Tagebuch 15.08.2016 eine kleine Zusammenfassung

Finca La Marina so sieht die Realität aus, aber wir werden das schaffen

Unsere Finca in La Marina ist leider nicht bewohnbar. Die Schäden sind einfach zu heftig so das kein Zimmer mal eben fertig zu machen ist.

Au man die haben sogar den kompletten Sicherungskasten geklaut, alle Kabel einfach kurz abgekniffen. Alle Stromleitungen müssen wir erneuern.

Die Wasserleitungen sind in der Wand innen undicht, die müssen auch alle neu.

Die Decken sind so stark eingerissen, die müssen alle runter und neu gemacht werden, da haben wir schon Angst das die runter kommen so wie im Wohnzimmer.

Die Wände haben eine Schicht aus Putz der feucht ist, in jedem Zimmer. Die haben es vor ca. 5 Jahren neu verputzt und mit falscher Farbe gestrichen. Die war nicht Atmungsaktiv so das es da hinter nie trocken geworden ist. Die haben anscheinend schon gestrichen als der Putz noch Feuchtigkeit in sich hatte. Ich muss überall mit dem Spachtel den kompletten alten Putz mit der alten Farbe runter kratzen. Manches geht so ab aber das meiste sitzt sau fest. Das wird die Schlimmste Arbeit.

Das Dach ist auch undicht, die Dachziegel müssen jetzt mal neu nach über 100 Jahren. Ich werde die alle runter nehmen (dann ist die Finca Gewichtsmäßig entlastet) und ich werde das Dach dann erst einmal mit einer Plane abdecken. Geld für eine neue Dachabdeckung ist leider nicht vorhanden. Aber irgendwie wird auch das Dach dicht werden. Habe schon überlegt wenn etwas Geld über ist da diese leichten Kunststoff Wellplatten rauf zu setzen. Das spart richtig Gewicht.

Eigentlich sollten wir schon vor gut 8 Wochen Hilfe bekommen von jemanden der mauern kann. Wir haben jetzt so lange gewartet und niemand ist gekommen. Mehrere Leute hatten es uns versprochen aber bis jetzt ist niemand gekommen. Na ja ist ja nicht so schlimm, ich werde es jetzt allein machen. Ich habe noch nie mit Zement/Beton/Putz gearbeitet (außer vielleicht mal ein paar Eisenstangen für den Hühnerstall einbetoniert). Nur jetzt geht es darum erst einmal die ganzen Löcher und offene Wände dicht zu machen. Einige sind echt schlimm. Ich habe mir gedacht ich suche Feldsteine die da rein passen und schmiere es dann zu. Ich weiß noch nicht mal was ich da am besten nehme, Zement, Beton oder was weiß ich. Nimmt man Sand oder Kies usw.. Aber auch das werde ich im Netz recherchieren und alles selber machen, ich schaffe das schon. Alles kann ich lernen, es gibt keine Probleme sondern nur Lösungen.

Ich werde täglich die Fortschritte die ich in der Finca mache posten. Es wird allein zwar sehr lange dauern weil ich ja körperlich eigentlich ein Krüppel bin aber das ist mir egal. Die Kids und Hami können leider nicht weiter mithelfen da sie lernen die Vaporizer zu bauen und hier echt jeden Tag arbeiten. Ich finde das super und möchte sie nicht aus ihrer Lernphase rausholen.

Da die Finca von unserem Standort hier 150 Kilometer entfernt ist können wir uns die hin und her fahrerei nicht leisten. Sind immer 300 Kilometer hin und zurück und gute 2 Stunden fahrt pro Strecke. Genau aus diesem Grunde werde ich mich am Montag in La Marina absetzen lassen und da ein paar Wochen bleiben um die wichtigsten arbeiten erst einmal zu erledigen. Ich habe ja mein fahrrad da. Ich werde als erstes ein Zimmer fertig machen so das wir da auch schlafen können ohne im verkalkten Dreck zu hausen. Deshalb bleibe ich erst einmal alleine da denn ich möchte Katrin nicht weiter zumuten in der feuchten Finca zu schlafen. Das ist echt voll eckelig. Man macht sauber und kurz danach ist alles wieder verstaubt, dieser Staub ist wie Kalk und feucht. Das bröselt von den Wänden herunter.

Geldlich sieht es so aus das wir uns erst einmal nur Sand/Kies und Zement leisten können. Aber das reicht um enzufangen. Alles andere wird sich ergeben. Wisst ihr liebe Leute eigentlich ist es ein Wahnsinn die Finca fertig zu machen denn die ist eigentlich abrissreif. Nur abreißen kostet Geld und eine neue Finca zu bauen das ist für uns im Moment nicht zu realisieren. Wir können immer nur Stück für Stück ein bisschen machen wenn Geld rein kommt, wir Dinge finden oder geschenkt bekommen. Aber ich weiß genau das der liebe Gott uns immer mit allem versorgt was wir wirklich dringend benötigen. Er sendet uns immer Menschen die uns helfen oder er lässt Menschen genau das wegwerfen was wir brauchen und dann irgendwo finden, ob es an der Mülltonne, an der Straße oder auf dem Schrott/Müllplatz ist. Wir haben auf jeden fall erst einmal 100 Euro zur Verfügung für alles. Dafür kaufen wir Zement und Sand. Das reicht bestimmt um die Löcher dicht zu machen und die eine Wand wo er den Durchbruch gemacht hat. Steine dafür sind zum Glück da im Schuppen :). Dann sehen wir weiter


Autark leben macht mich zum Allround Handwerker, ich lerne so viel

Katrin und ich sind angefangen die Finca von innen fertig zu machen. Der ganze alte Putz muss von den Wänden da dieser feucht ist. Da drunter ist die Wand trocken. Au man das muss in der gesamten Finca gemacht werden. Gut die Hälfte geht sehr einfach am aber der Rest der nicht feucht ist der geht schwer runter. Ich denke das Katrin und ich gut eine ganze Woche dabei sind den alten Putz abzuschaben. Den alten Kamin haben wir auch weg gemacht und die Finca steht noch, dicke Freude.

