie erschaffen hat, so wie sie geboren worden sind. Sie glauben mit ihrem Aussehen nicht mehr ein akzeptables Mitglied dieser Gesellschaft zu sein.  Diese Menschen haben so teilweise starke Minderwertigkeitskomplexe, dass sie etwas aus sich machen, was sie selber nicht sind. Mehr Schein als Sein. Hier hatte die Kunst der Manipulation vollen Erfolg.

Ich lerne viele liebe nette Menschen kennen, Menschen die auf demselben Wissensstand waren wie ich. Ich suchte im Internet und schloss mich verschiedenen Gruppierungen an. Hier traf ich Menschen aus den verschiedensten Schichten, Nationalitäten und Religionen die alle wussten, dass hier auf unserer Mutter Erde einiges schief läuft. Hier waren auch Menschen dabei mit echt merkwürdigen Ansichten. Einige meinten, dass die Welt vom Teufel besessen ist, andere meinten dass Deutschland eine Firma ist und hier nur Firmenrecht gilt (das sollte man einmal hinterfragen), andere lebten nach alten Gesetzen vor dem zweiten Weltkrieg, andere leugneten die Existenz des Staates Bundesrepublik Deutschland und vieles mehr (aber das sind alles Themen die man einmal hinterfragen sollte). Ich habe sogar Menschen kennengelernt die sich eigene Ausweise gemacht hatten. Au man, was waren da aber auch für komische Menschen dabei, mit vielen von denen konnte ich mich nicht identifizieren. Diese Menschen waren mir schon teilweise sehr extrem mit den Ansichten die sie vertreten haben. 

In meinem Eifer die Welt zu retten schloss ich mich verschiedenen Demonstrationen an, die dazu dienen sollten unsere Welt zu verbessern. Hier wurde von Liebe und Zusammenhalt gepredigt und das gefiel mir. Hier hatte man aber auch oft die die Meinung, dass alles Übel von einer Privaten Bank kommt, dass diese die Macht über die ganze Welt haben (was man wirklich einmal hinterfragen sollte). Gut dachte ich, mir ist es egal wo das Übel her kommt oder wer was denkt, ich empfand es als gute Sache, fuhr zu den Demonstrationen und schaute mir das alles an. Schnell merkte ich, dass auch hier fast alles gesteuert war. Nicht jeder durfte frei reden und wenn jemand etwas gesagt hat, was nicht ins Bild passte, dann wurde ihm das Mikrofon entzogen. Also wieder ein Schuss in den Ofen, dachte ich. Von wegen, die predigen hier von Meinungsfreiheit und reden darf aber nicht jeder, wer eine andere Meinung hatte der durfte nicht reden. Ich erkannte, dass auch die Demonstrationen eine reine Zeitverschwendung waren. Wenn die Demos zu groß wurden dann begann das übel erst. Die menschen wurden gespalten, Gegendemos usw. Dann Polizeieinsätze und schon haben die Medien wieder Holz fürs Feuer bekommen. Ich habe festgestellt das Demonstrationen Angriffsfläche bieten und den Regierungen eher hilft als diese den Schaden.

Weiterhin lernte ich Menschen kennen, die sich förmlich aus Deutschland abgemeldet haben. Sie gaben ihre Ausweise, Führerscheine usw. ab und sind jetzt Staatenlos. Manche fertigten sich eigene Ausweise an und meinten das ist legitim. Andere machten sich ihren eigenen Staat auf in Deutschland nach alten Rechten, bezahlten keine Steuern, machten sich Papiere selber und glaubten noch, sie stünden unter dem Schutz von großen Weltorganisationen. Ich habe es mit erlebt und gesehen wie viele Menschen sich damit ins Unglück gestürzt haben. Viele haben dadurch Haus und Hof verloren, sind nicht mehr krankenversichert, sie haben keinen Führerschein mehr, kein Bankkonto, einfach nichts mehr. Viele Menschen hatten gute Absichten aber leider ist das der falsche Weg meiner Meinung nach. Mit diesen Aufgaben und Gesetzeslücken sollen wir nur beschäftigt werden so das wir keine Zeit mehr haben das eigene Übel zu sehen. Und wer so weit getrieben wird das er sich "Strafbar" macht der hat keine Rechte mehr. 

Viele haben dadurch alles verloren was sie hatten und stehen jetzt vor dem Nichts. Sie sind teilweise so in ihrem Element und glauben sich über die deutsche Regierung hinwegsetzen zu können und sogar diese zu stürzen. Mir gefällt auch nicht alles was unser Staat da so fabriziert, aber man sollte doch zumindest auf dem Teppich bleiben und nicht seine eigene Existenz gefährden für ein Vorhaben welches von vorne herein zum Scheitern verurteilt ist. Aus dieser Scene habe ich mich ganz schnell zurück gezogen. Einige richtig gute und liebe Menschen waren dabei, hier sind Freundschaften entstanden die ich heute nicht mehr missen möchte. Mein Bekanntenkreis hat sich gefüllt mit liebenswerten und netten Menschen. An dieser Stelle möchte ich mich bedanken dass ich euch kennenlernen durfte und dass ihr immer für mich und andere da seid. Die meisten Bekanntschaften waren nur von kurzer Dauer, die Menschen waren mir zu extrem oder fanatisch. Aber einige sind geblieben und gehören jetzt zu meinen besten Freunden.

Nach allen Erfahrungen die ich gemacht habe, nach allen Menschen die ich kennen gelernt habe und auch die Schicksale die damit verbunden waren, wurde mir klar das ich grundsätzlich immer alles richtig gemacht habe in meinem Leben ( bis auf ein paar Kleinigkeiten). Meine Einstellung mittels Politik, Nachrichten usw. behielt ich bei wie schon immer. Es interessiert mich nicht. Ich lasse einfach nichts Negatives an mich ran kommen. Ich gehe weiterhin nicht zur Wahl, ich schaue mir keine Nachrichten an und lese keine Zeitung. So habe ich den Kopf frei für die wirklich schönen Dinge des Lebens wie zum Beispiel Zeit. Mich plagen all diese Gedanken nicht mehr und ich habe endlich die Zeit gefunden, mein erstes Buch zu schreiben. Diese Zeit ist eines der größten Geschenke für mich.

Kapitel 41 "Nichts ist Zufall"

Irgendwann klingelte unser Telefon und mich rief eine Frau an. Sie hat mich über meine Webseite sichergesundleben gefunden. Sie wollte unbedingt bei uns vorbei kommen und uns kennen lernen. Es ging um mein Projekt Autark leben, welches auch heute noch eine der wichtigsten Aufgaben für mich ist. Irgendwann wird dieser Traum in Erfüllung gehen, das weiß ich.

Schon am Wochenende kam die Frau zu uns. Katrin holte sie vom Bahnhof ab. Als sie unsere Wohnung betrat sah ich eine kleine blonde, etwas pummelige Frau mit einem Lächeln im Gesicht. Ich erkannte sofort, dass sie schon viel durch gemacht hat in ihrem Leben, das stand in ihrem Gesicht geschrieben. Sie stellte sich als lieber, herzensguter Mensch heraus, ein Mensch den man gerne um sich hat. Wir plauderten viel und sie erzählte mir im Laufe des Abends, dass sie nur noch an Gott glaube und auf ihn vertraue. Au man, dachte ich, das kann doch nicht wahr sein, jetzt fängt die mit der Gaubenskacke an. Das war mir ein Dorn im Auge, weil ich weiß dass alle Religionen eine reine Erfindung der Menschen sind. Religionen waren der Anfang der Manipulation. Schon früher wurden Menschen gequält, geschlagen, gefoltert und ermordet im Namen Gottes, Allahs und wem auch immer. Menschen wurden als Hexen verbrannt, andere geköpft und hingerichtet. Und das alles in Namen eines angeblichen Gottes. Deshalb können Religionen nicht gut sein. Auch heute noch werden Menschen auf der ganzen Welt gequält und getötet wegen ihres Glaubens. Das passt doch alles nicht zusammen oder?. Und egal welchen Prediger ich höre, egal aus welcher Religion, jeder erzählt, dass Gott die Sünder bestraft. Wer wirklich glaubt und liebt der ist gar nicht fähig dazu jemanden zu bestrafen oder ihm ein Leid an zu tun. Das ist alles nur geschrieben, um uns Angst zu machen. Wenn es wirklich einen Gott geben würde der so gutmütig ist, dann würde er jedem Menschen vergeben. Niemanden würde er bestrafen. Er würde es auch nicht zulassen, dass Menschen ein Leid zugefügt wird. Das war bis dahin meine Einstellung.

Und wenn ich solche Sprüche höre, wenn jemand dich auch auf die rechte Wange schlägt dann halte ihm auch die linke Wange hin, dann geht mir die Hutschnur hoch. Genauso wenn Menschen wegen ihres Glaubens getötet werden und die sich nicht wehren. Die halten still und lassen alles mit sich machen. Die beten sogar noch zu ihrem Gott, dass er ihren Feinden verzeiht. Das ist doch nicht normal oder?, das ist auch eine Art von Manipulation. So lernen die Menschen still zu halten, selbst wenn man sie quält, foltert oder tötet. Und wenn ich die Gläubigen so höre, die sich wünschen tot zu sein, um endlich beim ihrem Gott zu sein, dann frage ich mich was die geritten hat, ihr eigenes kostbares Leben weg zu schmeißen.

Es ist doch unvorstellbar, dass wir Menschen heute diesen alten Schriften Glauben schenken. Jetzt nach all den Jahrhunderten sollten wir doch eines gelernt haben: Damals haben die Menschen auch noch an Geister und Dämonen geglaubt und dieser ganze Humbug wurde genauso nieder geschrieben wie die Bibel, der Koran usw. Das haben Menschen geschrieben, die auch noch an böse Geister glaubten. Wie kann man heutzutage in einer Welt des Wissens und der Technik diesen ganzen Schwachsinn immer noch glauben?. Das konnte ich nicht verstehen. So viel noch einmal zu meiner Glaubenseinstellung damals.

Jedenfalls erzählte mir die Frau von einem Türken der aus dem Islam kommt. Ein ehemaliger "Rockerpräsident". Er hat eine Vorgeschichte, die mich sehr an meine dunkle Vergangenheit erinnerte. Dieser Mann hat 10 Jahre im Knast gesessen und dann begegnete ihm Gott in seiner Zelle. Er kehrte dem Islam den Rücken zu und wurde Christ. Jetzt reist er um die Welt und hilft den Menschen. Manche Menschen befreite er von seinen Schmerzen und Leiden (sorry er sagt selber, dass nicht er die Menschen heilt sondern dass Gott es mache durch ihn). Das hat mich neugierig gemacht. Ich weiß, dass es Menschen mit besonderen Fähigkeiten gibt. Ich schaute im Internet nach seinem Namen und ich wurde auch sehr schnell fündig. Was unser Besuch uns erzählt hatte war wirklich wahr, dieser Mann war mal echt eine große Nummer in der Unterwelt. Ich suchte weiter und schaute mir ein Video von ihm an, das sage und schreibe 2 Stunden dauerte. Ich dachte schau mal rein und dann habe ich mir die kompletten 2 Stunden gegeben und war fasziniert von diesem Menschen. Das hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Am nächsten Morgen musste ich etwas tun. Ich weiß nicht warum, aber irgendetwas sagte zu mir, dass ich Kontakt zu dem Mann aufnehmen muss. Schnell fand ich seinen privaten Facebook Account und ich habe ihm eine Nachricht gesendet. Prompt antwortete er mir, einem für ihn vollkommen Fremden. Er schrieb mir, dass er in Bremen sei. Was für ein Zufall dachte ich, da er ja über 700 Kilometer von uns entfernt wohnt. Ich sagte das ich ihn unbedingt sehen muss. Ich weiß wirklich nicht, warum mir das so wichtig war. War ich nur neugierig auf diesen Menschen? Erhoffte ich mir irgendetwas davon? Er schrieb mir zurück und gab mir seine Adresse, wo er sich gerade aufgehalten hatte. Wir vereinbarten einen Termin, um uns zu treffen. In der Zwischenzeit kamen Katrin und unser Wochenendbesuch vom spazieren gehen mit unserem Hund Paul wieder zurück. Ich fragte unseren Besuch ob sie den Mann sehen möchte von dem sie mir erzählt hat. Sie schaute mich ganz entgeistert an und fragte wieso? Ich erwiderte, wie fahren jetzt nach Bremen und treffen uns mit ihm. Da strahlte sie wie ein kleines Kind und freute sich. Das konnte sie kaum glauben ihn gleich live zu treffen.

Kapitel 42 "Das erste Treffen"

Wir fuhren nach Bremen und ich war ganz aufgeregt, nein nicht nur ich, auch Katrin und unser Besuch, wir alle waren vollkommen aufgeregt. Wir waren alle gespannt auf diesen Menschen. Dort angekommen stiegen wir aus dem Auto aus und gingen zum Haus. Die Haustür stand sperrangelweit auf. Es kam eine junge Frau heraus und wir begrüßten uns. Ich sah ins Haus und sah ihn ganz hinten im Garten stehen. Sofort ging ich ins Haus und stand ihm gegenüber. Ich sah in seine Augen und mir wurde ganz warm ums Herz. Seine Augen strahlten so viel Freude und Güte aus, das war nicht normal. Er nahm mich in den Arm und begrüßte mich. Ich hatte eine Gänsehaut am ganzen Körper. Ich sagte zu ihm, dass ich nicht weiß warum ich hier bin. Ich musste einfach herkommen. Er sagte zu mir: Ich weiß warum du hier bist, das hat schon seinen Grund. Normalerweise treffe ich mich nicht so einfach mit fremden Leuten. Aber der Heilige Geist sage zu mir, dass ich mich mit dir treffen soll, das waren seine Worte. Nachdem ich das hörte fragte ich mich, ob es wirklich eine gute Entscheidung war, hier her zu kommen. Aber irgendwie fühlte ich mich gut hier.