Den Bauschutt entsorge ich auf dem Weg, damit mache ich die Löcher zu. Alles schon klein hauen und dann passt das :) So ist der Schutt gleich sinnvoll entsorgt :)

Das ist so schön das wir alles alleine machen, ein wunderbares Gefühl. Wenn alle Wände kahl sind fangen wir an die Löcher zu-, zu machen und die Wände neu zu verputzen. Ich bin ja mal gespannt wie wir das hinkriegen. Au man jetzt werde ich auch noch Bauarbeiter. In der zeit hier lerne ich sehr viel.

1. Ich habe von mich 0 Gartenerfahrung zum kleinen Hobbygärtner entwickelt.

2. Ich habe mit von 0 Stromerfahrung unsere kleine Solaranlage installiert und ich mache den Strom im ganzen Haus selber, mit, Kabel legen, anschließen, Sicherungskasten installieren usw..

3. Ich habe 0 Erfahrung in Sachen Bau mit Steinen/Beton, verputzen usw. Das bringe ich mir jetzt auch selber bei.

Durch meine autark leben Projekte lerne ich viel mehr als in den vorherigen Jahrzenten meines Lebens. Alle Aufgaben den stelle ich mich alleine und das ist ein unwahrscheinlich schönes Gefühl. Und es macht mir echt Spaß :)

Ich fühle mich super und echt saugut, ich bin stolz auf das was ich mit meinen Händen erschaffe. Und ich bin Stolz auf mich weil ich alles wo für ich mir früher Hilfe geholt habe ganz alleine mache. Das ist wunderschön.


Mein Umgang mit Wasser und Energie, vom Massenverbraucher zum bewussten Umgang mit unseren Wertvollen Ressourcen

Seit dem wir versuchen autark zu leben hat sich mein Umgang mit Energie und Wasser um 180 Grad gedreht, darauf bin ich voll stolz und das ,macht mich frei. Ich war früher voll scheiße und das merke ich jetzt erst. Ich habe mit dem Strom rum geschlampt, habe immer das Licht brennen lassen, alle Ladegeräte waren immer angeschlossen, der Fernseher lief oft obwohl niemand geschaut hat usw.

Seit dem wir uns autark mit Strom versorgen müssen wir auf unseren Stromverbrauch achten, keine Geräte mehr im Standby laufen lassen, nicht unnötig Licht brennen lassen, Laptop nur mit Akku laufen lassen und nur zum Laden an den Strom. Wir haben keine Stromfresser mehr im Haus und unsere Waschmaschine schließen wir am warmen Wasser an, so braucht die nicht heizen und braucht auch wenig Strom. Und jetzt in La Marina haben wir nur eine 18 Jahre alte 120 Watt Solarplatte und zwei 260 A Batterien. Leider reicht die kleine Solarplatte nur um ein Akku zu füllen. Im Moment können wir da nur Licht anmachen und Handy/Laptop laden. Wir suchen noch Solarplatten 12 V mit 150 oder 175 Watt zur Erweiterung unserer Solaranlage. Wenn wir noch 2 Solarplatten bekommen können wir endlich festes Internet beantragen, dann reicht der Strom aus um den Inverter 24 Stunden durchlaufen zu lassen.

Mit dem Strom gehen wir ja schon seit Lorca bewusster um und La Marina hat mich in Punkto Wasser noch den letzten Kick gegeben. Hier werde ich mir richtig bewusst wie verschwenderisch ich noch mit dem Wasser umgehe. Egal ob Hände Waschen oder der Toilettengang, wir verschwenden Wasser ohne Ende! Hier in La Marina haben wir nur einen 20 Liter Wasserkanister mit Wasserhahn, das ist unser fließend Wasser. Jetzt kann ich schön sehen was wir täglich an Wasser verbrauchen. Wir haben in 2 Tagen ca. 120 Liter Wasser verbraucht.

Unser Wasserverbraucht mit 2 Personen liegt Momentan bei ca. 60 Liter Wasser pro Tag. Da ist alles mit drinne, abwaschen, sauber machen, waschen usw. Davon geht gut die Hälfte für die Toilette drauf was mich sehr erschreckt hat. Wir füllen immer 5 Liter in die Klospülung, das reicht pro Toilettengang. Aber ich sehe das auch das eine enorme Wasserverschwendung ist. Sobald die Finca bewohnbar ist werden wir uns eine Komposttoilette bauen dann ist unser größter Wasserverbraucher abgeschaltet :) Dann werden wir mir ca. 30 bis 40 Liter pro Tag hinkommen. Da ist dann alles mit drin, duschen, Waschmaschine usw.

Im Gegensatz zu früher haben wir unseren Wasser und Stromverbrauch um ca. 80 % Reduziert. Auf das Ergebnis sind wir sehr stolz und es zeigt uns was jeder einzelne von uns verändern kann :) :) :)

 


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