Es war schönes Wetter und wir gingen auf die Terrasse. Ich erzählte ihm von meinen Schmerzen die mich wegen den alten Schussverletzungen plagen. Er schaute mich an und sagte, dass meine Schmerzen bald Geschichte sein würden. Gott wird mir meine Schmerzen nehmen sagte er. Innerlich lachte ich über seine Worte weil ich glaubte nicht an Gott. Wir waren etwa eine halbe Stunde da und dann bat er mich mitzukommen ins Wohnzimmer. Da waren auch noch andere Menschen, alles sehr liebe Menschen mit etwas ganz besonderem in ihren Augen. Diese Menschen strahlten Freude und Zufriedenheit aus.

Alle stellten sich um mich rum. Dann legte er seine Hand auf meinen Bauch und fing an um Heilung zu bitten und zu beten. Alle um mich herum beteten und ich fühlte mich irgendwie nicht wohl in meiner Haut. Auch wenn ich mit diesem Menschen ein sehr gutes Gefühl hatte, kam mir diese Zeremonie, dieses bebeten wirklich lächerlich vor. Das sagte ich natürlich keinem. Sobald es anfing mit Gott usw. wehrte ich mich innerlich dagegen. Nach ein paar Minuten war die Zeremonie dann vorbei.

Dann bekam unser Besuch endlich ihre langersehnte Zeremonie und sie wurde genauso bebetet wie ich. Diese ganze Situation war schon sehr ungewöhnlich für mich. Dann verabschiedeten wir uns von ihm und den anderen. Wir fuhren dann sofort nach Hause. Auf dem Heimweg hatte ich ein gutes Gefühl, irgendwie fühlte ich mich anders, aber mein Bauch und mein Bein blieben unverändert was mir ja schon von vorn herein klar war. Ein paar Stunden später hatte ich das Gefühl, dass in meinem Bauch nicht mehr so viel Druck herrscht. Ob das Einbildung war dache ich?, naja mal abwarten ob da wirklich etwas passiert, daran geglaubt habe ich ja nicht wirklich.

Kapitel 43 " Der nächste Morgen"

Am nächsten Morgen wachte ich auf und hatte ein Gefühl, welches ich seit vielen Jahren nicht mehr gehabt habe. Ich fasste mein Bauch an und konnte es kaum glauben, was ich da fühlte. Ich rüttelte und schüttelte an meinem Bauch wie ein Wahnsinniger und es passierte nichts. Kein Schmerz, kein Brennen und Stechen, kein Ziehen, einfach nichts mehr. Ich träume, das muss ein Traum sein, wie schon oft. Im Traum wurde ich schon oft wieder gesund. Ich kniff mich, versuchte aufzuwachen aber ich schien wirklich nicht zu träumen. Endlich realisierte ich, dass ich nicht schlief, das ich nicht träumte. Ich war wirklich wach. Über 14 Jahre Schmerz und Leid waren auf einmal verschwunden. Mich überkam ein Gefühl der Freude, der übermäßigen Freude, das war einfach nur unglaublich. Ich bin aufgestanden und lief herum ohne Schmerzen, ohne dieses schreckliche Gefühl im Bauch. Ich war so glücklich, dass ich geheult habe wie ein kleines Kind. Weinen konnte ich schon viele, viele Jahre nicht mehr richtig, Das war zu schön.

Katrin konnte es kaum glauben, was hier gerade passiert ist. Es war ein Wunder, ein echtes Wunder. Ich kann das alles, dieses Gefühle, die Empfindungen nicht in Worten beschreiben. Dafür gibt es leider keine Worte, Man muss es am eigenen Leib erfahren und spüren um das wirklich zu verstehen. Für mich begann ein neues Leben, das fühlte ich.

Ich fing an zu überlegen wieso ich keine Schmerzen mehr hatte. Hatte der Mann wirklich heilende Kräfte?, war es wirklich Gott der mich durch ihn geheilt hat? Ist es der Glaube der mich geheilt hat?, der Glaube das es helfen könnte?. Waren hier die unerforschten Selbstheilungskräfte am Werk? Ich überlegte weiter, fand aber leider keine Antworten auf meine Fragen. Aber da war noch etwas neues, ein Gefühl das ich so in dieser Art nicht kannte. Ich bekam eine Gänsehaut am ganzen Körper.

Kapitel 44 "Nicht nur mein Körper wurde geheilt"

Ihr müsst euch vorstellen, dass ich durch meine Vergangenheit eine sehr harte Einstellung hatte. Ich half vielen Menschen, selbst fremden, die ich nicht kannte. Aber der, der mich enttäuscht hatte, dem habe ich eiskalt den Rücken zu gekehrt, mit dem habe ich sofort gebrochen. Ich habe sofort den Kontakt abgebrochen und mich dazu entschieden, nie wieder mit diesem Menschen zu reden, der war Luft für mich. Der Mensch hätte vor meinen Augen sterben können und das wäre mir förmlich am Arsch vorbei gegangen. Ich war sehr konsequent in allem was ich tat. Aber mir konnten auch nur Menschen weh tun, für die ich auch etwas empfunden hatte. Nur die, die ich liebte, konnten mich wirklich verletzen. Ein Fremder konnte mich nicht verletzen mit Worten oder Taten. Das hat meinem Körper vielleicht weh getan aber nicht meiner Seele, meinem Herzen. Aber wenn jemand mir etwas angetan hat, den ich mochte, dann schmerzte dieses besonders. Das waren echte Qualen. 

Ich habe seit Jahren nicht mehr mit meiner Mutter gesprochen, denn meine Mutter war für mich gestorben. Ich hatte zu viel Leid durch sie erfahren, zu sehr hatte sie mir weh getan und mich verletzt. Auch wenn wir viele gute Zeiten gehabt haben, sah ich immer nur das Negative in ihr. Ich habe mit meiner Mutter gebrochen und wollte keinen Kontakt mehr zu ihr haben. Selbst als ich fast tot war, hätte ich meine Mutter niemals wieder sehen wollen. Wenn fremde Menschen mir psychisch weh getan haben, dann hat mir das nichts ausgemacht, das hat mich einfach nicht interessiert. Aber gerade bei der eigenen Familie, da war es am schlimmsten. Die, die man liebt, die können einen am meisten weh tun. Nachdem ich bei in Bremen bei dem Prediger war, also am nächsten Morgen, da musste ich an meine Mutter denken. Irgend etwas in mir bewegte mich dazu, wieder Kontakt zu meiner Mutter aufzunehmen. Ich musste zu ihr, ich konnte nicht anders. Ich musste meine Mutter sehen und ich habe mich auf diese Begegnung mit ihr sehr gefreut. Ich empfand keinen Hass mehr, den ich all die Jahre auf meine Mutter hatte. Alle bösen und negativen Gedanken waren auf einmal verschwunden. Ich habe meiner Mutter vom Herzen vergeben. Das hat mich befreit und das hat mir selber auch neue Kraft gegeben. Und meiner Mutter gab es auch neue Kraft , dass sie mich wieder hatte.

Ihr müsst euch vorstellen, ich habe durch den Menschen der auf mich geschossen hat, seit über 14 Jahre bitterste Schmerzen erfahren müssen. Ich bin durch ihn zum Krüppel geworden und kann sehr vieles nicht mehr machen in meinem Leben. Als es damals zur Gerichtsverhandlung kam, überlegte ich wie ich dem Mann gegenüber treten würde, der auf mich geschossen hat. Ich dachte, das war ein junger Kerl, der hat bestimmt Angst gehabt und einfach abgedrückt ohne zu überlegen. Er hat bestimmt auch damit zu kämpfen, weil er auf einen Menschen geschossen hat und ihn zum Krüppel gemacht hat. Ich dachte, wenn er sagt,  dass er aus Angst geschossen hat, er wusste nicht was er tat, dann hätte ich ihn in dem Arm genommen und hätte ihm gesagt, dass er sich keinen Kopf machen braucht. Ich hätte ihm verziehen und ihm das vergeben was er mir angetan hat. Leider war seine Reaktion komplett anders als ich es erwartet hätte.

Ich wusste ja noch nicht einmal wie der Mann aussah der auf mich geschossen hatte. Als ich dann den Mann gesehen habe, dem ich das ganze Leid zu verdanken hatte, da wurde mir ganz anders. Das Aussehen und die Stiefel erinnerten mich eher an Skinheads oder an Rechtsgesinnte. Er verkündete bei meiner Aussage (er stand auf und brüllte dazwischen), dass ich ein schlechter Mensch sei und dass es ihm nicht leid tut, dass er auf mich geschossen hat. Er sagte, er würde es immer wieder genauso handeln. Er sagte, dass er meine Vorgeschichte kennt und meine Frau und meine Kinder ihm leid tun würden. Ich wäre ein schlechter Mensch und ich hätte es nicht verdient zu leben, sagte er. Äh, nur mal nebenbei, als er auf mich geschossen hatte, kannte er meine Vorgeschichte nicht! Uns allen ist bei seinen Worten die Kinnlade förmlich aus dem Gesicht gesprungen. Er hat offen zugegeben dass er absichtlich auf mich geschossen hat, obwohl er vorher bei seiner Aussage eine ganz andere Story erzählt hatte. Die Verhandlung wurde abgebrochen und diese Worte durften nicht mit ins Protokoll aufgenommen werden. Als man mich vernommen hat, ist er während der Verhandlung aufgesprungen und sprach diese Worte. Sofort wurde die Verhandlung abgebrochen und eine Pause zur Beratung wurde verkündet.

Nach der Pause bekam ich das Urteil, 2 Jahre auf Bewährung und der Polizist musste sich in psychologischer Behandlung begeben. Wäre der Polizist nicht so ausgerastet und hätte diese Worte gesprochen dann wäre ich nicht so glimpflich davon gekommen, denke ich. Was mich auch verwunderte war, dass meine Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht stattfand, vor einem Einzelrichter ohne Schöffen. Da darf ein Strafmaß von höchstens 2 Jahren gegeben werden. Hier werden normalerweise nur Bagatellfälle und Ladendiebstähle verhandelt. Ich wurde unter anderem angeklagt wegen versuchten Mordes an einen Polizisten. Das kann sogar mit einer  Höchststrafe bis zu 15 Jahren bestraft werden. Solche Verhandlungen werden normalerweise immer von dem Landgericht geführt. Ich habe noch niemals einen Fall gesehen, wo die Anklage, unter anderem Mordversuch an Polizeibeamte lautet, der vor dem Einzelrichter am Amtsgericht verhandelt worden ist. Das ist einmalig in unserer Justitzgeschichte denke ich.

Aber heute weiß ich warum die Verhandlung damals im Amtsgericht stattgefunden hat! Weil hier vor dem Gerichtssaal nicht angeschlagen steht, worum es in der Verhandlung geht. So konnte die Presse davon nichts mitbekommen und es wurde still und klammheimlich die Verhandlung abgehalten. Als der Vorfall im Jahre 2000 statt gefunden hat, waren die Zeitungen voll mit meiner Geschichte. Ich war auf der ersten Seite der größten deutschen Klatschzeitung und die Überschrift lautete so ungefähr, "Ex Freundin schickt Killerkommando". Ha ha, ich war das Killerkommando gröhl, alles war vollkommen übertrieben und verfälscht. Nach dem Zeitungsbericht hätte ich lebenslänglich kriegen müssen, so haben die das damals aufgebauscht. So viel mal zu unserer Presse in Deutschland.

In den 14 Jahren der Schmerzen und des Leidens hat sich ein Hass in mir angesammelt, auf den Menschen der mich niedergeschossen hat, das war schon nicht mehr schön. Meine einzigen Gedanken waren, dass dieser Mensch genau so viel Schmerzen erleiden sollte wie ich. Jeder Tag des Schmerzes brachte mir mehr Hass auf diesen Menschen. Mein Ziel war es, ihm das anzutun was er mir auch angetan hat, dafür habe ich gelebt, auf diesen Zeitpunkt habe ich gewartet. Nur Vergeltung und Rache konnten endlich dafür sorgen, dass ich meine innerliche Ruhe und meinen Frieden finden kann, dachte ich.

Aber es kam anders. Nicht nur meine Schmerzen wurden mir durch den Prediger genommen, auch meine Seele wurde befreit, befreit von allen bösen und negativen Gedanken. Ich empfand Mitleid für den Menschen den ich am meisten gehasst habe in meinem Leben, dem Menschen der auf mich geschossen hatte. Ich habe ihm von Herzen vergeben und musste dabei weinen. Das hat mein Leben dann komplett verändert. Es gab einige Menschen die mir weh getan haben, die mich betrogen haben, die mir Geld gestohlen haben und mehr. Ich wartete nur auf den Zeitpunkt, es ihnen allen heim zu zahlen. Und meine Strafe sollte hart und bitter werden. Alle die die mich ausgenutzt hatten sollten leiden, leiden bis an ihr Lebensende. Das war meine Bestimmung, dafür habe ich gelebt, es allen heim zu zahlen. Ich habe schon immer ein großes Herz gehabt, nur war ich auch sehr verletzlich. Weh tun, das war das Einzige was man mit mir nicht machen durfte. Keiner durfte mir oder meiner Familie weh tun.

Nun, wie kann dieser Hass der in mir steckte, auf einmal verschwinden? Wie können die vielen Jahre des Leidens von heut auf morgen verschwinden? Wie ist das nur möglich? Diese ganzen Umstände machten mich sehr nachdenklich. Ich dachte ernsthaft darüber nach, ob es nicht doch vielleicht einen Gott gibt.

Au jeden Fall habe ich nicht nur dem Mann vergeben, der mich zum Krüppel geschossen hat, ich habe allen vergeben die mir weh getan haben, wirklich allen und das von Herzen. Von diesem Moment an war ich frei, richtig frei, so frei wie noch niemals zuvor in meinem Leben. Das war ein so schönes Gefühl, dafür gibt es ebenfalls keine Worte, es war einfach nur unbeschreiblich schön.

Kapitel 45 "Ein neuer Lebensabschnitt begann"

Befreit von meinen Schmerzen und von all meinen negativen Gedanken wollte ich der Welt mitteilen, was hier Wunderbares mit mir passiert ist. Ich schrieb es sofort auf meine eigene Homepage und postete es in den sozialen Netzwerken. Ich war so glücklich, dieses Glück wollte ich mit allen Menschen teilen. Es war der Wahnsinn. Ich hatte so viel Kraft und Energie, ich wusste nicht wo hin damit. Es fühlte sich an, als wenn ich förmlich explodierte vor Kraft und Lebensfreude. Ich rief den Prediger an und berichtete ihm von allem was mir seit dem widerfahren ist. Er sagte nur, sei gesegnet mein Bruder, Gott hat dich geheilt. Verwundert war er nicht über das was mir widerfahren ist. Er gab mir noch etwas mit auf den Weg. Er sagte zu mir: Du hast Gott mehr im Herzen wie jeder andere den ich kenne, nur dein Kopf kann ihn nicht annehmen. Du wirst nur an Gott glauben, wenn du ihn selber siehst, so wie es mir passiert ist. Du bist so wie ich. Dein Herz ist voller Liebe sagte er zu mir. Als ich diese Worte hörte musste ich weinen, ich habe schon wieder voll geheult, grrrrr bin ich jetzt ein Weichei geworden?, dachte ich insgeheim. Aber ich wusste eines, ich fühlte eines, alles war gut, ich lebe wieder. Ich war diesem Menschen so dankbar, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Aber er sagte nur ganz bescheiden: Danke Gott und nicht mir, ich habe damit nichts zu tun, er wirkt durch mich. Alles was passiert macht er.

Leute da drauf kam ich nicht klar. Was soll ich jetzt glauben? Gibt es wirklich einen Gott? Hat dieser Mensch diese heilenden Kräfte? Sind es meine Selbstheilkräfte? Diese Fragen plagten mich immer und immer wieder. Aber bei den Aspekten handelt es sich ja nur um meine Schmerzen. Aber wie kann es angehen, dass ich auf einmal Mitleid empfinde für meine Feinde?, für Menschen die ich einmal abgrundtief gehasst hatte? Wie kann das möglich sein? Wer oder was ist dazu imstande, die Seele eines Menschen zu heilen? Wer oder was kann so viel negative Energie in positive Energie umwandeln? Ich weiß es nicht. Mein Verstand sagt mir, dass es keinen Gott geben kann, sonst würde es nicht so viel Leid auf dieser Erde geben. Aber was hat diese Wesensänderung bei mir bewirkt?

Ich war auf jeden Fall so dankbar, dass dieses alles mit mir passiert ist und musste etwas tun, ich wollte dass noch viele andere Menschen so etwas wunderbares erleben dürfen wie ich es erlebt hatte. Da ich mich auf das Erstellen von Webseiten spezialisiert hatte und ganz spezielle Fähigkeiten hatte, Internetseiten bei den Suchmaschinen ganz nach vorne zu bringen, war meine Aufgabe jetzt klar. Jetzt wusste ich warum ich das alles gelernt habe, aber ich habe damit niemals richtig Geld verdient, ganz im Gegenteil. Fast alle Webseiten die ich gebaut hatte, habe ich kostenlos gemacht. Warum ich so blöde war und umsonst gearbeitet hatte, das wusste ich damals selber nicht. Meine Zeit war jetzt gekommen. Dafür habe ich das alles gelernt mit den Webseiten. Ich habe für den Prediger eine Webseite gebaut, damit die Menschen auf der ganzen Welt das erfahren können was ich erlebt hatte. Ob es einen Gott gibt oder nicht, das war mir egal. Ich weiß nur eines, das was der Mann da macht, das ist gut. Er hilft den Menschen, hilft ihnen die Liebe wieder zu finden. Er befreit Menschen von Schmerzen und Leiden. Ob Gott das macht, das weiß ich nicht. Mein Verstand sagt nein aber mein Gefühl sagt da etwas anderes. Ich weiß nur eines, das alles ist ein gutes Werk. So finden die Menschen wieder zu sich selber und lernen es wieder, andere Menschen zu lieben, anstatt diese zu hassen. Nur die Liebe kann diese Welt verändern. Ob es die Liebe zu Gott ist oder die Nächstenliebe das ist hier nicht relevant, finde ich. Das was den Menschen durch den Prediger passiert, kann diese unsere Welt verändern und wieder zu dem machen, was diese einmal gewesen ist. Eine Welt in der wir alle ohne Ängste in Liebe und Erfüllung leben können.

Kapitel 46 "Meine neue Aufgabe"

Seitdem ich unter anderem für den Prediger ehrenamtlich tätig bin, erlebe ich wirklich merkwürdige Dinge. Er sagte zu mir, dass der Teufel alles machen würde um zu verhindern, dass ich eine Homepage für ihn baue. Und wenn diese Webseite dann global wird, das heißt, dass die Webseite in mehreren Sprachen übersetzt wird, dann kommen noch mehr Probleme auf mich zu. Der Teufel möchte nicht das Gottes Wort weltweit Gehör findet.

Mir werden viele Steine in den Weg geworfen werden, sehr große Steine sogar. Auf der anderen Seite sagte er, dass der Herr mich mit allem versorgen wird und dass es mir an nichts fehlen wird. Na ja dachte ich, mal sehen was kommt, ich lasse mich da mal überraschen.

Es kam so wie er es voraus gesagt hatte. Je fertiger die Homepage wurde, desto mehr Dinge passierten mir, die nicht gut waren. Einige meiner "Freunde" ließen mich im Stich, ich wurde verleumdet und es wurde falsches Zeugnis über mich abgelegt. Ich wurde dazu getrieben mich und andere zu verteidigen, so dass ich sogar wieder die Polizei im Haus hatte. Dieser Vorfall hatte mich hart getroffen und ich berichtete ihm sofort davon. Ich war nicht gut auf die, die falsches Zeugnis über mich abgelegt haben zu sprechen. Turgay sagte nur, mache dir keine Sorgen mein Bruder, Gott wird deine Feinde strafen. Vergebe denen und alles wird wieder gut werden. Ich war sehr nachdenklich nach unserem Gespräch und habe denen dann ihre Taten von Herzen vergeben.

Die wohnten über uns und das hatte mir nach dem Vorfall gar nicht mehr gefallen. Kurze Zeit später hörte ich eine Frau im Flur schreien, das war unsere Nachbarin gewesen. Es ist etwas passiert, na ja ich denke etwas Ekeligeres kann einem in seiner eigenen Wohnung nicht passieren. Aus den Abflüssen und aus der Dusche entleerte sich der Abfluss. Da kamen förmlich die die Fäkalien aus allen Öffnungen gelaufen und das bei den beiden Wohnungen über uns. Und es hat nicht mehr aufgehört, immer mehr "Fäkalien" kam aus den Abflüssen. Es war so viel das die braun gelbe Soße von oben das Treppenhaus herunter lief bis nach unten. Als ich das sah musste ich mich sofort an die Worte Predigers erinnern: Gott wird deine Feinde strafen. Und genau das ist jetzt passiert, dachte ich. So viel Flüssigkeit hätte da gar nicht aus den Abflüssen kommen können. Ich rannte in unsere Wohnung und konnte nicht glauben was da gerade passiert ist. Ich musste wirklich von Herzen lachen. Das war vielleicht gemein von mir aber Schadensfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Und zu Schaden gekommen ist ja niemand so wirklich. 

Auch andere Menschen die über uns gelästert haben, die falsches Zeugnis über uns abgelegt haben, diese Menschen haben jetzt alle einige Probleme dazu bekommen. Denen passieren echt komische Sachen. Diese Menschen bekommen lästige Schreiben von Behörden aus unerklärlichen Gründen, die streiten sich nur noch, betrügen sich gegenseitig werden krank und einiges mehr.

Als ich dann anfing die Webseite global zu machen, habe ich sogar meinen kleinen festen Job verloren, der mich gerade so über Wasser gehalten hatte. Ich wurde schwer krank, so dass ich 3 Wochen kaum arbeiten konnte und so schleppte sich alles vor sich hin.

Das Gute war, dass viele meiner Wünsche in Erfüllung gingen. Geld war kaum was da, aber das störte mich nicht. Ich bekam Pakete mit Lebensmitteln zugeschickt von guten, herzlichen Menschen, die ich noch nicht einmal gekannt habe. Mein guter alter Freund schenkte uns ein Auto, auf das wir schon seit einem Jahr sparen und wo uns immer wieder Steine in den Weg gelegt worden sind, Rechnungen kamen und das Gesparte war weg. Ich lernte liebe Menschen kennen, die uns unterstützen und vieles mehr. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar. Ich habe gelernt, dass geben mehr Freude macht als nehmen. Alles was du gibst du bekommst es vielfach zurück. Aber nur wenn es von Herzen kommt.  Nicht immer bekommst du etwas Materielles, aber du bekommst eines der schönsten Dinge die es auf dieser Welt gibt, und das ist Dankbarkeit und Liebe von anderen Menschen.

Kapitel 47 "Alles Schwingungen!

Alles auf dieser Erde basiert auf Schwingungen. Es gibt positive Schwingungen und es gibt negative Schwingungen, so wie es auch mit unseren Gefühlen ist. Habe ich negative Gefühle, habe ich negative Gedanken in mir, so spiegelt sich das dann in meiner Seele wieder. Diese negativen Gedanken erzeugen Schwingungen und diese Schwingungen erschaffen eine Aura des Dunklen um einen herum. Diese Negativen Schwingungen übertragen sich dann auf unsere Mitmenschen, auf unsere Tiere, auf unsere Pflanzen und auf unsere Umwelt. Dieses ist auch für andere Menschen spürbar. Jeder kennt bestimmt solch eine Situation: Ihr sitzt mit ein paar Leuten und unterhaltet euch. Die Stimmung ist gut und alle amüsieren sich. Dann kommt jemand herein und die Stimmung kippt, diese schwenkt um ins Negative. Man unterhält sich nicht mehr und es herrscht eine drückende Stimmung. Das liegt dann an dem Menschen der den Raum betreten hat. Dieser Mensch ist voll geladen mit negativen Energien, mit negativen Schwingungen. Diese Negative Energie ist so stark, dass alle diese spüren und sich unwohl fühlen. So einfach ist das Ganze.

Und umgekehrt ist es genau so. Wenn ich nur positive Gedanken habe, spiegeln sich diese aus meinem Innersten heraus. Ich verteile positive Schwingungen, die meine Umwelt und alle Lebewesen in meiner Nähe aufnehmen können. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr einem fremden Menschen begegnet und ihr fühlt euch wohl in seiner Nähe? Oder wenn ihr einen Raum mit anderen Menschen betretet und ihr fühlt euch gleich wohl? Dann sind dieser Mensch und dieser Raum voll geladen mit positiven Schwingungen, mit positiver Energie. Diese Energien machen uns Menschen glücklich und helfen uns dabei ein offenes und ehrliches Leben zu führen. 

Kapitel 48 "So sieht es jetzt in mir aus"

Glaube ich nun an Gott oder nicht? Hat mich alles das was ich erlebt habe, mich dazu gebracht an Gott zu glauben? Gibt es überhaupt einen Gott?

Diese Fragen kann ich selber nicht hundertprozentig beantworten. Ich bete jeden Tag zu ihm, ich spreche jeden Tag zu ihm, ich bitte ihn darum das er mir meine Sünden vergibt und vieles mehr. Ich kann aber nicht sagen ob es wirklich einen Gott gibt, ich weiß nur eines, ich fühle mich besser dabei und ich fühle das jemand bei mir ist. Das alles was ich erlebt habe, das alles was ich am eigenen Leib erfahren habe, lässt mein altes Weltbild verblassen. Was ist schon verkehrt daran an etwas Gutes zu glauben? Seitdem ich versuche an Gott zu glauben, fühle ich mich viel besser und es passieren fast täglich wunderschöne Dinge, Dinge die mein Leben bereichern und positiv verändern. Diese ganzen Geschehnisse haben mich aufwachen lassen und haben mir ein neues Leben gegeben. Ein Leben, das ich niemals wieder missen möchte.

Der Glaube an Gott kann uns Menschen verändern. Der Glaube an Gott bringt uns die Liebe wieder zurück in unser Herz, eine echte wahre Liebe. Diese Liebe kann uns Menschen verändern und unsere Welt ein wenig besser machen. Diese echte Liebe ist eine der stärksten Waffen und kann die gesamte Welt verändern, wenn alle Menschen diese wahre Liebe erfahren würden.

Wenn ich von Gott rede, dann rede ich nicht von Religionen. Diese sind eher eine Geißel der Menschheit als ein Segen. Ihr müsst nicht glauben, dass ich jetzt in die Kirche gehe oder so, denn Kirchen haben rein gar nichts mit Gott zu tun. Diese wurden errichtet um den Menschen einen falschen Glauben näher zu bringen, einen Glauben der seit Beginn der Menschheit viel Leid und Unheil mit sich gebracht hat. Gott ist überall, du brauchst nicht an irgendeinen Ort zu gehen um mit Gott zu sprechen oder zu beten. Das kannst du überall machen, egal wo.

Ich empfinde jetzt auch ganz anders. Ich nehme meine Umwelt und meine Mitmenschen ganz anders wahr. Meine Interessen liegen nicht mehr darin, für mich etwas zu erreichen, mich zu bereichern, etwas darzustellen, oder meine Zukunft materiell abzusichern. Meine Interessen liegen jetzt darin, unseren Geschwistern zu helfen und ihnen die Augen zu öffnen, damit sie genau dasselbe erfahren und erleben dürfen wie ich es erlebt habe. Jetzt kann ich sagen, dass ich wirklich mit offenen Augen durchs Leben gehe. Seitdem ich das alles erfahren und erleben durfte, versuche ich an Gott zu glauben. Ich habe Gott in meinem Herzen, aber mein Verstand lässt mich noch zweifeln. Wenn Gott es so will, dann wird mein Verstand es auch bald erkennen, so wie mein Herz. Auch spüre ich seitdem wie es anderen Menschen geht, wie sie empfinden. Ich spüre wie es anderen Lebewesen geht, die in meiner Nähe sind. Ich spüre ihre Freude genau so wie ich ihr Leid verspüren kann.

Das größte Problem ist es, dass die meisten Menschen keinerlei Nächstenliebe mehr in sich haben. Jeder denkt zu erst an seinen eigenen "Arsch". Bei Geld hört für die meisten Menschen die Freundschaft auf, aber beim Geld, da beginnt eine echte Freundschaft erst. Fast jeder Mensch möchte etwas darstellen, gut angesehen werden und am besten noch berühmt werden. Wer so denkt, der hilft dabei, dass unsere Mitmenschen kalt und unbarmherzig werden. Wenn wir Menschen so weiter machen und die wahre Liebe verleugnen, wenn wir diese nicht mehr in uns haben, dann wird unsere schöne Erde immer mehr zu einem kalten und gottlosen Ort des Unheils werden. Unsere ungläubigen Geschwister verseuchten unsere schöne Erde und ihre Lebewesen mit negativen Gedanken und ihrer Gottlosigkeit ohne es zu wollen. Nur, wenn wir diese armen Seelen ignorieren, beschimpfen oder sogar bekämpfen, dann sind wir auch nicht besser als die und unsere Menschheit wäre dem Untergang geweiht. Dann wären wir sogar noch schlechter als die, weil wir "wissend sind". Unsere Aufgabe ist es, unseren Geschwistern zu helfen, alles Negative abzulegen. Wir müssen ihnen dabei helfen die Liebe und ihren Glauben an sich selber zu finden.

Kapitel 49 "Pastoren, Priester und Prediger

In diesem letzten Kapitel meines Buches möchte ich mich an alle, Pastoren, Priester und Prediger aus allen Glaubensrichtungen wenden, auch an die Christen. Verschwendet bitte nicht eure Zeit damit, die Sonntagspredigt zu schreiben, damit diese auch besonders gut wird. Dadurch erhoffen sich die meisten, dass sie von ihren Gemeindemitgliedern geliebt, geehrt und geachtet werden. Nur wird hier bei den Predigten wird immer eines vergessen, seine eigenen Brüder und Schwestern. Hier werden Texte aus alten Schriften zusammengestellt und diese werden zu einer Rede ausgeschmückt, um die jeweilige Gemeinde zu begeistern. Nur eines wird hierbei vollkommen vergessen, unsere Mitmenschen, unsere Geschwister. Jeder unserer Mitmenschen hat seine eigenen Probleme. Egal ob es der reiche Banker oder der Arbeitslose ist, irgendein Problem lastet auf den Schultern eines jeden von uns. Kümmert euch um eure Mitmenschen und nehmt ihnen ihre Lasten und Sorgen ab. Dafür seid ihr da!  Helft ihnen bei ihren Problemen damit sie wieder frei werden, frei von Ängsten und Zwängen. Nur wer frei ist, der kann glauben und lieben. Und nur wer glauben und lieben kann, der ist wirklich frei.

Verschwendet eure eingenommenen Spenden nicht dazu eure Gemeindehäuser, Kirchen, Moscheen und sonstige Gebäude zu schmücken und in Prunk erstrahlen zu lassen. Verzichtet auf goldene Kelche und Luxus jeglicher Art, den ihr sowieso nicht wirklich braucht. Nutzt dieses Geld dazu, um euren armen Geschwistern zu helfen. Viele sind von Armut geplagt und wissen nicht mehr ein noch aus. Wie könnt ihr da eure Gebäude sanieren, wenn eure Geschwister hungern müssen? Wie könnt ihr euch neue Autos kaufen wenn eure Nachbarskinder noch nicht einmal vernünftige Kleidung haben! Wie könnt ihr an Altersvorsorge denken wenn andere noch nicht einmal genug Wasser zum Überleben haben? Und dann wollt ihr mir erzählen, dass Ihr gläubig seid? Wie kann ich von irgendeinem Gott und der Liebe predigen wenn ich selber keine wahre Liebe in mir habe? Bitte findet zu den wahren Werten zurück und fangt endlich an euren Geschwistern wirklich zu helfen. Findet die Nächstenliebe wieder.

Glaubensrichtungen:

Hört bitte auf über Andersgläubige her zu ziehen und diese zu verhöhnen, denn es sind alles Menschen wie du und ich. Egal welcher Religion du angehörst, wenn du wirkliche Nächstenliebe in dir hast, dann zeige diese und lebe diese. Hört auf, eure andersgläubigen Geschwister zu verfolgen, diese zu foltern und zu ermorden. Kein Gott kann dieses gewollt haben. Nur in Liebe können wir zusammen leben. Wir sind alle gleich und jeder sollte auch den Glauben eines anderen akzeptieren. Ihr könntet diese Welt zu einem Paradies für alle Menschen machen wenn ihr friedlich zusammen lebt und die Ansichten und den Glauben einen anderen akzeptiert.

Nachtrag

Ich möchte noch etwas erwähnen, was mir sehr am Herzen liegt. Und zwar, dass meine Mutter auch sehr viele gute Seiten hat. In meiner Geschichte habe ich ja nur über meine negativen Erfahrungen mit ihr berichtet, die aber für meinen Lebenswandel als sehr wichtig einzustufen sind. Wir haben mehr gute Zeiten zusammen erlebt als schlechte Zeiten. Meine Mutter ist sich selber nicht bewusst darüber gewesen, was dieses Anschreien und diese Ohrfeigen, den Arsch voll hauen usw. in mir auslösen sollte. Zu der damaligen Zeit war das etwas vollkommen Normales. Sie kannte es nicht anders. Ganz im Gegenteil, sie und ihre Geschwister wurden noch härter bestraft als ich. Die haben teilweise noch mit der Neunschwänzigen Lederpeitsche Prügel bekommen. So schlimm hatte meine Mutter mich niemals geschlagen. Ich glaube, dass sie schon alles viel besser machen wollte, als sie es selber erfahren und erlebt hatte. In ihren Augen hat sie das beste für ihre Kinder getan. Sie hat dann versucht mehr zu erreichen und mich zu verändern, indem sie mich angeschrien hat. Aber das war bald schlimmer als diese Schläge. Egal was passiert ist, ich bin meiner Mutter nicht böse darüber. Wir haben auch eine wunderschöne Zeit zusammen gehabt und die haben wir auch jetzt noch. Traurig ist es das Eltern mit allen Mitteln versuchen ihre Kinder in dieses angeblich richtige Weltbild hinein zu quetschen, sie so zu Formen das sie der vorgegebenen Norm "Norm" entsprechen. 

Ich möchte jedem Menschen noch eines sagen: Es kommt nicht darauf an wie du früher gewesen bist, es kommt darauf an was du jetzt bist, wie du jetzt denkst und wie du jetzt fühlst! Du musst dich wegen nichts schämen was du früher einmal getan hast wenn du dein Leben positiv verändert hast. Egal ob du früher ein Verbrecher gewesen bist wie ich, egal ob du anderen Menschen weh getan hast, egal ob du andere Menschen bestohlen hast oder ob du auf den Strich gegangen bist, du musst dich deswegen nicht schlecht fühlen. Es kommt nur darauf an wie du jetzt denkst und fühlst, auf das wie du jetzt bist.

Ich habe mein Leben in verschiedenen Gesellschaftsschichten gelebt und ich war immer ein Teil davon. Angefangen von dem normalen Familienleben, dann die Welt der dunklen Geschäfte von Diebstählen über Drogen bis hin ins Rotlichtmilieu, Selbstständigkeit, Unternehmer und vieles mehr. Ich kenne Menschen vom dunkelsten Verbrecher bis hin zu Milliardären und Menschen aus der Öffentlichkeit und der Politik.

Auf viele Dinge die ich getan habe bin ich nicht stolz aber es ist eine Gnade das ich das alles erleben durfte, das ich all diese verschiedenen Wege gehen durfte. Es ist eine Gnade das ich einen Weg gegangen bin der geprägt war voller Schmerz und Leid. Nur dadurch bin ich zu dem Menschen geworden der ich jetzt bin. Ich habe eines gelernt, nur die Liebe kann uns wieder zu dem was wir eigentlich sind machen, Menschen mit einem großen Herzen. Leider haben Geld, Macht, Neid, Missgunst und Habgier uns zu dem gemacht was wir jetzt sind, zu reinen Ich-Menschen mit kaltem Herzen die nur an sich selber denken. Nur wenn wir auf Gott vertrauen, Buße tun, jeden Tag beten und wenn wir unseren Feinden vom Herzen vergeben dann werden wir wieder Menschen mit großem Herzen. Dann lebst du endlich!

Begegnet euren Mitmenschen mit Liebe und Offenheit. Lasst keine Unterschiede zwischen uns Menschen zu. Wir sind alle gleich, egal ob arm oder reich, ob ein Bettler oder ein Millionär, ein normaler Arbeiter oder ein Richter, eine Prostituierte oder eine Nonne!

Geht mit offenen Augen durchs Leben, seht die Schönheit unserer Natur und achtet darauf, dass unser Planet gehütet und beschützt wird, anstatt schamlos ausgebeutet zu werden.

Verzichtet darauf, euch ständig neue Sachen zu kaufen, hört bitte auf mit dem Konsumrausch. Kümmert euch mehr um eure Mitmenschen, egal ob ihr diese kennt oder nicht. 

Lebt nicht um zu arbeiten, sondern arbeitet um zu leben. Nichts ist kostbarer als Zeit, Zeit ihr für euch habt, Zeit die ihr für eure Familie, für eure Freunde und für eure Mitmenschen habt.

Und das aller, aller Wichtigste ist, bitte schlagt niemals eure Kinder, egal was vorgefallen ist. Ihr macht damit mehr in ihnen kaputt als ihr denkt zu reparieren. Bitte schreit eure Kinder niemals an, denn der psychische Druck, gerade in Verbindung mit körperlicher Gewalt, macht eure Kinder zu ängstlichen und verstörten Menschen. Egal welche Zensuren eure Kinder in der Schule haben, das ist kein Grund eure Kinder anzumeckern oder zu schlagen. Versucht nicht eure Kinder zu formen damit sie in dieses angeblich richtige Weltbild hinein passen. Last es nicht zu das eure Kinder zu autöritätsgläubigen Robotern erzogen werden die sich wie Sklaven anderen Menschen unterwerfen.

Ihr prägt das Wesen eurer Kinder, ihr macht das aus euren Kindern, was aus ihnen später wird. In dem Verhalten eurer Kinder spiegelt sich die gesamte Erziehung wieder, so wie das gesamte Wesen beider Elternteile. Gebt euren Kindern Liebe und Geborgenheit und es werden nicht nur eure Kinder, sondern auch eure besten Freunde sein.

Dieses Buch widme ich allen Menschen auf dieser Erde. Es soll euch helfen, niemals aufzugeben, egal wie groß die Last ist, die ihr auf euren Schultern tragt. Egal wie krank ihr seid, egal was ihr verbrochen habt, es gibt immer eine Lösung die ein gutes Ende beschert. Ihr müsst diese Lösung nur finden.

Liebe und Frieden


2016, genau 16 Jahre später nachdem ich angeschossen wurde

Bild1 Durchschuss quer durch den Bauch, Ausschußloch seitlich rechte Seite

Bild2: Narbe am Bauch bis zur Brust durch die Schussverletzung, Brustbein gebrochen durch die Wiederbelebung, siehe Kuhle/Mulde unter dem Herz

Bild3: Narbe Am Bauch Nahaufnahme nach geplatztem Magengeschwür

Bild4: Durchschuss am rechten Oberarm

Bild5: Durchschuss am Bein so das in der Mitte vom Schienbein ein Stück vom Knochen raus geschossen worden ist, das Bein ist 3 cm kürzer

Bild6: Mein Bein Nahaufnahme, es sind 2 Titanplatten rechts und Links am Schienbein verschraubt


Hat dir mein Buch gefallen?

Du hast jetzt die Möglichkeit mich zu unterstützen damit ich mein Buch veröffentlichen kann.

Hilfe per Bankkonto

Hilfe per Paypal, klick auf das Logo und unterstütze uns


Copyright © 2014. Alle Rights Reserved.

Besucher: Heute 309 - Gestern 454 - Woche 2144 - Gesamt 1067428